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Fußball im und auf dem Kopf: Die Kreisliga-Kicker des FC Moosburg – hier Benedikt Einhauser (l.) in einer Spielszene von 2019 – trainierten in Kleingruppen. Beim SV Kranzberg bleibt Anton Kopp (r.) über die laufende Saison hinaus Coach. Wann er mit seiner Truppe wieder trainieren kann, ist unklar.

Unterschiedliche Pläne in Kreisliga 2

„Mehr geredet als gespielt“: So reagieren die Landkreis-Klubs auf die Trainingserlaubnis

  • vonMatthias Spanrad
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Wie geht‘s weiter bei den Landkreis-Klubs aus der Kreisliga 2? Einer hat das Training schon halbwegs wieder aufgenommen – ein anderer hat eine wichtige Personalie geklärt.

Landkreis – Rollt der Ball nun wieder? Oder halten ihn die Teams bewusst flach? Fakt ist: Seit vergangenem Montag haben die Vereine die Möglichkeit, das Training wieder aufzunehmen – wenn auch unter strengen Auflagen. Unter den Landkreis-Klubs aus der Kreisliga 2 gibt es einen, der die Chance, wieder kicken zu dürfen, bereits am Schopf gepackt hat, während ein anderer in personeller Hinsicht Nägel mit Köpfen gemacht hat.

BC Attaching

„Grundsätzlich halten wir den Ball erst einmal flach“, berichtet Abteilungsleiter Sigi Brunnhuber. Schnellschüsse waren und sind nicht das Ding der Attachinger. Zwar hat die Politik das Training grundsätzlich freigegeben, allerdings fehlt noch das Placet aus der Freisinger Stadtverwaltung. Deshalb erübrigen sich erst einmal alle Pläne, wieder auf die Anlage zurückzukehren – zumindest diese Woche bleibt’s beim BCA ruhig. Für den kommenden Dienstag haben die Verantwortlichen ein Treffen mit den Trainern der Herrenteams vereinbart – da werde man dann diskutieren, wie man vorgehen wolle, erklärt Brunnhuber. „Vor allem die Spieler aus unserer Zweiten fragen schon nach, wann es weitergeht.“

Doch auch wenn die Zustimmung der Stadt irgendwann vorliegt: Mit Gewalt drängen die Attachinger nicht zurück auf den Rasen. „Mit Sicherheit wird es ein Angebot für ein Training geben“, betont Brunnhuber. „Aber alles auf freiwilliger Basis.“ Immerhin sei es noch viel zu früh, an eine Vorbereitung auf die Restsaison zu denken, die ja frühestens für Anfang September angesetzt ist. „Mehr als sieben Wochen Vorbereitung hatten wir noch nie“, erklärt der Abteilungsleiter. „Und so, wie es aktuell möglich ist, würde ich das auch gar nicht als Fußballtraining bezeichnen.“

FC Moosburg

Schon einen Schritt weiter als der BCA sind die Fußballer des FC Moosburg. Nicht etwa, weil es das Tabellenschlusslicht der Kreisliga 2 am nötigsten hat, vielmehr waren es zwei Faktoren, die am Dienstag wieder zu so etwas wie Fußballtraining geführt hatben: Zum einen kam bereits Anfang der Woche das „Go“ von der Stadt Moosburg (beziehungsweise aus dem Landratsamt), „und zum anderen waren unsere Burschen heiß darauf, dass es losgeht“, sagt Trainer Michael Rosenwirth. Deshalb machten die Dreirosenstädter kurzen Prozess – und trafen sich am Abend zur ersten Übungseinheit seit einer gefühlten Ewigkeit.

Freilich, sagt Rosenwirth, sei das Ganze nicht mit einem herkömmlichen Fußballtraining zu vergleichen gewesen. Lediglich in Kleingruppen, so wie es der Verband vorgibt, betätigten sich die Dreirosenstädter, mehr als die üblichen Kreis- und Passübungen sowie ein paar Torschüsse waren nicht drin. „Insgesamt haben wir wahrscheinlich mehr geredet als Fußball gespielt“, resümiert Rosenwirth.

