Abteilungsleiter Sepp Niedermair vom VfB Hallbergmoos beim Kegeln
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„Die Punkte kann uns keiner mehr nehmen“ – VfB-Spartenchef Sepp Niedermair, der auch selbst gerne kegelt, ist mit den Leistungen der Bundesliga-Mannschaft sehr zufrieden. Womöglich werden bald die Saisonziele angehoben.

Sportkegeln

Bundesliga-Asse im Wartestand: VfB-Abteilungsleiter Sepp Niedermair hofft auf einen Re-Start im Januar

  • Michael Leitner
    vonMichael Leitner
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Die Hallbergmooser Kegler sind von Corona ausgebremst worden. Im Interview spricht Abteilungsleiter Sepp Niedermair über den Wiedereinstieg in den Spielbetrieb.

Hallbergmoos – Die Sportkegler des VfB Hallbergmoos haben einen einzigartigen Lauf: Nach sechs Meistertiteln und sieben Aufstiegen in acht Jahren (!) sind die Männer in der 1. Bundesliga angekommen. Auch dort sorgten sie sogleich für Furore: Fünf Spiele, vier Siege, Tabellenplatz vier – diese Bilanz kann sich für einen Aufsteiger mehr als nur sehen lassen. Aktuell wird das Team jedoch von der Corona-Pandemie ausgebremst – sehr zum Leidwesen von Abteilungsleiter Sepp Niedermair. Im Tagblatt-Interview spricht der 62-Jährige über Hygienemaßnahmen, den Wiedereinstieg in den Spielbetrieb und die Knie von Thomas Schneider.

Herr Niedermair, gibt es seitens des Verbands schon konkrete Pläne, wann und wie es mit der Bundesliga weitergehen könnte?

Die Taskforce des Deutschen Keglerbunds Classic, die sich mit dem Thema Corona befasst, hat sich in der vergangenen Woche beraten und einen Drei-Stufen-Plan zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs ausgearbeitet. Wie der im Detail aussieht, kann ich nicht sagen, ich bin nicht in dieser Taskforce. Sicher ist aber, dass der Re-Start frühestens ab dem 2. Januar erfolgen wird.

Ist dieser frühe Zeitpunkt denn realistisch?

Ich gehe ganz fest davon aus, dass wir zu Jahresbeginn erstmal mit dem Training beginnen dürfen. In der Bundesliga gekegelt wird dann – wenn alles glatt läuft – wohl nicht vor Ende Januar. Wichtig ist, dass diese Entscheidungen mit den Landesverbänden abgestimmt werden, damit alle Clubs aus allen Bundesländern gleich behandelt werden und nicht der eine Verein früher einsteigen darf als der andere.

Kegeln unter diesen Voraussetzungen wäre nicht gefährlicher als Einkaufen.

Sepp Niedermair über das Hygienekonzept

Das würde bedeuten, dass durch den zweiten Lockdown mindestens neun bis zehn Spieltage ausfallen. Ist es überhaupt möglich, die noch nachzuholen?

Für Anfang Juni 2021 wäre die Weltmeisterschaft in Polen angesetzt. Wenn sie stattfindet, würde es eng werden. Wenn sie jedoch, wie das Turnier in diesem Jahr, abgesagt wird, hätten wir noch genügend Zeit, die Bundesliga-Saison zu Ende zu spielen. So oder so: Es hängt alles von der weiteren Entwicklung der Pandemie ab. Das Allerschlimmste wäre natürlich, wenn die Liga-Runde abgebrochen werden muss, und wir erst wieder im September starten dürften.

Wäre eine Einfachrunde eine Option?

Aktuell haben die Verbandsfunktionäre nur im Kopf, die Liga fertigzubringen. Sollten wir erst im März wieder spielen dürfen, könnte ich mir so einen Weg vorstellen. Derzeit können wir nur abwarten.

Halten Sie den zweiten Lockdown für die Sportkegler eigentlich für gerechtfertigt?

Ich kann nur meine persönliche Meinung aus Sicht von uns Keglern sagen. Kegeln ist eine Sportart, die mit null Kontakt auskommt. Wir haben ein super Hygienekonzept für den Sportpark. Man muss sich die Hände desinfizieren und eine Maske tragen. Auch die Kugeln werden desinfiziert, oder man spielt mit der eigenen. Es gibt bei Wettkämpfen keine Handshakes, die Abstände können überall eingehalten werden. Außerdem haben wir an den Kegelbahnen ein Belüftungssystem, das die Luft nicht umwälzt, sondern nach draußen befördert. Ich denke deshalb, dass Kegeln unter diesen Voraussetzungen nicht gefährlicher wäre als Einkaufen. Ich glaube, dass eher die privaten Feiern das Problem sind.

Für den VfB ist die Saisonpause sicher ärgerlich. Immerhin hätte es in der Bundesliga fast nicht besser laufen können.

Das stimmt, das Team hat bisher die Erwartungen übertroffen. Weil nach dieser Saison vermutlich vier Mannschaften absteigen werden, hatte ich anfangs schon Angst, dass es uns erwischen könnte. Aber wir haben eine starke Truppe – und mit dem Serben Radovan Vlajkov kegelt bei uns nun immerhin ein amtierender Mannschaftsweltmeister. Wir können sehr zufrieden sein. Wir haben nur zum Auftakt bei der Übermannschaft Zerbst verloren – doch da waren wir auch nicht schlecht. Das 1:7 war für uns okay, Hauptsache, es wurde kein 0:8.

Werden also die Ziele nach oben korrigiert?

Wir haben vor der Saison den Nichtabstieg als Ziel ausgegeben. Bis jetzt läuft es super – die Punkte, die wir schon haben, kann uns keiner mehr nehmen. Jetzt warten wir erst einmal die nächsten schweren Spiele ab – dann können wir zur Saisonhalbzeit unsere Ziele anpassen. Zu sagen, dass wir den vierten Tabellenplatz halten und damit im kommenden Jahr womöglich international spielen wollen – das wäre Stand jetzt vermessen.

Mit Neuzugang Thomas Schneider hat der VfB noch einen Spitzenmann in petto. Wann wird die Ikone des Landkreis-Kegelns denn erstmals für Hallbergmoos in der Bundesliga auflaufen?

Das wird noch etwas dauern. Der Tom hat einen Meniskus- und Knorpelschaden – die typischen Abnutzungserscheinungen eines Leistungssportlers. Das erste Knie hat er sich schon richten lassen, das zweite soll folgen. Danach wird er sich in aller Ruhe auf die neue Saison vorbereiten. In dieser Spielzeit wird es wahrscheinlich nichts mehr. Aber eines ist klar: Mit Thomas Schneider sind wir nochmal stärker.

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