Eine Beachvolleyball-Spielerin hechtet im Sand nach dem Ball.
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Rasante Beach-Action: 2020 konnten die Freisinger trotz Corona ein hochklassiges Masters ausrichten.

Corona-Lockdown

Beachsaison: Sportclub-Volleyballer nehmen sich in die Pflicht

  • vonPeter Spanrad
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Die Volleyball-Abteilung des SC Freising bereitet alles für einen möglichen Trainingsbetrieb ab Mitte April vor. Der Termin für das Beach Masters steht bereits.

Freising – Die Corona-Pandemie beeinflusst und verändert seit einem Jahr das Leben der Menschen in vielen Bereichen. Mannschaftssportarten wie beispielsweise Volleyball sind auf Eis gelegt. Wie geht es weiter angesichts der anrollenden dritten Welle und des verlängerten Lockdowns? Die Volleyballer des SC Freising blicken deshalb mit Sorgen in die Zukunft, hoffen jedoch, dass nach dem 18. April mit Beachvolleyball auf den vereinseigenen vier Plätzen gestartet werden kann.

Die Volleyballsaison 2020/21 fiel Corona zum Opfer. Die Lust, endlich mal wieder einen Volleyball zwischen den Fingern spüren zu können, ist groß. „Aber trotzdem müssen wir schon auch sehen, dass wir Freizeitsport betreiben und es für viele Menschen derzeit andere Prioritäten gibt, als die Frage: Wann kann ich wieder Volleyball spielen?“, gibt Dejan Jankovic, Abteilungsleiter des SC Freising, zu bedenken.

Austritte halten sich in Grenzen

Freilich macht er sich Gedanken und auch Sorgen, wie es jetzt weitergeht: Von einigen Volleyballclubs weiß er mittlerweile, dass sich Mitglieder aus dem Vereinsgeschehen verabschiedet haben. Seit einem Jahr ist praktisch in der Halle kein Training möglich. Viele haben sich daher wohl gefragt, wofür sie Beiträge bezahlt haben. „Manche Vereine hatten deshalb überlegt, ob sie ihren Mitgliedern den Vereinsbeitrag für 2020 zurückerstatten sollen“, erklärt Jankovic. „Der Verband hat davon aber dringend abgeraten, weil dann der Verein seine Gemeinnützigkeit verliert.“ Er sei froh, dass nur sehr wenige Mitglieder die Volleyball-Abteilung des Sportclubs verlassen hätten. „Das ist im Prinzip nicht viel anders als in den Vorjahren. Eine normale Fluktuation. Freilich verzeichnen wir kaum Neuzugänge.“

Ein Schattendasein fristet der Mannschaftssport seit Monaten. Sofern es das Pandemie-Geschehen zulässt, könnten ab Mitte April wieder alle Freisinger Beachvolleyballer auf der Sonnenseite stehen.

Die anrollende dritte Welle wird wohl in nächster Zeit kaum ein Hallentraining zulassen. Doch die SCF-Volleyballer hoffen, dass die Politik nach dem 18. April, wenn der verlängerte Lockdown endet, zumindest Beachvolleyball im Freien genehmigen wird. „Wir könnten auf alle Fälle kontaktfreies Training im Freien ermöglichen“, sagt Jankovic. Mit dem aktuellen Lockdown könnten die Volleyballer einigermaßen gut leben: „In den letzten Jahren haben wir auch kaum früher mit dem Beachen begonnen.“ Es bleibe ohnehin nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass es nach dem 18. April losgeht. „Wir müssen uns einfach gedulden“, meint der SCF-Spartenchef.

