MERKUR CUP - Werte im Fußball

Alle Beteiligtensind gefordert

  • vonJochen Jürgens
    schließen

Miroslav Klose fällt im Strafraum und der Schiedsrichter entscheidet auf Elfmeter. Er geht daraufhin zum SR und sagt, dass es kein Foul war - ein seltener Moment im Fußball (2005).

Eine Szene, die sich Spieltag für Spieltag im Landkreis wiederholt: Nach einem Pressschlag segelt der Ball über die Torauslinie. Während der Verteidiger natürlich einen Abstoß fordert, ist aus Sicht des Stürmers einzig ein Eckstoß die korrekte Spielfortsetzung. 

Egal, wie sich der Schiedsrichter entscheidet, fühlt sich einer der beiden Akteure benachteiligt – was sich nicht selten in vehementen Protesten äußert.

„Du bist doch der Schiri, du entscheidest!“

Immer öfter fordert dann der vermeintlich ungerecht Behandelte den Referee auf, den anderen Spieler zu befragen, wer zuletzt am Ball gewesen sei. 

Wenn der Unparteiische sich im Einzelfall darauf einlässt – allzu oft empfiehlt sich das Befragen nicht –, fallen die Reaktionen entsprechend vielfältig aus: Vom seltenen „Stimmt, ich war zuletzt dran“ über „Schiri, ich weiß es selber nicht“ bis hin zu „Nein, niemals habe ich den Ball berührt“ wird die ganze Bandbreite angeboten. 

Manch einer schiebt auch gerne dem Referee den Schwarzen Peter zu: „Du bist doch der Schiri, du entscheidest!“

Eigener Nutzen wichtiger als korrekte Entscheidung

Fakt ist allerdings, dass in den meisten Fällen der eigene Ballbesitz den Spielern und Trainern wichtiger ist, als zur korrekten Entscheidungsfindung beizutragen. 

Mitunter werden die Akteure für eine ehrliche Antwort sogar von den eigenen Mannschaftskameraden oder den Verantwortlichen an der Seitenlinie geschimpft.

Schiedsrichter sind auch nicht immer unschuldig

Doch auch die Unparteiischen sind nicht immer unschuldig. Im vorletzten Jahr entschied ein Schiri nach einem missglückten Torschuss auf Abstoß für die verteidigende Mannschaft. 

Ein Abwehrspieler hatte das Leder allerdings noch berührt und teilte dem Schiri mit, noch am Ball gewesen zu sein. Dieser jedoch beharrte auf seiner getroffenen Entscheidung. 

Einen weiteren Hinweis des Verteidigers auf das Abfälschen des Balls quittierte der Unparteiische letztlich mit einer Gelben Karte für den ehrlichen Fußballer und beließ es beim Abstoß.

Fairplay funktioniert nur dann, wenn alle mitmachen

Ob nun die Fußballer, die Trainer oder die Schiedsrichter – alle sind zu einem besseren, wahrheitsgemäßen Umgang miteinander aufgerufen. 

Denn selbst wenn in der aktuellen Situation, im gerade laufenden Spiel, aus einer Ungerechtigkeit ein Vorteil für das eigene Team entspringen mag, so bleibt das beim Gegner bis zum nächsten Duell gegeneinander unvergessen.  

Text: Jochen Jürgens

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Landkreis-Teams wappnen sich für Re-Start: Allershausen und Kranzberg gelingen Glücksgriffe
Um für einen möglichen Re-Start gerüstet zu sein, strecken die Landkreis-Vereine ihre Fühler auf dem Transfermarkt aus. Den Kellerkindern aus Kranzberg und Allershausen …
Landkreis-Teams wappnen sich für Re-Start: Allershausen und Kranzberg gelingen Glücksgriffe
„Gehöre wieder zu den Lebenden“: Niklas Ludwig (18) fasst nach Ironman schon nächste Ziele ins Auge 
Es ist vollbracht: Nach 9:11:29 Stunden hat Niklas Ludwig sein Ziel erreicht und einen Ironman quer durch den Kreis Freising gefinisht. „Ich bin komplett überwältigt“, …
„Gehöre wieder zu den Lebenden“: Niklas Ludwig (18) fasst nach Ironman schon nächste Ziele ins Auge 
„Was macht eigentlich...?“ Für Ringer-Trainer Sepp Fritsch war die Turnhalle das zweite Zuhause 
Sein Engagement für den Ringkampfsport zieht sich wie ein roter Faden durch sein bisheriges Leben: Sepp Fritsch (64) war 37 Jahre lang als Aktiver respektive als Trainer …
„Was macht eigentlich...?“ Für Ringer-Trainer Sepp Fritsch war die Turnhalle das zweite Zuhause 
Kreis Donau/Isar: Der Fahrplan für einen möglichen Re-Start steht
Am 5./6. September soll es im Fußballkreis Donau/Isar wieder um Punkte gehen. Zudem gibt es Ligapokale von der Kreisliga bis zur C-Klasse.
Kreis Donau/Isar: Der Fahrplan für einen möglichen Re-Start steht

Kommentare