Prinzip Hoffnung: Felix Schütz hofft, dass er in den Playoffs bei den Adlern wieder Eiszeit bekommt.
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Prinzip Hoffnung: Felix Schütz hofft, dass er in den Playoffs bei den Adlern wieder Eiszeit bekommt.

EISHOCKEY - Playoff-Viertelfinale in der DEL mit Felix Schütz und Valentin Busch

Zwei Erdinger greifen nach dem Titel

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Die deutsche Eishockeyliga geht in die heiße Phase: Heute startet das Playoff-Viertelfinale. Mittendrin zwei Erdinger.

Erding – Acht Mannschaften starten heute Abend ins Playoff-Viertelfinale der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Mit dabei im Rennen um die Deutsche Meisterschaft sind mit Felix Schütz (Mannheimer Adler) und Valentin Busch (Grizzlys Wolfsburg) auch zwei Erdinger, die zuletzt jedoch ein wenig gebeutelt waren.

Voll fokussiert: Valentin Busch hat seine Verletzung auskuriert und greift bei den Grizzlys wieder an.

Beim Eishockey ist man ja gemeinhin einen voll gepackten Spielplan gewohnt, mit normalerweise zwei Spielen am Wochenende und eventuell einer Partie unter der Woche. Und man ist auch gewohnt, dass es zwischen Punktrunde und Playoffs maximal eine Pause von einer Woche gibt. Aber nur 48 Stunden, wie es die DEL aktuell praktiziert, ist doch sehr ungewöhnlich. Am Sonntagabend sind die letzten Punktspiele über die Bühne gegangen, heute Abend startet bereits das Viertelfinale. Dabei trifft Mannheim auf die Straubing Tigers und Wolfsburg auf die Fishtown Pinguins Bremerhaven, die übrigens vom ehemaligen Erding-Jets-Spieler Thomas Popiesch trainiert werden.

„Wir haben bisher insgesamt eine super Saison gespielt und lagen teilweise zwölf bis 14 Punkte vor München – das kommt selten vor“, erzählt Felix Schütz. Noch vor einem Jahr wurde der 33-Jährige im Gespräch mit der Heimatzeitung mit der Aussage zitiert: „Eishockey ohne Zuschauer – undenkbar.“ Er muss lachen, wenn er darauf angesprochen wird. „Das hätte damals keiner gedacht, dass es so lange dauert“, sagt er. „Alle Sportler dürfen aber letztlich froh sein, überhaupt spielen zu dürfen, was auch ein Glück für die Liga ist.“

Was er erstaunlich findet, ist die Tatsache, dass es bei den Adlern bislang keine Corona-Fälle gegeben hat, denn es seien auch einige Familienväter im Team, wo die Kinder in den Kindergarten – so wie bei ihm – oder in die Schule gehen. „Wir sind alle sehr diszipliniert, es wird konsequent mehrmals die Woche getestet, und dann nochmal unmittelbar vor dem Spiel. Das hat sich bisher bewährt.“

Das konsequente Testen gibt es auch in Wolfsburg, berichtet Valentin Busch. „Außerdem tragen wir immer Masken, sogar in den Drittelpausen. Halt nur auf dem Eis nicht.“ Trotzdem hatte es ihn erwischt. Der Saisonstart verlief für den 23-Jährigen nahezu perfekt. „Ich war zweitbester Scorer nach den ersten sieben Spielen“, stellt er fest. Dann infizierte er sich mit dem Virus und war drei Wochen raus. „Danach habe ich mich sehr schwer getan, wieder reinzukommen“, erinnert er sich. Nach etwa drei Wochen war er wieder drin in der Top-Reihe mit Mathis Olimb und Spencer Machacek, bis der nächste Rückschlag kam, in Form einer Leistenzerrung. Die ist aber jetzt auskuriert, und pünktlich zum Playoff-Start kehrt Busch ins Team zurück.

