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Corona-Schutz geht vor Pistengaudi

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Gut gelaunte Teilnehmer vom Skiclub Mauern beim Brettlspaß.
So gut gelaunt war der Skiclub Mauern vor Corona in den Skigebieten unterwegs. Auch in diesem Winter könnte die Pandemie ein Stimmungskiller werden. © Skiclub Mauern

Ob Kinder, Jugendliche und Erwachsene: Alle sind heiß aufs Skifahren. Aber es gibt viele Anzeichen, dass der Brettlspaß auch in diesem Winter ausgebremst wird.

Landkreis - Die Inzidenzwerte in vielen bayerischen Landkreisen und Skigebieten sind vierstellig. Österreich verkündete einen Lockdown bis Mitte Dezember. Aktivitäten oder Veranstaltungen scheinen bis auf Weiteres außerhalb von 2G oder 2G-plus kaum machbar. Das sind alles andere als gute Rahmenbedingungen, um den Skisport-Winter 2021/22 zu planen. Die Skiclubs des Landkreises hoffen trotz der unsicheren Corona-Lage, dass ihre Mitglieder in diesem Winter ihrem Hobby noch nachgehen können. Der Start verläuft bislang holprig – und er ist ähnlich wie im Vorjahr von Absagen geprägt.

Skiclub Haag

Mitte November wurde erneut der Ski-Flohmarkt abgesagt. Es habe zwar im Vorfeld einige wenige Anmeldungen gegeben, jedoch alles sehr zögerlich, sodass man schweren Herzens diesen Entschluss fassen musste, berichtet der Vorsitzende des Skiclubs Haag, Martin Arzberger. Aufgrund der Pandemielage wurde auch der Adventsmarkt Anfang Dezember gecancelt.

Was die Aktivitäten auf den Pisten angeht, sieht der Skiclub-Chef bis Anfang Januar schwarz. Er hat die Hoffnung aber nicht aufgegeben: „Wir sind zuversichtlich, dass sich Ende Januar, Anfang Februar noch etwas tut. Aber wir müssen uns freilich nach den Vorgaben richten und wissen es deshalb nicht.“

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Geplant wäre bei den Haagern einiges. Jeweils zwei dreitägige Ski- und Snowboardkurse im Februar und März, dazu einige Tagesskifahrten nach St. Johann. Ob diese Pläne auch in die Tat umgesetzt werden? Das liege nicht in der Hand des Vereins, weiß Arzberger. Der Skiclub Haag werde sich auch künftig an die geltenden Regeln halten. Das könne aber dazu führen, dass Events kurz vorher abgesagt werden, selbst wenn das die Situation schwierig mache. „Das gilt insbesondere für die Übungsleiter, die nicht wissen, ob sie gebraucht werden oder nicht“, schildert der Vorsitzende. Während bei den Übungsleitern die Zahl nahezu konstant geblieben ist, hat der Skiclub bei den Mitgliedern einiges verloren: Von 500 Mitgliedern vor der Pandemie ist die Zahl mittlerweile auf 360 abgesunken. Martin Arzberger zeigt dafür sogar Verständnis. „Viele fragen sich trotz des geringen Beitrags: Warum soll ich den bezahlen, wenn nichts geht? Die Situation ist mittlerweile für alle Vereine schwierig, weil auch die Vereinsgemeinschaft auseinanderbricht – das ist das Hauptproblem! Das ganze Vereinsleben ist ja tot.“

Skiclub Mauern

Vor einigen Tagen fand in Mauern zumindest der Skibasar statt. „Wahrscheinlich, weil wir die einzigen sind, bei denen das draußen stattfindet und wir das Gelände kostenfrei zur Verfügung stellen“, meint Mauerns Skiclub-Vorsitzende Margit Wisheu. Dagegen sind die Betreuerfahrt, die interne Übungsleiter-Fortbildung, die Weihnachtsfeiern, die Skifahrt der Fördergruppe sowie die Skikurs-Termine im Dezember bereits abgesagt. Die Anmeldungen beispielsweise für die Kinder-, Jugend- und Erwachsenen-Skikurse im Januar, die Drei-Tages-Skifahrt in Sölden und die Südtirol-Fahrt laufen aber weiter. Damit möchte man ein Gefühl dafür bekommen, inwieweit überhaupt Bedarf bestehen würde.

