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Bereit für die ganz große Bühne: Die jungen Tänzerinnen des SC Eching fliegen zur Weltmeisterschaft

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Von: Ulrike Wilms

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Luca Malena Schnitzler und Aurélia Berg bei einer Tanz-Duo-Darbietung.
Grazil und anmutig: Luca Malena Schnitzler und Aurélia Berg tanzten bei der deutschen Meisterschaft des Verbands TAF in der Kategorie Duo auf den vierten Platz. © Verein

Die jungen Tänzerinnen des SC Eching haben bei zwei nationalen Meisterschaften für Furore gesorgt. Jetzt steht mit der WM in Polen das nächste Highlight an.

Eching – Nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene ganz vorneweg tanzen verschiedene Ensembles der Abteilung Tanzsport des SC Eching – und das auch im zweiten Jahr der Pandemie. Die Corona-Trainingspausen und das ständige Auf und Ab bei den erschwerten Übungsbedingungen können der Motivation und dem Trainingsfleiß der ambitionierten und talentierten jugendlichen Tänzerinnen nichts anhaben – sie haben sie vielleicht sogar noch enger zusammengeschweißt. In den Formationen „Next Generation“ und „Little People“ ebenso wie in verschiedenen Duos und als Solistinnen heimsen die Mädchen im Alter zwischen sechs und 16 Jahren immer wieder Titel und Top-Platzierungen in der Bundesliga, im Deutschlandpokal und darüber hinaus sogar beim World Cup und bei der Weltmeisterschaft ein.

Die Wettkampfstrukturen sind dabei ziemlich komplex: Es existieren mehrere nationale und internationale Organisationen und (Dach-)Verbände nebeneinander, mit jeweils eigenen Ausscheidungsmodalitäten von regionalen über landesweite bis hin zu Europa- und Weltmeisterschaften. So treten die jungen Sportlerinnen, die von der erfahrenen und renommierten Trainerin und ehemaligen Tänzerin Natalya Menzel gecoacht und betreut werden, beispielsweise bei Ausscheidungsbewerben der TAF Deutschland (The Actiondance Federation) an, die wiederum Mitglied in der IDO (International Dance Organisation) ist.

Top-Ergebnisse beim Deutschlandpokal

Das jüngste Turnier „in Präsenz“, bei dem die Tanzabteilung des SC Eching mit ihren Modern-Dance-Small-Groups, Solisten und Duos groß auftrumpfte, war der Deutschlandpokal in Dresden. Dort konnte die Formation „Next Generation“ mit einem zweiten Rang überzeugen. Die 15 und 16 Jahre alten Jugendlichen, die meisten tanzen bereits ungefähr sechs Jahr miteinander, sicherten sich somit das Ticket für die IDO-Weltmeisterschaft in Polens Hauptstadt Warschau, die dort unter strengen Auflagen für Mitte Dezember angesetzt ist.

Die Formation „Next Generation“ bei einer Siegerehrung.
Von Erfolg zu Erfolg tanzt die Formation „Next Generation“ des SC Eching mit (v. l.) Anna Tonn, Anastasia Menzel, Aurélia Berg, Luca Malena Schnitzler, Anja Kuzmanovska, Alina Dillschnitter und Laura Katulic. Jetzt geht’s zur IDO-Weltmeisterschaft in Polen. © Verein

Das war es aber noch längst nicht mit den Top-Resultaten beim Deutschlandpokal: In der Kategorie Solo sicherte sich Anastasia Menzel den ersten, Anna Tonn den fünften und Anja Kuzmanovska den sechsten Platz. Im Duo gewannen Anastasia Menzel und Lea-Sophie Muth, Siebte wurden Luca Malena Schnitzler und Aurélia Berg. Auch bei den TAF Deutschen Meisterschaften in Leuna gab es erstklassige Platzierungen mit je einem DM-Titel für „Next Generation“ und das Duo Anastasia und Lea-Sophie sowie einem vierten Rang für Luca Malena und Aurélia. Im Solo-Kontest wurde Anastasia ebenfalls Erste.

