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Stolzer Meister: Christian Waldau (81) aus Allershausen erlebt gerade seinen zweiten Kegler-Frühling. Am Wochenende geht’s nun zur DM.

Bayerische Meisterschaft

Kegler Christian Waldau: 81 Jahre alt – und so erfolgreich wie nie

  • Michael Leitner
    VonMichael Leitner
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Es gibt nur ganz wenige Sportler, die von sich behaupten können, im Alter von über 80 Jahren den größten sportlichen Erfolg ihres Lebens gefeiert zu haben. Christian Waldau hat genau das geschafft: Der Kegler des TSV Allershausen setzte sich kürzlich bei der Bayerischen Meisterschaft der Senioren C in Passau durch – und das, obwohl er im Feld der über 70-Jährigen mit seinen 81 Lenzen der älteste Teilnehmer war.

Allershausen – „Ich hatte eigentlich nicht daran geglaubt, dass ich gewinnen würde. Ich habe mich einfach voll auf den Wettbewerb konzentriert – die Tagesform spielt natürlich auch immer eine Rolle“, freut sich Waldau, der nun stolzer Besitzer einer Goldmedaille des Bayerischen Sportkegler- und Bowlingverbands ist. So eine hatte er in seinem Sportlerleben noch nie zuvor um den Hals hängen. Den Grundstein dafür legte er im Vorlauf, als er die Konkurrenten mit 578 Holz distanzierte. Dass es im Endlauf nach zwei unglücklichen Versuchen nur für 515 Kegel reichte, war letztlich nebensächlich: Seine 1093 Holz bedeuteten Rang eins.

Dieser Erfolg kommt freilich nicht von ungefähr: Der Allershausener, der 1989 und somit genau vor 30 Jahren mit dem Kegeln angefangen hat, trainiert bis zu drei Mal pro Woche auf den Bahnen im Allershausener Kegelstüberl. Davor war er als Stockschütze aktiv. „Aber Kegeln macht mir einfach mehr Spaß“, sagt der Senior. Und das schlägt sich in den Ergebnissen nieder: Waldau war zigmal Erster bei den Vereinsmeisterschaften – und in der vergangenen Saison oft auch Tagesbester bei den Kegelkämpfen der Allershausener Herren I, die den vierten Platz in der Kreisliga West belegten. „Wir sind froh, dass wir ihn bei uns haben“, sagt Sportwart Hans Gamperl. Das Team hätte nach dem Verzicht zweier Teams sogar in die Bezirksliga aufsteigen können. „Aber wir sind in der Kreisliga besser aufgehoben“, fügt Waldau hinzu. „Für die Bezirksliga haben wir zu wenige Kegler.“

Jetzt steht für den 81-Jährigen aber erstmal das nächste große Highlight an: Waldau fährt zu den deutschen Meisterschaften, die am Wochenende, 29./30. Juni, in Ludwigshafen-Oggersheim stattfinden. 20 Kegler sind in seiner Altersklasse am Start. „Wenn ich es in den Endlauf und damit unter die Top Acht schaffe, wäre ich schon zufrieden“, betont Waldau. Aber er weiß aus jahrelanger Erfahrung, dass „an einem guten Tag einiges möglich sein kann“.

Fakt ist: Bei den zurückliegenden Meisterschaften hatte der Allershausener immer einen Lauf. Bei der Kreismeisterschaft in Moosburg wurde er Dritter, bei den Bezirkstitelkämpfen Zweiter – und nun Erster bei der Bayerischen. Ob das bei der DM noch zu toppen ist? „Mal schauen, was am Ende herauskommt“, sagt der 81-Jährige ganz pragmatisch.

Eines ist aber schon sicher: Christian Waldau möchte so schnell nicht mit dem Kegeln aufhören. „Wenn es irgendwann mit dem Anlauf nicht mehr klappt, schiebe ich eben aus dem Stand.“ Überhaupt möchte er nicht nur die jungen Leute ermutigen, im Verein zu kegeln, sondern explizit auch die älteren Semester. „Es ist doch viel besser, sich zu bewegen als auf dem Kanapee zu liegen – und Spaß macht es auch noch.“

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