„Ich befürchte allerdings, dass die Corona-Zahlen nicht so schnell sinken werden. Da sehe ich das für den Januar relativ düster“, orakelt die Mauerner Skiclub-Chefin. „Natürlich hoffe ich, dass danach etwas möglich ist. Da aber Österreich ab Februar die Impfpflicht einführt, könnte das für einige Gäste und auch für die Kinder schwierig werden. Man muss sehen, wie sich die Lage entwickelt. Wir werden jedoch nicht, nur weil wir es dürfen, alles auf eine Karte setzen und mit aller Gewalt durchziehen.“

Diese Prämisse könnte auch für den beliebten Skihaserl-Ball am 29. Januar gelten. „Ansonsten versuchen wir eh, alles, was irgendwie möglich ist, zu machen. Aber wir haben auch schon alles vorbereitet, um wieder Online-Kurse anzubieten.“ Eine Advents-Lauf-Challenge gibt es heuer auf jeden Fall wieder.

Sollten auch 2022 keine Skifahrten möglich sein, wäre das aus Sicht von Margit Wisheu zwar extrem traurig: „Aber wenn es überall in den Krankenhäusern und im Gesundheitssystem brennt, muss man nicht auch noch mit Bussen zum Skifahren fahren und Risiken eingehen – egal, ob auf der Straße oder auf der Piste. Da gehört das Gesundheitssystem geschützt.“

Skiclub Au

In Au wird dieses Jahr gar kein Skikurs angeboten. Denn dies hätte eine aufwändige und frühzeitige Planung erfordert, was unter den gegebenen Umständen nicht möglich gewesen wäre, sagt Vorsitzender Klaus Brendel. Wegen der jüngsten Entwicklungen in Bayern und Österreich seien mittlerweile die Weihnachtsfeier und der Saisonauftakt in Kaltenbach abgesagt. Ziemlich sicher werden wohl auch die beiden weiteren Skitermine im Dezember gecancelt. Die für 2022 geplanten Events bleiben jedoch weiterhin im Kalender und können auch gebucht werden.

„Meine aktuelle Einschätzung ist, dass wir dieses Jahr genauso wenige Veranstaltungen machen wie im vergangenen Winter“, befürchtet Brendel. „Zwar sind wir weiter guter Dinge und hoffen, aber wir müssen uns dann auch der aktuellen Realität stellen und – wenn nötig – die geplanten Veranstaltungen kurzfristig wieder absagen.“ Das könnte auch für die Aktivitäten des Skiclubs im kommenden Fasching gelten, glaubt Brendel, denn: „Wir können nicht auf der einen Seite feiern, während auf der anderen Seite die Kranken immer mehr werden.“ Erfreulich für den Vorsitzenden: Die Mitgliederzahl ist – trotz des ausgefallenen vergangenen Winters und der unsicheren Aussichten für diesen – nahezu unverändert geblieben.

Skiclub Hohenkammer

„Angebote haben wir. Ob wir sie nutzen können, wissen wir noch nicht“, erzählt Abteilungsleiterin Vroni Kistler. Vor allem bei den Erwachsenen-Tagesfahrten nach Österreich im Januar und Februar könnte es schwierig werden, überhaupt auf die Mindestanzahl von 30 Teilnehmern zu kommen. „Die Frage ist: Wie viele Leute fahren überhaupt mit, wenn ich sage, nur 2G und mit FFP2-Masken?“, weiß die Skiclub-Chefin. „Ich bin da auch schon per E-Mail angefeindet worden, dass ich die Ungeimpften diskriminieren würde. Aber die Regeln werden ja nicht von mir oder dem Verein gemacht, sondern es sind die Regeln, die man als Verein einzuhalten hat.“

Besonders liegt Vroni Kistler der Kinder-Skikurs im Januar am Herzen. Der würde nur in bayerische Skigebiete führen. Und da würde sie notfalls sogar bis eine Woche vor dem Termin warten, bis der Kurs tatsächlich abgesagt werden müsste. Denn die Anmeldungen zeigten, dass die Kinder schon ganz heiß darauf sind, endlich wieder Ski zu fahren. Aber nicht nur die, weiß die Vorsitzende: „Von uns Erwachsenen ist im vergangenen Winter gar keiner auf den Skiern gestanden – und deswegen scharrt natürlich dieses Jahr jeder mit den Hufen.“

Umso schwerer sei es ihr vor vier Wochen gefallen, die Familienfreizeit in der Wildschönau vom 2. bis 5. Januar schon im Vorfeld abzublasen. Doch ein Telefonat mit dem Hüttenwirt in Österreich habe schon erahnen lassen, dass der Aufwand für das Corona-Testen und das Einhalten von Regularien dermaßen unklar und groß sein würde, dass es besser sei, das Event gar nicht anzubieten.

Josef Fuchs

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