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Zu „Next Generation“ gehören Anastasia Menzel und Laura Katulic aus Eching. Aurélia Berg kommt aus Unterschleißheim, Anna Tonn aus München, Alina Dillschnitter aus Neutraubling, Luca Malena Schnitzler aus Neufahrn sowie als Neuzugang Anja Kuzmanovska aus der Schweiz, die nur sporadisch mit dabei ist. Als Gruppe „Little People“ treten gemeinsam bei den Wettkämpfen an und auf: die sechsjährige Tessa Oertel aus Neutraubling als Jüngste, die beiden Echingerinnen Isabell Hoja und Leonie Vetterl, neun und zehn Jahre alt, sowie die zwölfjährige Anna Broska aus Unterschleißheim.

Wie eine große Tanzfamilie

Doch natürlich lassen sich auf diesem hohen sportlichen Niveau keine Erfolge ohne intensive und begleitende Unterstützung der Eltern erzielen, insbesondere bei den jüngeren Tänzerinnen. Allein zum regulären Training kommen, je nach Wohnort, gerne zwei bis drei Stunden reine Fahrtzeiten zusammen. Die Mütter und Väter sind zugleich die leidenschaftlichsten Fans ihrer Kinder und begleiten die Tänzerinnen zu Turnieren in ganz Deutschland. In dieser Saison beispielsweise standen Mannheim, Halle an der Saale, Recklinghausen und Dresden im Reiseplan. Aber auch Spanien, Portugal oder Polen sind immer mal wieder Austragungsorte für hochklassige Events. Mittlerweile ist innerhalb der Trainingsgruppen so etwas wie eine „Tanzfamilie“ entstanden, die sich abspricht und gegenseitig unterstützt. Denn es ist nicht immer allen Eltern möglich, bei jedem Turnier mit dabei zu sein. Und auch die Schulen akzeptieren vorgelegte Teilnahmebestätigungen für eine Schulbefreiung, damit den Mädels Welt- und Europameisterschaften nicht verwehrt bleiben.

Das Duo Anastasia Menzel und Lea-Sophie Muth beim Tanzen.
Ausdrucksstark: Das Duo Anastasia Menzel und Lea-Sophie Muth siegte beim Deutschlandpokal in Dresden. © Verein

Momentan findet das Training unter 2G-Regeln statt, die meisten Mädchen sind bereits geimpft. Alternativ gilt bis Ende des Jahres ein aktueller Corona-Test. Da wegen begrenzter Personenzahlen nicht alle zusammen in der Halle trainieren dürfen, gibt es die sogenannte „hybride“ Variante: teils als Zoom-Konferenz, bei der sich die Sportlerinnen von zu Hause aus mit einem Tablet einwählen und gegebenenfalls im Wohnzimmer tanzen, während Natalya und Anastasia Menzel im privaten Tanzraum das Training koordinieren; teils als Präsenztraining in den Sportstätten, wobei die Trainingsorte in Eching zwischen der Turnhalle der Schule an der Danziger Straße und der Realschulhalle sowie der Tanzschule in Unterschleißheim wechseln. Im Moment wird das Training noch durch zusätzliche Zoom-Einheiten mit den serbischen Choreografinnen forciert, damit Technik, Ausdruck und Synchronität des zwei- bis zweieinhalbminütigen Vortrags den letzten Schliff bekommen.

Große Vorfreude, strenge Regeln

Die „Fahrkarte“ beziehungsweise die Flugtickets nach Polen sind also gelöst. „Die Mädels sind voller Vorfreude, weil es doch immer sehr besonders ist, bei einer Weltmeisterschaft mit internationalen Gruppen anzutreten, und sich über die Jahre auch Freundschaften gebildet haben“, sagt Pressesprecherin und Mutter Emilia Schnitzler. Freilich wird heuer coronabedingt vieles anders sein: Es gelten strenge Regeln und Kontaktbeschränkungen, ein „Durchmischen“ der nationalen Gruppen soll vermieden werden. Dies gilt wahrscheinlich auch fürs gegenseitige Zuschauen. Natürlich zählt der olympische Gedanke: „Dabei sein ist alles“. Aber klar ist auch: Die SCE-Mädchen sind immer für tolle Platzierungen gut.

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