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Das Tischtuch ist zerschnitten: Die Frauen der HSG und ihr Erfolgstrainer Peter Mesiarik gehen getrennte Wege. 

Handball-Bayernliga 

Mesiarik zieht Schlussstrich

Freising – Es ist eigentlich unglaublich, aber wahr: Peter Mesiarik ist ab sofort nicht mehr Trainer der Handballfrauen der HSG Freising-Neufahrn.

Fünfeinhalb Jahre erlebte er dort eine Erfolgsgeschichte nach der anderen, unter ihm schafften die Frauen mit dem vierten Platz in der Bayernliga im vergangenen Jahr das beste Ergebnis der Vereinsgeschichte. Aber trotz guter Resultate in dieser Saison verschlechterte sich die Stimmung innerhalb der Truppe. Mesiarik zeigte sich geschockt: „Bis Dezember dachte ich, dass alles super läuft.“ Er setzte sich sogar mit der Abteilungsleitung zusammen, um einen Plan für die kommenden Jahre aufzustellen. Schließlich hatten fünf Leistungsträgerinnen aufgehört – darunter mit Sabine von Bechen und Monika Gaisbacher zwei absolute Ikonen des Vereins. Trotzdem schaffte man es nach anfänglichen Schwierigkeiten, in der Vorrunde noch zehn Punkte einzuheimsen – damit gerade einmal vier weniger als zwölf Monate zuvor. Mesiarik: „Ich musste eine ganz neue Truppe aufbauen und ich dachte eigentlich, dass alles passt.“ In der Weihnachtszeit aber hörte er erstmals Stimmen, dass Teile der Mannschaft nicht zufrieden mit ihm seien. „Offiziell wurde mir von der Abteilungsleitung übermittelt, dass die Frauen etwas Neues wollen.“ Das sei für ihn allerdings „ein großer Schmarrn.“ Vielleicht zwei, drei wären seit Beginn seiner Ära dabei gewesen, der Rest nach und nach dazugekommen: „Über die Hälfte ist sogar erst seit zwei Jahren dabei.“ Mesiarik fügte ein wenig frustriert an: „Wenn ein paar verwöhnte Kids meinen Weg nicht mitgehen wollen, dann muss man sich trennen.“ Und so geschah es am Dienstag. Seit 25 Jahren ist er in Deutschland, hat dabei nur zwei Vereine trainiert: „Das zeigt meine Loyalität, und ich hatte sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen Erfolge.“ Aber so sei nun mal das Geschäft. Mesiarik bekräftigte außerdem, dass er nie etwas Schlechtes über seine Truppe gesagt habe und meinte: „Nach diesen Aussagen kann ich nicht noch drei Monate weitermachen. Daher habe ich mich entschlossen, sofort aufzuhören.“

Ingrid Schuhbauer war in dem ganzen Vorgang zwar nicht intensiv involviert. Sie betonte jedoch: „Sein Abgang ist sehr schade, allerdings ist es auch ein Wunder, das Peter es über fünf Jahre mit einer Damenmannschaft ausgehalten hat.“ Jetzt will der Ex-Coach erst einmal eine kleine Pause einlegen und sich dann die kommenden Angebote anhören.

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