Anfangs, gesteht der neue Coach des FCM, habe es bei den Verantwortlichen schon auch Bedenken gegeben, ob es wieder losgehen sollte. „Aber irgendwann musst du ja beginnen.“ Zwei Wochen lang möchten sich die Kreisliga-Kicker nun je zwei Mal treffen, wollen die Zeit mit den Kollegen und dem Ball am Schlappen genießen. „Am Dienstagabend waren natürlich erstmal alle euphorisch“, erzählt Rosenwirth. „Dennoch werden wir irgendwann schauen, ob wir das die nächsten Wochen in der Form durchziehen.“ Bis zum Start der Restsaison ist eben noch lange hin.

SC Kirchdorf

Eher zurückhaltend gehen die Kicker des SC Kirchdorf die Sache an. Erst an diesem Donnerstag wollten sich die Vorstandsmitglieder zusammensetzen, dann soll entschieden werden, ob und vor allem in welcher Form der Ball beim SCK wieder rollen soll. „Und außerdem hängt es ja auch noch davon ab, ob die Gemeinde den Platz freigibt“, sagt Fußballchef Stefan Lohmeier. Des Weiteren, und da liegen die Kirchdorfer auf einer Wellenlänge mit vielen Amateurklubs, stellt sich die Frage, was ein solcher Trainingsstart bringt, wenn es eh erst frühestens Anfang September mit dem Punktspielalltag losgeht. Lohmeier: „Wir haben immer gesagt, dass wir dann so richtig anfangen, wenn es keine Einschränkungen mehr gibt.“ Heißt: Wenn Fußball auch mit Zweikämpfen wieder möglich ist.

So ganz verzichten werden die Ampertaler jedoch nicht auf ein gemeinsames Miteinander. „Nicht, dass sich einer daran gewöhnt, dass es auch ohne Fußball geht“, feixt der Abteilungsleiter. Viel zu lange schon hätten sich manche Teamkameraden nicht gesehen – außerdem vermisst es Lohmeier durchaus, mal wieder gegen den Ball zu treten. „Ich weiß gar nicht“, sagt er, „wann ich im Training das letzte Mal lange Bälle geschlagen habe.“ Bleibt nur zu hoffen, dass sich die SCK-Mannen das nicht für den Ernstfall angewöhnen. Wobei: Hoch und weit bringt Sicherheit, sagt ein altes Sprichwort.

SV Kranzberg

Fußballtraining? Das wird es beim SV Kranzberg vorerst nicht geben. Die Sportanlage bleibe zunächst bis zum 1. Juni gesperrt, sagt Abteilungsleiter Martin Neumayr. „Der Aufwand, den man da betreiben müsste, würde ja zu noch mehr Frust führen.“ In Kranzberg wollen sie es also erst einmal langsam angehen lassen. Wann es weitergeht? Das ist noch völlig offen.

Längst beantwortet ist dagegen die Frage, wer die Truppe über die laufende Saison hinaus trainieren soll – und da wird es keine Änderungen geben: Anton Kopp, der den SVK in der vergangenen Runde in die Kreisliga 2 geführt hat, bleibt dem Klub treu. Sozusagen per Handschlag habe man sich – auch über das Finanzielle – geeinigt, erklärt Neumayr. „Über alles andere, wie zum Beispiel die Laufzeit, kümmern wir uns dann, wenn klar ist, wann weitergespielt wird.“ Zudem hat Kopp das Okay bekommen, sich einen Co-Trainer zu suchen.

Ohnehin haben die Coaches heuer beim Verein einen Stein im Brett. Denn wie Neumayr stolz berichtet, hätten sämtliche Trainer – vom Herren- bis in den Juniorenbereich – wegen der Corona-Krise vier Monate auf ihr Gehalt verzichtet. Sehr überraschend sei das gekommen, „aber das ist eine tolle Sache, dass sie dem Verein so entgegenkommen“.

Lesen Sie auch: Seit Montag dürfen die Fußballer unter Auflagen wieder trainieren. Bei den Bezirksligisten aus dem Landkreis stößt dieses Angebot aber auf wenig Begeisterung.

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