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Der Amateursport verharrt im Winterschlaf: Bis im Hallbergmooser Stadion am Airport wieder Punktspiele ausgetragen werden können, dürfte noch einige Zeit verstreichen.

Fußball

Corona-Lockdown verlängert: Die Landesligisten sehen schwarz

  • vonNico Bauer
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  • Matthias Spanrad
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Der Lockdown wurde bis 14. Februar verlängert – der Re-Start im Fußball ist in weiter Ferne. Coach Alex Plabst vom SE Freising hat den Ligapokal schon abgehakt.

Landkreis – Die Infektionszahlen sind noch immer hoch, die Politik hat den Lockdown bis 14. Februar verlängert. Das bedeutet: Im Amateursport ist derzeit nicht einmal ansatzweise an eine Rückkehr zum Regelbetrieb zu denken. Ende Februar sollte eigentlich der Ligapokal das Spieljahr 2021 der Fußball-Landesligisten eröffnen – doch für diesen Wettbewerb sehen die Verantwortlichen der beiden Landkreisteams schwarz.

VfB Hallbergmoos

Beim VfB Hallbergmoos gebe es derzeit keine Planungen für den Re-Start, sagt Sportlicher Leiter Anselm Küchle. Er ist darauf vorbereitet, dass man, wenn Grünes Licht erteilt wird, schnell sein muss: „Ich gehe davon aus, dass wir diesen Winter nicht mehr als drei Wochen Vorbereitung bekommen werden.“

Aktuell sind die ersten Gruppenspiele im Ligapokal offiziell vom Verband abgesagt. Küchle denkt jedoch schon einen Schritt weiter und sieht eher schwarz für den Nebenwettbewerb: Ihn würde eine komplette Absage des Ligapokals nicht überraschen, weil der Terminplan mit zwei Wettbewerben, wenn irgendwann wieder gespielt werden darf, zu eng wäre. Hier ist für ihn auch die Fußball-Europameisterschaft ein wesentlicher Faktor: Wenn das in mehreren Ländern stattfindende Turnier tatsächlich nach Plan durchgezogen werden würde, dann könnten die Amateurfußballer ihre Punkterunde zeitlich nicht allzu weit nach hinten verlängern.

Thomas Edlböck (VfB): Der Mittelfeldspieler ist während des Lockdowns der Hallberger Trainingsweltmeister.

Küchle ist derzeit sehr bemüht, den Kontakt mit den Coaches und den Spielern zu halten. Dazu wird über eine App individuell trainiert – und das Engagement in der Truppe stimmt. „Thomas Edlböck ist weiter unser Trainingsweltmeister“, erzählt Küchle. Der Mittelfeldspieler wurde kürzlich Vater – und absolviert nun offenbar das heimische Fitnesstraining mit der Tochter auf dem Arm. Diese individuelle Fitness sei die Basis, um dann auch mit nur drei Wochen Vorbereitung für die Liga startklar zu sein.

Der verlängerte Lockdown hat den Vorteil, dass mittlerweile der komplette VfB-Kader wieder gesund ist. So hat Sturmhoffnung Fabian Diranko seine Verletzungen überwunden und ist damit bereit für den Fußball. Und auch Defensivakteur Andreas Giglberger wurde nach monatelanger Pause von den Ärzten wieder gesundgeschrieben. Somit besteht beim Tabellenzweiten der Landesliga Südost die Chance, mit der vollen Kapelle in die entscheidenden Wochen beim Kampf um die Meisterschaft gehen zu können.

SE Freising

Keine Hoffnung auf einen baldigen Einstieg in den Betrieb hat Alex Plabst, Sportlicher Leiter und Landesliga-Coach beim SE Freising: „Vor Ende März oder Anfang April werden wir sicher nicht spielen.“ Und weiter: „Den Pokal haben wir sowieso schon abgehakt“, wischt Plabst einen Teil des ausstehenden Pflichtprogramms beiseite. Bleibt also noch der Liga-Betrieb, doch auch hier hat der SEF-Coach wenig Hoffnung auf eine problemlose Umsetzung. „Dafür müsste es Anfang März schon mit der Vorbereitung losgehen.“ Zwei Wochen Online-Training könnte es geben, und danach müssten mindestens vier Wochen Mannschaftstraining anstehen.

Alex Plabst (SEF): „Vor Ende März oder Anfang April werden wir sicher nicht spielen.“

Plabst glaubt außerdem, dass der Amateursport – anders als nach dem ersten Lockdown – diesmal keine Bevorzugung erhalten werde. 2020 war recht bald wieder Mannschaftssport möglich. „Da wird es“, meint der SEF-Trainer, „nicht unberechtigten Gegenwind aus anderen Branchen geben.“

Daher gibt es für ihn – neben der Streichung des Ligapokalwettbewerbs natürlich – lediglich zwei mögliche Szenarien: Entweder ist allerspätestens im April ein regulärer Betrieb möglich, und die laufende, Mitte Juli 2019 begonnene Saison wird mit genügend Trainingsvorlauf zu Ende gespielt. Oder der Verband cancelt die Runde, findet individuelle Lösungen für den Auf- und den Abstieg und startet im Sommer eine komplett neue Spielzeit. „Keinen Sinn macht es, eine Runde in ein dann drittes Jahr zu ziehen“, sagt Plabst. Freisings Landesliga-Fußballer halten sich bis zu einer Entscheidung individuell fit und harren der Dinge. Viel mehr können sie angesichts des Lockdowns derzeit ohnehin nicht tun.

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