Erich Süss mit seiner eigenen Lochkugel, ihm sieht man die 90 Jahre nicht an. cob
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Erich Süss mit seiner eigenen Lochkugel, ihm sieht man die 90 Jahre nicht an. cob

Der Moosburger Sportkegler Erich Süss behält sich Fitness und seinen Humor bis heute

Auch mit 90 noch auf die Vollen

Moosburg – Dass Sport fit hält, ist bekannt, und im ganzen Landkreis gibt es Senioren, die diese These untermauern. Zu ihnen gehört auch Erich Süss.

Er ist mittlerweile 90 Jahre alt und kegelt immer noch aktiv bei den Herren 3 des Rot-Weiß Moosburg. „Ich bin nie ein Champ im Einzel geworden und zu Meisterschaften und Medaillen hat es auch nie gelangt“, gesteht der charmante Senior augenzwinkernd ein, „aber die Kameradschaft bei den Keglern ist super und ich genieße das.

Viele Jahre hatte der in Aussig an der Elbe geborene Senior privat gekegelt und das Sportkegeln nur als interessierter Zuschauer verfolgt, doch dann vor 30 Jahren wurde er von den alten Kegel-Legenden Fritz Hertzer, Jo Eicher und Ewald Weingärtner, der immer noch Spieler beim SKC 67 Moosburg ist, angeworben. „Das weiß ich noch wie heute, auf einmal legte man mir den Aufnahmeantrag hin und ich hab sofort, ohne zu zögern, unterschrieben“, erinnert sich Süss lachend.

Rund 45 Jahre hatte Süss bei der Süd-Chemie gearbeitet. Seine Freizeit nutzte er zur sportlichen Betätigung. So fuhr er bis zu seinem 80. Lebensjahr regelmäßig Ski und war viel mit dem Alpenverein unterwegs. Das Skifahren habe er dann wegen der Verletzungsgefahr aufgegeben, aber dem Kegeln sei er treu geblieben, sagt er. „Gott sei Dank habe ich keine größeren gesundheitlichen Probleme, nur meine Füße ärgern mich. Beidseitiger Fersensporn, und weil ich mit einem nicht zufrieden bin, hab ich gleich zwei davon, aber solange ich noch einigermaßen mitspielen kann, kegle ich.“ Wenn es erlaubt ist, trainiert der charmante Rentner einmal wöchentlich, spielt jetzt bei der dritten Herren, nachdem die Gemischte abgemeldet wurde und startet meist zusätzlich beim 50-Wurf-Wettkampf in der Landkreisrunde. Mit seiner eigenen Lochkugel im Gepäck schiebt er eher eine ruhige Kugel, „wobei ich mich stets bemühe und auf die Technik-Anweisungen der Kameraden höre.“ Aber seine Stärken und Schwächen kennt er gut und beurteilt sich mit viel Selbstironie: „Ich bin definitiv besser bei Würfen auf die Vollen. Aber in Fehlwürfen bin ich auch sehr stark. Auch Stier oder Bohrer (Stier: die drei Kegel in der Mitte, Bohrer: der zweite Kegel links oder rechts außen, Anm. d. Red.) zähle ich zu meinen Stärken. Mein ganzer Ehrgeiz liegt aber darin, nie der Schlechteste zu sein“.

Mit großem Interesse verfolgt Erich Süss den Werdegang seines Enkelsohnes Daniel Süss, der zuletzt bei Schwabsberg in der 1. Bundesliga gekegelt hatte und nun zum Erstligisten VfB Hallbergmoos gewechselt ist. „Wenn er spielt, drücke ich ihm immer die Daumen“. Der immer freundliche und gut gelaunte Senior, der seit 2012 als Witwer seinen Haushalt ganz alleine schmeißt, hofft darauf, dass man bald wieder trainieren kann, denn: „Die Kameradschaft in meinem Verein Rot-Weiß Moosburg ist einfach super, ich werde sehr unterstützt, werde daheim abgeholt, sogar meine Tasche wird mir getragen. Schade ist nur, dass die Mitglieder in den Kegelvereinen immer weniger werden und der Nachwuchs fehlt. Dabei ist Kegeln ein Sport, den man bis ins hohe Alter gut betreiben kann, wie man bei mir sieht.“

Christiane Oldenburg-Balden

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