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Martin Neudecker vom FC Hohenpolding.

Das starke Stück vom Wochenende

Zwei Dreierpacks in Rekordzeit

Drei Tore in vier Minuten? Was die meisten Kicker wohl nie schaffen werden, ist am vergangenen Wochenende Martin Neudecker gelungen. Rene Windisch vom TuS Oberding erzielte sogar einen lupenreinen Hattrick – und zwar innerhalb von 18 Minuten.

von Ilies mebarki

Hohenpolding/Oberding – Nur acht Minuten brauchte der FC Hohenpolding, um sein Auswärtsspiel bei der BSG Taufkirchen 2 in der A-Klasse 8 zu entscheiden. Dabei stand ein Mann wie so oft im Fokus: Torjäger Martin Neudecker. In Minute vier klaute er dem Verteidiger den Ball und schoss aus 16 Metern zum 1:0 ein. Nur eine Minute später wurde er von Maximilian Nitzel freigespielt, umkurvte den Torwart und netzte zum 2:0 ein. In Minute 8 traf er nach einem Pass von Julian Urgibl, der eine Minute vorher auf 3:0 erhöht hatte, zum dritten Mal innerhalb von vier Minuten. „Drei Tore in einem Spiel habe ich zwar schon einmal gemacht, aber so schnell noch nie“, erzählt Neudecker.

Von so viel Effizienz seien sogar die Teamkollegen überrascht gewesen, sagt der 27-Jährige. „Danach haben wir unbewusst einen Gang runter geschalten und nicht mehr gut weitergespielt.“ Am Ende reichte es dennoch zu einem ungefährdeten 5:1-Sieg. Das fünfte Tor ging auch auf die Kappe von Neudecker. „Nach dem Spiel haben wir in der Kabine mit einem Tragl Bier gefeiert“, berichtet er. Spendiert wurde das von einem Teamkollegen, der nun längere Zeit beruflich auf der Wiesn unterwegs ist. „Ansonsten hätte ich das natürlich gezahlt“, sagt er lachend.

Nach seinem Viererpack einen Spieltag zuvor gegen den SC Kirchasch 2 war das nun schon der zweite in Folge. Insgesamt steht Neudecker nach fünf Spielen bei elf Toren. Eine Marke, wie viele es in dieser Saison werden soll, hat er sich nicht gesetzt. Erfahrung darin, wie man Torschützenkönig wird, hat er bereits. Dreimal hat er sich schon zum besten Torschützen der A-Klasse im Landkreis Erding gekrönt. „Wenn ich es zum vierten Mal werden möchte, brauche ich wohl wieder 30 Tore. Wenn ich das schaffe, ist es schön. Wenn ich aber nicht Torschützenkönig werde, ist es auch nicht schlimm.“

Vergangene Saison hat sich der Heizungsbauer mit Achillessehnen- und Adduktorenproblemen herumgeplagt. „Momentan bin ich aber fit.“ Mit dem FC Hohenpolding will er erfolgreich sein, zu viel Druck will er aber nicht aufbauen: „Aufsteigen müssen wir nicht. Hauptsache, wir spielen schönen Fußball.“ Den kann man in Hohenpolding mit einem Neudecker in seiner derzeitigen Form mit Sicherheit zu sehen bekommen.

Rene Windisch: Trainer und Torjäger

Auch beim TuS Oberding tummelt sich derzeit ein Mann, der genau weiß, wo das Tor steht. Zwar brauchte Rene Windisch 14 Minuten mehr für seine drei Tore als Neudecker, dafür kann er sein Kunststück einen lupenreinen Hattrick nennen. „Er ist extrem wichtig für unser Spiel“, sagt sein Trainer Hans Bruckmeier. „Er kann jede Position spielen. Normal spielt er Sechser. Wenn ich einen zweiten Windisch hätte, würde ich den im Sturm aufbieten.“

Dass er ein Spiel nicht nur lenken kann, sondern auch über einen exzellenten Torriecher verfügt, hat er gegen Unterbruck bewiesen. „Das erste Tor war ein Abpraller. Aber da muss man als Torjäger erst einmal stehen. Die zwei anderen Treffer hat er mit seiner hervorragenden Schusstechnik erzielt“, schwärmt Bruckmeier.

Doch nicht nur fußballerisch ist die Trainerlegende von Windisch überzeugt. „Er ist sehr engagiert. Zusammen mit Nelson Pones trainert er die U 13 in Oberding. Er bringt sich sehr gut ein und ist ein wertvolles Mitglied unserer Gemeinschaft.“ Auch auf dem Platz übernehme er eine Führungsposition. „Als Trainer brauchst du solche Spieler. Er ist mein verlängerter Arm.“

Gerade die jüngeren Spieler könnten viel von Windisch lernen. „Er spricht Dinge an, wenn sie ihn stören. Rene ist ein kritischer und offener Mensch.“ Das schätze er besonders an seinem Spielmacher, der für unsere Zeitung gestern nicht erreichbar war.

„Gesellig ist er aber auch“, merkt Bruckmeier an. Nach so einem Spiel müsste eigentlich das eine oder andere Kaltgetränk spendiert werden. Da die Partie am Sonntag aber erst gegen 19 Uhr endete und die Mannschaft spät zu Hause war, steht das noch aus. „Das werde ich aber noch einfordern“, sagt Bruckmeier lachend.

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