Um vorbereitet zu sein, werden die Sportclub-Volleyballer in den nächsten Wochen ihre vier Plätze aus dem Winterschlaf holen und für die Sommersaison fit machen. „Gleichzeitig werden wir uns mit allen Übungsleitern online treffen und uns überlegen, wie wir einen sinnvollen Trainingsbetrieb organisieren können“, verrät Jankovic. Denn während die SCF-Volleyballer in der Vergangenheit kein durchorganisiertes Beachtraining auf dem Plan hatten, soll sich das jetzt ändern. „Wir haben in den letzten Monaten ja nicht trainieren können, alle wollen endlich wieder richtig spielen.“

Wir könnten auf alle Fälle kontaktfreies Training im Freien ermöglichen.

Sportclub-Abteilungsleiter Dejan Jankovic

Besonders am Herzen liegt Jankovic der Nachwuchs: Er könne sich vorstellen, dass die Übungsleiter, sofern es denen terminlich ausgeht, Trainingszeiten anbieten. Das sei aber auch immer vom Wetter abhängig. „Deshalb haben die Mannschaften in der Vergangenheit immer sehr kurzfristig über ihre WhatsApp-Gruppe ein Treffen auf der Beachanlage vereinbart.“ Offen ist Jankovic auch dafür, dass Vereinsfremde auf den Plätzen des Sportclubs vorbeischauen können. „Da findet sich dann sicherlich eine Freizeit- oder eine Jugendmannschaft, bei der man mitspielen kann.“

Sollten die Inzidenzzahlen ab Mai einen Wettkampfbetrieb im Freien zulassen, hat der Bayerische Volleyball-Verband (BVV) in Aussicht gestellt, eine kleine Punkterunde zu organisieren – nicht wie beim Beach mit Zwei gegen Zwei, sondern mit Vier gegen Vier. „Das ist eine gute Idee, Genaueres wissen wir jedoch noch nicht“, sagt Jankovic.

Dejan Jankovic macht sich auch schon Gedanken über die Hallensaison.

Der BVV plant jedenfalls bereits seine großen Beachmeisterschaften. Beim Sportclub haben die Organisatoren nachgefragt, ob in Freising wie in den vergangenen Jahren ein hochklassiges Beach Masters ausgetragen werden könne. „Wir haben als Termin das Wochenende, 19. und 20. Juni, eingeplant“, hat Jankovic vorab schon mal zugesagt. Er würde – wenn es Corona erlaubt – am liebsten parallel zum Masters ein Beach-Turnier für Schul- und Firmenteams anbieten. „Solche Turniere haben in der Vergangenheit immer großen Zuspruch gefunden.“

Abteilung geht beim Masters kein Risiko ein

Mit Blick auf die Inzidenzwerte im Landkreis kommen dem Abteilungsleiter jedoch Zweifel, ob es im Juni die Erlaubnis für solche Wettkämpfe überhaupt geben wird. Deshalb will er keinesfalls das Risiko eingehen, mit großem finanziellem Aufwand in der Luitpoldanlage einen Centercourt mit Tribünen einzurichten. „Wir müssen wahrscheinlich sehr kurzfristig planen.“

Egal, wie sich nun die Corona-Pandemie in den nächsten Wochen entwickeln wird, ist Jankovic froh, dass die Volleyballer bislang ihrem Club die Treue gehalten haben. Die Abteilungsleitung sei nun in der Pflicht, für die Mitglieder alles vorzubereiten, damit zumindest ein Trainingsbetrieb im Freien möglich sein könnte.

Wie es insgesamt mit dem Volleyballsport in den nächsten Monaten weitergeht, kann Jankovic momentan nicht absehen: „Wir würden uns natürlich freuen, wenn wir zumindest ab September wieder mit einem Hallentraining beginnen könnten.“ Der Volleyball-Verband hat bisher allerdings noch keinen Plan B, wenn der Impfplan nicht bis in den Spätsommer abgewickelt werden könnte. Dann müsse man eventuell den Saisonstart verschieben oder die Ligen kleiner gestalten, um eine abgespeckte Saison planen zu können, so die Überlegungen von Jankovic. Nun liegt der Fokus aber zunächst einmal auf der Beachsaison. In der Hoffnung, dass die Corona-Entwicklung nicht dazwischenfunkt.

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