Im Wartestand befindet sich dagegen Schütz, der zwar fit ist, „aber im Moment überzähliger Spieler“, wie er freimütig zugibt, „wie übrigens noch ein paar andere auch, inklusive einem Ausländer“. Der Erdinger hatte die Saison beim Zweitligisten EV Landshut begonnen und das Team auf Platz eins geführt, das nach seinem Wechsel nach Mannheim in der Tabelle abstürzte und letztlich die Playoffs deutlich verfehlte. Als er zu den Adlern wechselte, „habe ich anfangs viel gespielt, speziell im Powerplay“, erzählt er. „Aber ich hatte einfach Pech mit den Punkten.“ Dann kam noch eine Leistenzerrung hinzu. Weil auch noch ein paar andere Spieler an Verletzungen laborierten, holte der Verein ein paar neue Spieler dazu, und jetzt sind alle fit. Als Schütz wieder zurückgekehrt war, wurde er von Trainer Pavel Gross nur noch sporadisch eingesetzt, zuletzt saß er meist auf der Tribüne, mit ein paar anderen Kollegen. 7 Scorerpunkte stehen für ihn nach 24 Einsätzen zu Buche, eine Bilanz, mit der der Stürmer natürlich nicht zufrieden sein kann. „Natürlich bin ich traurig“, bekennt der Erdinger. „Aber ich bin keine 19 mehr und gehe mit der Situation professionell um.“ So müsse er nun Geduld haben, „positiv denken und bereit sein, wenn ich drankomme“.

In den Playoffs geht es im Viertelfinale ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Club, die Straubing Tigers, die im Saisonendspurt die Schwenninger Wild Wings aus dem Rennen geworfen haben. „Ich kenne die Taktik der Straubinger, und sie spielen ähnlich wie wir“, sagt Schütz. „Das wird ein schwieriger Start, denn in den Punktspielen haben wir uns gegen die Tigers eigentlich immer schwergetan.“ Der Routinier rechnet mit einer spannenden Serie, die beim Modus Best-of-three natürlich ihre Tücken hat. „Bei Best-of-seven setzt sich immer der Bessere durch, Best-of-three ist dagegen sehr gefährlich.“ Wenn man sein Heimspiel verliere, sei der Druck natürlich unglaublich groß. Aber der 33-Jährige bemüht dann auch die alte Eishockey-Weisheit: „Wie heißt es so schön: Wenn man Meister werden will, muss man jeden Gegner schlagen.“

Den Titel hat auch Busch im Visier, der seinen Vertrag bei den Grizzlys erst kürzlich bis 2023 verlängert hat: „Natürlich will jeder Meister werden, der in den Playoffs steht“, sagt er. Was ihm Hoffnung macht: „Nachdem wir am Saisonanfang recht unterschiedliche Leistungen gezeigt haben und durchaus besser hätten spielen können, hatten wir zuletzt einen richtigen Lauf, und in der Mannschaft ist die Stimmung gerade richtig gut.“ Aber auch er warnt vor dem Modus, „denn bei Best-of-three kann alles passieren, und Bremerhaven hat eine gute Mannschaft. Wenn es dumm geht, dann ist am Donnerstag Schluss.“

Für Schütz geht es nicht nur darum, dass die Adler eine Runde weiterkommen, er hofft, dass er in den Playoffs wieder zum Einsatz kommt. „Bis auf sieben oder acht Begegnungen habe ich eigentlich immer gespielt und war immer ein Teil der Mannschaft“, stellt er fest und ergänzt: „Ich hoffe, dass ich spiele, und ich hoffe, dass wir Meister werden.“

Vielleicht treffen sich Mannheim und Wolfsburg ja im Finale. Dann würde es mit Sicherheit eine Premiere geben, denn für Felix Schütz und für Valentin Busch wäre es die erste Deutsche Meisterschaft.

Viertelfinalbegegnungen:

Mannheimer Adler - Straubing Tigers, Eisbären Berlin - Iserlohn Roosters, Red Bull München - Ingolstadt Panther, Fishtown Pinguins Bremerhaven - Wolfsburg Grizzlys.

Die erste Partie findet heute Abend statt, Spiel zwei am Donnerstag und ein mögliches drittes Spiel am Samstag.

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