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Hier wird am Freitag nicht gekickt: Das Heimspiel des SE Freising gegen den SV Erlbach wurde abgesagt.

Fußball

Coronavirus! Landesliga-Topspiele abgesagt

  • vonNico Bauer
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  • Matthias Spanrad
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Das Coronavirus hat die Fußball-Landesliga erreicht: Nach (Verdachts-)Fällen in Erlbach und Karlsfeld müssen der SE Freising und der VfB Hallbergmoos aussetzen.

Landkreis – Die Fußball-Bundesliga steht vor dem ersten Geisterspieltag ihrer Geschichte – und auch in der Landesliga Südost ist das neuartige Coronavirus mittlerweile angekommen: Betroffen sind das für Freitagabend vorgesehene Heimspiel des SE Freising gegen den SV Erlbach und das samstägliche Spitzenduell zwischen Tabellenführer TSV Eintracht Karlsfeld und Verfolger VfB Hallbergmoos. Beide Partien sind abgesetzt.

Der Hintergrund der SEF-Spielabsage: Zwar liegt noch kein konkreter Fall vor, allerdings kehrte ein Akteur des SV Erlbach aus Südtirol heim und wies in der Folge mehrere Corona-Krankheitssymptome auf. „Er wird im Laufe des Freitags getestet“, berichtete Erlbachs Teammanager Ralf Peiß auf FT-Anfrage. Deshalb wurde die Partie – ohne das Testergebnis abzuwarten – bereits am Mittwoch dieser Woche abgesagt. „Das war alternativlos“, sagt Peiß.

Plabst: „Die Gesundheit geht vor, da wird der Fußball zur Nebensache.“

Beim SE Freising haben die Verantwortlichen natürlich Verständnis für die Entscheidung von Spielleiter Christian Bernkopf. „Ich war allerdings schon etwas geschockt, als uns der SV Erlbach informiert hat“, gesteht SEF-Teammanager Alex Plabst. „Bis dahin hatte ich mir ehrlich gesagt noch nicht so viele Gedanken über dieses Thema gemacht.“ Dass das Spitzenspiel gegen Erlbach (Dritter gegen Vierter) nicht stattfinden wird, kann Plabst völlig nachvollziehen: „Die Gesundheit geht absolut vor, da wird der Fußball sofort zur Nebensache.“

Zwar haben beide Teams bereits einen Nachholtermin ins Auge gefasst – Dienstag, 31. März. Doch ob es überhaupt dazu kommt, steht momentan in den Sternen. Welche kollektiven Maßnahmen nun überhaupt gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus greifen, das könne und wolle er nicht beurteilen, sagt Plabst. „Das müssen die Verantwortlichen entscheiden.“

Corona-Fall im Umfeld von Eintracht Karlsfeld

Die Absage des Landesliga-Spitzenspiels zwischen dem Ersten TSV Eintracht Karlsfeld und dem Zweiten VfB Hallbergmoos war ebenfalls alternativlos, da es im Karlsfelder Umfeld einen Corona-Fall gibt, und mehrere Spieler des Gegners wegen Unternehmensauflagen zu Hause bleiben müssen. Der Sportliche Leiter des VfB, Anselm Küchle, ist nun dabei, ein Testspiel zu organisieren. Voraussichtlich geht es gegen den Bezirksligisten SpVgg Haidhausen.

Die Hallbergmooser selbst sind vom Coronavirus derzeit noch verschont, beobachten die Situation allerdings wachsam. Als erste Maßnahme wurden die Trainingseinheiten der Kinder-Fußballschule für die nächsten zwei Wochen abgesagt. Nachwuchskicker, deren Schulen geschlossen sind, dürfen das Fußballtraining nicht besuchen.

Aber auch die Erste Mannschaft hat in kleinem Kreis hygienische Maßnahmen ergriffen. „Wir achten schon darauf, dass nicht fünf Leute aus der gleichen Flasche trinken“, sagt Anselm Küchle. Außerdem hat die Mannschaft ihren Arzt Dr. Otmar Galla-Brosch in der Hinterhand und kann ihn bei Fragen immer sofort kontaktieren. „Wir sind sehr froh, ihn zu haben.“

Küchle: „Man muss sich auf das Schärfste einstellen.“

Am kommenden Freitag, 20. März, 19.30 Uhr, ist dann das Heimspiel des VfB gegen den TuS Holzkirchen angesetzt. Dazu erklärt der Sportliche Leiter, „dass wir uns ab Montag mit der Austragung befassen“, aber auch hinter der Partie stehe ob der aktuellen Entwicklung ein Fragezeichen. Küchle kann zum zweiten Heimduell nach der Winterpause noch nichts sagen, wobei ähnlich wie in der Bundesliga auch Geisterspiele ohne Zuschauer aus Sicherheitsgründen denkbar sind.

„Man muss sich auf das Schärfste einstellen“, sagt der Sportliche Leiter. „Denn jetzt treten Dinge ein, die ich mir vor ein paar Wochen noch nicht vorstellen konnte.“ Allerdings wolle er noch nicht den Teufel an die Wand malen und über einen Abbruch dieser Spielzeit nachdenken. So weit sei man noch nicht – und da warte der VfB wie alle Vereine die Aussagen des Verbands ab. Eine längere Pause wäre für die Spieler schwierig: „Jeder geht weiterhin ganz normal ins Training – und da wäre eine längere Zeit ohne Spiele frustrierend.“

BFV trifft Entscheidung:

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) wird am Freitagvormittag, 13. März, entscheiden, ob und inwieweit am kommenden Wochenende der Spielbetrieb in Bayern stattfinden kann.

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