Wieder unter 54 Sekunden: Mona Mayer holt sich Silber über 400 Meter bei den deutschen U 20-Meisterschaften in Heilbronn.
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Wieder unter 54 Sekunden: Mona Mayer holt sich Silber über 400 Meter bei den deutschen U 20-Meisterschaften in Heilbronn.

Deutsche U20-Meisterschaften

Mona Mayer läuft die besten Rennenihrer Karriere

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Mit zwei Medaillen ist Mona Mayer aus Heilbronn heimgekehrt.

Heilbronn/Hörlkofen– Der August ist für Mona Mayer eigentlich der Monat der Erholung. Da sei sie ansonsten mit Freunden unterwegs, weil die Leichtathletik-Saison üblicherweise beendet ist, erzählt sie. Heuer war coronabedingt alles anders. Harte Trainingswochen statt Urlaubstage. Die Entschädigung dafür: ihre bisher besten Läufe über 200 und 400 Meter, die sie bei den deutschen U 20-Meisterschaften auch noch versilberte (wir berichteten).

Im 400-Meter-Finale gab die Hörlkofenerin von Beginn an Vollgas. „Ich bin sehr stark angegangen. Ich habe einfach alles versucht, um vielleicht doch noch auf Gold zu kommen“, erklärt sie ihre Taktik. Denn die Top-Favoritin hieß Brenda Cataria-Byll, die bereits bei den deutschen Meisterschaften der Frauen in Braunschweig mit 52,77 sec eine sensationelle Zeit gelaufen war. „Ich wusste, dass ich da noch was dagegen setzen musste.“

Doch die Athletin der LG Olympia Dortmund setzte sich sofort an die Spitze. Mayer hielt dagegen, verringerte bis 300 Meter etwas den Rückstand. „Brenda war aber immer noch ganz klar vorne“, sagt Mayer. „Ich habe nach hinten raus alles versucht.“ Kurz habe sie gedacht: Da geht noch was. „Aber zwei Meter später weißt du: Oh, sie ist doch zu weit weg“, erzählt die 19-Jährige. Letztlich stürmte Cataria-Byll in 52,94 sec durchs Ziel, Mona Mayer holte sich in 53,69 sec Silber vor Emilia Grahle vom Dresdner SC (54,94 sec).

„Das war bisher mein bester Lauf über 400 Meter“, resümiert die Studentin, auch wenn sie schon mal schneller gelaufen (53,4 sec) sei. „Das war heuer erst mein fünfter 400-Meter-Lauf. Normalerweise habe ich in einer Saison mindestens zehn.“ Und diese Erfahrung brauche man, bevor man 400 Meter überhaupt einschätzen und die richtigen Zwischenzeiten treffen könne. „Letztlich war’s wirklich heuer mein bester Lauf, aber Brenda hat ganz klar gezeigt, dass sie diese Saison einfach unschlagbar war“, sagt Mayer. „Nächstes Jahr geht’s in die nächste Runde. Und dann schau ma mal, was dann passiert.“

Tags darauf wollte Mayer über 200 Meter ihre zweite Medaille holen. Mehr als Bronze schien dabei nicht drin, da Talea Prepens (TV Cloppenburg) und Lilli Kaden (FC Schalke 04) über 100 m bereits die schnellsten Europazeiten gelaufen waren. „Das waren Zeiten, mit denen du auch bei den Frauen um die Medaillen mitsprintest“, erklärt Mayer, die bedauert, dass Kaden dann doch nicht antrat.

„Ich wollte eine Medaille, aber ich wollte auch erstmals unter 24 Sekunden laufen“, sagt Mayer, die einmal schon bei 24,01 lag. Im Finallauf war Prepens sofort auf und davon. Danach kam schon Mayer, die aber bei 100 Metern von Mitfavoritin Tina Benzinger (LG Stadtwerke München) angegriffen wurde. „Da ich von den 400 Metern komme, sind die ersten 100 Meter immer mein schwächerer Teil“, erzählt Mayer. Sie konterte aber die Angriffe der Kurzsprinterin, ging an Benzinger vorbei. Gegen Prepens war sie zwar letztlich chancenlos, aber im Sog der Weltmeisterin (23,41 sec) stürmte sie in 23,82 sec ins Ziel – „meine absolute Bestzeit“, erzählt Mayer strahlend.

Jetzt macht die Hörlkofenerin erst einmal eine Pause und verzichtet auf die bayerischen Meisterschaften, die am letzten Septemberwochenende in Erding stattfinden. Vier Wochen gönnt sie sich nun eine Erholung vom Leistungssport. Im Oktober geht’s schon wieder weiter. Denn nach der Sommersaison ist vor den Hallenwettbewerben.

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