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Gespannte Blicke: Simon Klawe (l.) will das Bayernliga-Frauenteam der HSG Freising-Neufahrn taktisch weiterentwickeln. Der bisherige Interimscoach Rudi Lerch (r.) steht ihm dabei als Co-Trainer zur Seite.

Das starke Stück vom Wochenende

HSG-Neu-Coach Klawe: „Ich wollte eine neue Herausforderung“

Die Handballfrauen der HSG Freising-Neufahrn haben einen neuen Trainer: Simon Klawe übernimmt das abstiegsbedrohte Bayernliga-Team.

Freising – Die Handballfrauen der HSG Freising-Neufahrn haben nun also einen neuen Trainer. Nachdem sich der langjährige Coach Peter Mesiarik nach einigen Querelen innerhalb der Mannschaft für den Abschied entschlossen hatte, hatte Rudi Lerch interimsmäßig das Team übernommen – doch beim jüngsten Bayernliga-Spiel gegen den HC Erlangen wurde es offiziell: Simon Klawe ist der neue Mann auf der Bank der Freising-Neufahrn-Mädels.

In Handballerkreisen ist Klawe kein Unbekannter: In den vergangenen acht Jahren war er bei der SpVgg Altenerding tätig – erst als Nachwuchs-, dann als Männer- und derzeit als Frauentrainer. Das Bezirksoberliga-Team der SpVgg will der 36-Jährige auf alle Fälle auch noch bis zum Saisonende betreuen, er traut sich die Doppelbelastung zu: „Es gibt von den Trainingseinheiten her keine Überschneidungen, deshalb ist es möglich.“

„Bei der HSG habe ich die Möglichkeit, mich selbst weiterzuentwickeln“

Warum hat er sich zusätzlich für die HSG Freising-Neufahrn entschieden? Simon Klawe: „Ich wollte eine neue Herausforderung. Bei der HSG habe ich auch die Möglichkeit, mich selbst weiterzuentwickeln.“ Generell gehe es bei der HSG leistungsorientierter zu, immerhin spielt das Team zwei Ligen höher als Altenerding. Vor einigen Wochen kam Simon Klawe mit Felix Ilberg ins Gespräch, die beiden kennen sich schon lange. Schnell wurde das Interesse an dem Trainerjob intensiver. So gab es vor kurzem Gespräche mit der Abteilungsleitung um Jürgen Steinhauer – und in der Vorwoche wurde alles in trockene Tücher gepackt.

Und welchen Eindruck hat Klawe von seiner neuen Mannschaft? „Ich habe auf alle Fälle gesehen, dass die Spielerinnen den Abstiegskampf annehmen wollen und alles für einen Verbleib in der Bayernliga geben werden.“ Taktisch will er das Team in den kommenden Wochen weiterbringen – vor allem die mangelnde Kommunikation in der Abwehr hat Klawe als Schwachpunkt ausgemacht. Hier sei die Körpersprache nach misslungenen Aktionen insgesamt zu lasch: „Wir dürfen dann nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern müssen uns an guten Aktionen aufbauen und Mut holen.“ In der Verteidigung setzt er auf eine offensive Ausrichtung, die 4:2-Variante klappte schon beim ersten Auftritt gegen Erlangen teilweise ganz gut.

HSG Freising-Neufahrn: Klawe sieht 50-Prozent-Chance auf den Klassenerhalt

Noch kennt der 36-Jährige das Team natürlich nicht von A bis Z. Aber er machte schon aus, dass etwa eine Fjolla Haska mehr Möglichkeiten zur Entfaltung braucht und man aus dem Rückraum noch variabler agieren muss. Das erste Feedback der Spielerinnen sei jedenfalls schon mal sehr positiv gewesen. Die Chancen auf den Klassenerhalt in der Bayernliga sieht der neue Chef auf der Bank bei 50 Prozent. „Verdammt wichtig dafür ist das Auswärtsspiel am kommenden Wochenende in Winkelhaid – da müssen wir ein Zeichen setzen.“

Bernd Heinzinger

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