Ludwig Westermeier trainiert in der Savoyer Au.
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Dehnen für die Muskulatur: Derzeit bereitet sich Ludwig Westermeier auf die Freiluft-Saison vor.

SPORTLER DES JAHRES - Mittelstreckler Ludwig Westermeier vom eigenen Erfolg ein wenig überrascht

Die 800 Meter sind auch eine Kopfsache

Platz drei bei der Wahl zum Sportler des Jahres belegte Ludwig Westermeier von der LAG Mittlere Isar

Freising - Der 18-jährige Ludwig Westermeier war vergangene Saison bei den Bayerischen Meisterschaften selbst ein wenig überrascht, als er über die 800 Meter als Fünfter ins Ziel kam. Zudem lief der Athlet von der LAG Mittlere Isar bei den Titelkämpfen im Erdinger Sepp-Brenninger-Stadion mit 2:03,45 Minuten auch eine persönliche Bestleistung. Das ist natürlich etwas, was einem Schub gibt und die Zielsetzung für die neue Saison forciert.

Im Falle von Ludwig Westermeier heißt das, er möchte 2021 wieder Bestzeit laufen – wenn möglich eine unterhalb der magischen Zwei-Minuten-Grenze. Dazu soll es auch wieder mit der Teilnahme an den Meisterschaften klappen, wo er so gut wie möglich abschneiden möchte. Leicht wird das nicht, denn Corona lässt seit Monaten keine richtige Saison-Vorbereitung zu. Meist muss er alleine trainieren und die Trainingspläne von Coach Sebastian Lodahl abarbeiten. Einmal in der Woche trifft er sich mit Moritz Sesselmann aus seiner Trainingsgruppe und die beiden laufen gemeinsam. Bei den normalen Joggingeinheiten ist häufig Papa Westermeier mit dabei. Dafür ist Ludwig sehr dankbar, denn zu zweit, sagt er, ist die Motivation raus zu gehen, doch noch stärker. So richtig nachvollziehen, warum in einem Individualsport unter freiem Himmel kein Training möglich sein soll, kann der 18-jährige Student nicht. Gerade im Hinblick auf Korrekturen bei der Technik oder dem Fokus auf Details und Taktik wäre es schon wichtig, wenn man hin und wieder mit Trainer arbeiten könnte. Das ist aber nach wie vor verboten, und die Hallen und Anlagen seit Monaten geschlossen.

Im vergangenen Jahr wurde der Freisinger in den bayerischen Mittelstreckler-Kader berufen. Das Training dort sei zwar sehr gut gewesen, sagt Westermeier, aber er sei sich unschlüssig, ob es für ihn das Richtige ist. Er würde sich mehr freuen, wenn er endlich wieder mit seiner Trainingsgruppe und den Freunden in Freising trainieren dürfte. Das sei das, was ihm an der Leichtathletik am meisten Spaß macht.

Laufeinheiten in der Savoyer Au: Westermeier wünscht sich, dass bald auch die Trainer wieder vor Ort sein können.

Angefangen hat der Drittplatzierte der FT-Sportlerwahl im zarten Alter von vier Jahren. Damals bei Trainerin Gaby Hagl, die ihn bis vergangenes Jahr den Großteil seines Weges begleitet hat. Dort dürfen sich Kinder und Jugendlichen in allen Disziplinen ausprobieren. So auch der junge Ludwig, dem die Wurfdisziplinen nicht so gelegen hätten, meint er heute. Aber die Sprungdisziplinen hätten ihm schon Spaß gemacht. Aber am besten sei er schon immer im Laufen gewesen. Zum Fußball habe es ihn nie hingezogen, das sei nicht so seines gewesen, erinnert sich der 18-Jährige noch gut. Dafür habe er ab dem zehnten Lebensjahr eine Pause von der Leichtathletik gemacht und sich im Badminton ausprobiert. Danach sei er aber gerne wieder ins Lager der Leichtathleten gewechselt und seitdem habe für ihn alles gepasst, erzählt der Lehramtsstudent für Englisch, Sport und Biologie.

Das Training und die Wettkämpfe machten ihm Spaß, im Verein seien nette Leute mit denen er sich prima verstehe. Einige davon sind echte Freunde geworden, mit denen zusammen Ludwig vor zwei Jahren auch schon den Breitensport-Übungsleiter gemacht hat. Seitdem betreut er mit einigen Trainerkollegen die Gruppe der neun- bis elfjährigen Kids. Eine Aufgabe, die wirklich Spaß macht und zu der er gerne hingeht, berichtet der Freisinger Mittelstreckenläufer. Und die Kinder lieben das Training mit Ludwig Westermeier, erzählt Gabi Hagl. Sie charakterisiert den 18-jährigen als freundlichen, hilfsbereiten, jungen Mann, der für jeden Spaß zu haben sei. Im Wettkampf sei Ludwig ein absoluter Kämpfer, der im 800-Meter-Lauf auf den letzten 200 Metern richtig beißen kann. Eine Eigenschaft, die er auch selbst für essenziell auf dieser Strecke hält. Außerdem sei es notwendig, sich selbst richtig gut einschätzen zu können und voll fokussiert im Lauf dabei zu bleiben. Denn nach Meinung von Ludwig Westermeier sind die 800 Meter auch eine Kopfsache, bei der man sich am Ende durchquälen muss. In seiner Freizeit ist der 18-Jährige, der 2020 sein Abitur gebaut hat, gerne an der frischen Luft und in der Natur. Im Winter auch gerne in Verbindung mit Skifahren oder Langlaufen.

Für die nähere Zukunft wünscht sich Ludwig Westermeier, dass ihm die Leichtathletik weiter so viel Spaß macht und vor allem, dass es bald wieder los geht.

Sepp Fuchs

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