Die Bayernliga-Basketballer des TSV Jahn Freising beim kontaktlosen Training nach dem ersten Lockdown
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Schritt für Schritt zurück zur Normalität: Nach dem ersten Lockdown durften die Bayernliga-Basketballer des TSV Jahn Freising zunächst nur kontaktlos trainieren. Auch jetzt sind die Lockerungen an das Infektionsgeschehen gekoppelt – wobei der Landkreis aktuell von einer Inzidenz unter 50 ein ziemliches Stück entfernt ist.

Corona-Lockerungen

Ein kleines Licht am Ende des Tunnels

Der große Wurf oder nur ein kleiner Schritt? So reagieren die Trainer und Funktionäre aus dem Landkreis Freising auf den Stufenplan für den Breitensport.

Landkreis – Alles steht und fällt mit den Inzidenz-Werten – das ist der wichtigste Punkt in der Lockerungsstrategie der Politik. Die Aussicht, dass es in naher Zukunft eine schrittweise Rückkehr zu einer Art Normalität im Breiten- und Amateursport geben könnte, sorgt zumindest für vorsichtigen Optimismus. Das Freisinger Tagblatt hat sich bei Trainern und Funktionären umgehört

Anselm Küchle, Sportlicher Leiter des Fußball-Landesligisten VfB Hallbergmoos:

„Es ist derzeit schwierig, eine Aussage zu treffen, weil keiner weiß, wie sich die Werte im Landkreis Freising weiterentwickeln werden. Der Verband möchte Ende April wieder in der Liga spielen, aber das ist schwer vorstellbar. Die Passauer Vereine haben bei sich noch höhere Inzidenzen – jenseits der 100. Dort ist an Training noch nicht zu denken. Wir bleiben erst einmal cool und warten ab. Aktuell gibt es noch viel zu viele Fragezeichen.“  nb

Alex Plabst (SE Freising): „Vor jedem Training zu testen, halte ich für wenig sinnvoll.“

Alex Plabst, Trainer des Fußball-Landesligisten SE Freising:

„Wir werden nichts überstürzen. Alles hängt ja auch davon ab, wie die Inzidenz-Werte bis Anfang April sind. Zunächst vor jedem Training zu testen, halte ich für wenig sinnvoll – da bin ich ja mehr mit Testen als mit Fußballspielen beschäftigt. Hier werden wir erst einmal weiter individuell trainieren. Ab Ende März werde ich, wenn es so bleibt, anfangen, Trainingspläne herauszugeben. Dass aktuell erst mal nur vorsichtig geöffnet wird, halte ich für sinnvoll, ich würde auch so entscheiden. So lässt sich die Situation einfacher beobachten und wieder leichter ein Rückzieher machen. Wenn wir die Saison zu Ende spielen wollen, dann müsste es Ende April schon mit den ersten Punktspielen losgehen.“  ms

Ludwig Schmidt, Herren-Kreisspielleiter des Fußballkreises Donau/Isar:

„Eine konkrete Auskunft dazu kann ich im Moment noch nicht geben. Für mich und den Bayerischen Fußball-Verband bedeuten die neuen Beschlüsse, dass ein regulärer Trainingsbetrieb allerfrühestens ab dem 22. März möglich ist – das Ganze aber auch nur bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 50 beziehungsweise 100 und das über einen Zeitraum von mindestens 14 Tagen. Hierzu wird es in den nächsten Tagen sicher noch Details in den Rahmenkonzepten der Staatsministerien geben. Da muss man jetzt sehen, wie sich das entwickelt. Der Bayerische Fußball-Verband und auch der Bezirk Oberbayern treffen sich Mitte der kommenden Woche zu Sitzungen, um die neue Situation zu beraten. Danach werde ich hoffentlich klare Aussagen machen können.“  jfu

Daniel Baller, Fußball-Jugendleiter beim TSV Allershausen:

„Wir hatten jetzt lange genug keinen Betrieb. Und unser Hygienekonzept nach dem ersten Lockdown im Frühjahr hat gut funktioniert, alle sind gut damit zurechtgekommen – warum sollte das jetzt nicht genauso sein? Vor allem beim Sport im Freien ist die Ansteckungsgefahr ja viel niedriger. Wir hatten deshalb schon gehofft, dass etwas mehr möglich sein würde, dass wir eher wieder regulär Fußball spielen können. Gerade auch im Hinblick darauf, dass wir die unterbrochene Saison zu Ende bringen können. Ob das so bleibt – auch mit Blick auf wieder steigende Inzidenz-Werte –, kann ich schlecht einschätzen. Ob wir bereits am Montag starten würden, steht noch nicht fest. Die Frage ist natürlich auch, ob das ohne Kontakt überhaupt Sinn macht. Es kann sein, dass unsere Mannschaften, sofern sie dürfen, unterschiedlich beginnen. Das entscheiden allerdings jeweils die Trainer.“  ms

Florian Warmuth (BLSV): „Super, das ist doch schon ein guter Anfang.“

Florian Warmuth, BLSV-Kreisvorsitzender:

