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Zwei bärenstarke Spielerinnen: Franca (l.) und Fiona Brosch haben in ihrer jungen Karriere bereits viele Erfolge gefeiert – die hätten sie a ber auch und vor allem ihrem Team zu verdanken. 

Das dynamische Schwestern-Duo

Franca und Fiona Brosch von den Freising Grizzlies gehören zur deutschen Softball-Spitze

Sie zählen zu Deutschlands besten Softballspielerinnen: Franca und Fiona Brosch von den Freising Grizzlies. Ihren Erfolg machen sie vor allem am Teamgeist fest.

Freising – Sie sind trotz ihres jungen Alters seit Jahren unter Deutschlands besten Softballspielerinnen: Franca und Fiona Brosch von den Freising Grizzlies. Doch die Corona-Krise hat das Ziel „Deutsche Meisterschaft 2020“ für das Grizzlies-Team – immerhin Vizemeister 2019 – erst einmal in weite Ferne gerückt.

Die 19- und die 22-Jährige aus Hallbergmoos versuchen, fit zu bleiben, und hoffen das Beste: Fiona Brosch wünscht sich, „dass wir bald wieder zusammen als Team trainieren können und vielleicht das eine oder andere Match stattfinden wird – ob nun im normalen Spielbetrieb oder als Freundschaftsspiel“.

Angefangen haben die beiden mit Baseball in Hallbergmoos, als sie ungefähr sechs Jahre alt waren. Nach einem kurzen Zwischenspiel bei den Schwaig Red Lions wechselten sie im Alter von acht (Franca) beziehungsweise zwölf Jahren (Fiona) zu den Freising Grizzlies, wo für junge Mädchen neben Baseball sehr früh auch schon Softball angeboten wird. Dass die Grizzlies-Damen und -Mädchen so stark sind, liegt sicher auch daran, dass die meisten von ihnen in jungen Jahren doppelt – also bei den Schülern im Livepitch und bei der U 13 der Mädchen – trainieren und spielen.

Mit Biss und einem freien Kopf

Später haben sich die Brosch-Schwestern dann sehr erfolgreich auf Softball spezialisiert. Franca spielt auf der Position des Catchers, „und das auch sehr gerne“. Fiona ist Pitcherin und im Center Field zu Hause und schätzt beides: „Ich bin sehr gerne Pitcherin, man hat viel Verantwortung und Kontrolle über die Partie, was mir viel Spaß macht. Doch ich mag auch das Outfield: Ein toller Catch oder guter Wurf kann ja manchmal spielentscheidend sein.“ Beim Schlagen lobt Franca die „Rücksprachen mit unserem ehemaligen Coach Mike Pullias“, aber auch neue Übungen von Mariessa Davies, die bis vor ihrer Corona-bedingten Heimreise in die USA vor kurzem die Damen betreut hat, und nennt als Grundvoraussetzungen „Biss und einen freien Kopf“. Und Fiona sagt über das Schlagen: „Übung macht den Meister! Ich hatte das Glück, schon mit vielen verschiedenen Coaches zu arbeiten, und kann dadurch das umsetzen, was am besten zu mir passt.“

Und was machen die beiden Softballerinnen außer Softball? Franca studiert Landschaftsbau und -Management und hat dafür gerade ein sechswöchiges Praktikum absolviert. Fiona hat ihren Bachelor in Gesundheitswissenschaft abgeschlossen, arbeitet jetzt und plant, im Winter das Masterstudium aufzunehmen.

Workout von der Nationalmannschaft

Fit halten sich die beiden mit regelmäßigem Joggen sowie gemeinsamen Workout-Programmen. „Hin und wieder rutschen dort auch ein paar Mobility-Übungen im Zimmer rein, die mir beim Catchen helfen, die Balance zu halten“, erläutert Franca. Fiona hat von den Trainern der Nationalmannschaft unterschiedliche Workout-Programme bezüglich Kraft und Ausdauer bekommen: „Die versuche ich regelmäßig zu Hause im Garten oder auf den umliegenden Feldern durchzuziehen. Oft zusammen mit meinen Geschwistern, wodurch wir uns gegenseitig motivieren können. Pitchen und Schlagen kommt momentan leider zu kurz, aber ein bisschen Technik geht auch hier.“

Doch Softball ist ein Teamsport: Die beiden vermissen ihre Mitspielerinnen. Mit denen verbinden sie schöne Erinnerungen wie die Deutsche Meisterschaft bei der U 19 in Neunkirchen, an die Franca gerne zurückdenkt. „Eine besondere Bedeutung für mich haben auch die Auszeichnungen als MVP (wertvollster Spieler, Anm. d. Redaktion)bei diversen Turnieren oder die U16-EM in Ostrava, die mir noch nach all den Jahren zeigt, dass sich die harte Arbeit lohnt.“

Fiona meint: „Der zweite Platz bei der U19-EM im Jahr 2012 ist definitiv ein Highlight gewesen. Bei einigen Turnieren konnte ich auch diverse Einzelpreise gewinnen, doch der MVP auf dem Kürbis Cup 2015 und der Best Batter (beste Schlagleistung, Anm. d. Redaktion) bei der deutschen Meisterschaft 2019 werden mir noch lange in Erinnerung bleiben.“

Fantastischer Teamspirit

Und dennoch stünden die schönsten Erfahrungen immer in Verbindung mit dem Team. „Zum Beispiel, als die Grizzlies zum ersten Mal nach langer Zeit wieder Deutscher U19-Meister geworden sind“, blickt Fiona zurück. „Oder dieser fantastische Teamspirit, der uns durch die letzte Saison getragen hat. Der Zusammenhalt bei uns im Team hat sich in den vergangenen Jahren enorm gesteigert – das macht den Sport so liebenswert. Ich kann mich auf jede einzelne Spielerin verlassen, ob auf oder neben dem Platz. Der lustige und kameradschaftliche, aber auch ehrgeizige Mannschaftsgeist macht die Freising Grizzlies definitiv zu meinem Lieblingsteam.“

Besonders beeindruckt haben Franca ihre frühere Teamkollegin Hannah Link und ihre große Schwester: „Zu ihnen sehe ich immer sehr auf, da sie für mich spielerisch das verkörpern, was ich als Catcherin und am Schlag erreichen möchte. Zusätzlich haben mich die Coaches Armin Hegen und Mike Pullias dorthin gebracht, wo ich heute stehe, da diese mich stark gefördert haben und sie mir auch noch nach all den Jahren hilfreiche Tipps geben.“

Fiona macht ihre Erfolge ebenfalls am Teamgeist fest. Vorangebracht hätten sie „generell die vielen verschiedenen Spielerinnen und Spieler, mit denen ich auf dem Platz stehen durfte und die nicht nur das Softball, sondern auch die Zeit drum herum so unterhaltsam gemacht haben“. Nicht vergessen dürfe man Mike Pullias, der sie auch mental enorm gefördert hätte. „Und natürlich meine Eltern, nicht nur als langjährige Fahrer, sondern auch als Stütze in jeder Lebenslage.“

Daniela Seulen

Lesen Sie auch: Sie war 1984 für viele die Olympia-Hoffnung: 400-Meter-Läuferin Rita Daimer. Aus ihrem Auftritt wurde verletzungsbedingt leider nichts, und sie schlug eine andere Laufbahn ein. Wir haben nachgefragt. Um in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen fit zu bleiben, haben sich Felix und Paul Ilberg etwas einfallen lassen: Sie drehen Sportvideos für Youtube. Die Resonanz ist riesig.

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