„Super, das ist doch schon ein guter Anfang. Wir sind zwar noch weit von einem Wettkampfbetrieb entfernt. Aber es wäre wichtig, dass sich vor allem die Jungs und Mädels wieder sehen können, sowohl in sportlicher als auch in sozialer Hinsicht. Ich rate den Vereinen, dass sie, wenn ein Training wieder möglich ist, Vorsicht walten lassen und mit den jeweiligen Sportfachverbänden in Kontakt treten. Ein Problem sehe ich allerdings: Was ist, wenn es jetzt Öffnungen gibt und dann zwei Wochen später wieder alles zurückgenommen werden muss? Das wäre sicherlich schwer zu vermitteln.“  mlt

Franz Lupp (TSV Jahn Freising): „Den Sportvereinen wird eine klare Perspektive gegeben.“

Franz Lupp, Vorsitzender des TSV Jahn Freising:

„Die Entscheidungen bewerte ich auf alle Fälle positiv. Im Gegensatz zu vorher wird den Sportvereinen nun eine klare Perspektive gegeben, wie es weitergehen kann. Ab dem 8. März könnten wir mit dem Kindersport wieder einsteigen – auch mit Leichtathletik, Triathlon und Bogenschießen. Wir haben innerhalb des Vereins bereits darüber gesprochen, wie wir unsere Vereinshalle und die Vereinswiese neben unserer Halle wieder mit Leben füllen können. Ab dem 22. März soll dann mit einem tagesaktuellen Schnell- oder Selbsttest noch mehr Sport möglich sein. Das halte ich für praxisfern. Wie soll das ein Sportverein organisieren? Wie ist das zu verantworten? Wichtig ist jetzt bei der gesamten Dynamik, die Geduld nicht zu verlieren. Nach Ostern könnte sich vielleicht wieder alles normalisieren, wenn die Inzidenz-Werte passen. Dabei frage ich mich allerdings, warum der Landkreis Freising eine deutlich höhere Inzidenz aufweist als die umliegenden Landkreise.“  sp

Ingrid Schuhbauer, Vizepräsidentin Spielbetrieb des Bayerischen Handball-Verbands:

„Sind das wirklich schon richtige Lockerungen? Es ist für den Handball lediglich ein kleiner Lichtstrahl am Ende des Tunnels. Schön ist es vor allem für die Kinder und Jugendlichen, dass der Sport im Freien bald wieder möglich ist, dass sie wieder etwas zusammen machen dürfen. Wann wir aber wieder in die Hallen dürfen? Das ist leider weiterhin nicht absehbar. Ich bin grundlegend optimistisch – und wir arbeiten im Präsidium des Bayerischen Handball-Verbands weiter intensiv, um für alle Dinge gewappnet zu sein.“  hz

Falk Ullmann, Trainer der Regionalliga-Volleyballer des SC Freising:

„Wir haben jetzt ein Jahr mit maximaler Vorsicht hinter uns. Der Druck im Kessel war sehr groß, sodass Lockerungen absehbar waren, allerdings gepaart mit weiterhin maximaler Vorsicht. Ich finde die Entscheidungen in Ordnung, auch wenn man über alles streiten kann. Ich rede mich als Trainer einer Regionalliga-Mannschaft natürlich sehr leicht. Wir hätten ohne Corona jetzt dann Wettkampf- und Trainingspause. Wer jedoch als Coach im Nachwuchsbereich tätig ist, der würde natürlich am liebsten sofort wieder mit einem normalen Training beginnen wollen. Mit den Impfungen sehe ich Licht am Ende des Tunnels. Als Nächstes steht bei uns in ein bis zwei Monaten die Beachsaison an, die wir dann, so meine Hoffnung, wieder halbwegs normal durchführen können.“  sp

Michael Prill (SV Siegfried): „Ich glaube nicht, dass es mit dem Ringen am 5. April losgeht.“

Michael Prill, Vorsitzender des Ringervereins SV Siegfried Hallbergmoos:

„Ich glaube nicht, dass es mit dem Ringen bereits am 5. April losgeht. Zumal der Inzidenz-Wert derzeit wieder nach oben geht und im Landkreis Freising weit über 50 liegt. Für die Hallensportarten wird es auch in nächster Zeit relativ schwierig – eher ist da schon Training mit Kontakt draußen möglich. Wir müssen halt warten, bis es so weit ist. Ich hoffe jedoch, dass es irgendwann wieder mit normalem Training weitergeht. Im letzten Jahr hat es doch trotz der Corona-Vorschriften mit dem Training gut geklappt, da sich alle an die Hygieneregeln gehalten haben.“  sch

Christl Steinhart (Pressesprecherin, Stadt Freising):

„Die stadteigenen Außensportanlagen sind ,einsatzbereit’. Sie können bei Einhaltung des vorgegebenen Inzidenz-Werts umgehend zur Verfügung gestellt werden, wenn die Vereine die für sie erforderliche Sicherheit für ein mögliches Sportangebot haben und dementsprechend auf die Stadt zukommen. Die näheren Details der Öffnungen richten sich nach Rahmenkonzepten, die das Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration im Einvernehmen mit dem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege erstellt. Entsprechende Bestimmungen liegen derzeit aber noch nicht vor.“  mlt

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