Blick auf die Tennisanlage in Allershausen, links ein Wegweiser zu den Sportstätten
+
Noch sind die Anlagen verwaist: Die Tennisspieler sind mit die Ersten, die ihren Sport wieder ausüben dürfen – doch Corona könnte die Pläne durchkreuzen.

Corona-Lockerungen

Tennis: Neustart steht auf wackeligen Füßen

  • vonNico Bauer
    schließen

Die Tennis-Vereine aus dem Kreis Freising sehnen die Rückkehr auf die Plätze herbei. Doch der Inzidenz-Wert und der Ligaspielbetrieb bereiten Bauchschmerzen.

Landkreis – Die Sportperspektive liegt für die Tennisvereine in der Region Freising auf dem Tisch, aber der große Jubel über die neuen Corona-Regeln mit dem stufenweisen Lockerungsplan ist nicht ausgebrochen. Die Inzidenz bewegt sich im Landkreis Richtung 100. Damit steht der Neustart auf wackeligen Füßen.

„Wir hoffen, dass wir in zwei Wochen wieder spielen können“, sagt Richard Hammerl, Mannschaftsführer des Bezirksliga-Herrenteams des SV Kranzberg. Man habe bereits damit begonnen, die Plätze auf der clubeigenen Anlage herzurichten. Die Chancen, wirklich bald Tennis spielen zu können, schätzt Hammerl aber auf 50:50 ein. Bei der aktuellen Inzidenz zwischen 50 und 100 Neuinfektionen binnen sieben Tagen auf 100 000 Einwohner dürfte man Individualsport betreiben, jenseits der 100 wäre das vorbei. Richard Hammerl kann sich jedoch bei einem Überschreiten der 100er Grenze nicht vorstellen, dass Tennisspieler eine Chance bekommen: „Dann würde man aus Prinzip keine Ausnahme zulassen. Da wäre auch der Neidfaktor dabei.“

Tennisspieler sehen nur geringe Ansteckungsgefahr

Grundsätzlich bestehe beim Tennis nur eine geringe Ansteckungsgefahr, „weil hier nicht zwei Personen einen Meter nebeneinander joggen, sondern zwei Spieler 20 Meter auseinanderstehen“. Hammerl und seine Teamkollegen können die Rückkehr auf die Tennisplätze jedenfalls kaum noch erwarten. Während des Corona-Lockdowns spielte der eine oder andere alleine an der Ballwand auf der Kranzberger Tennisanlage.

Ähnlich denkt auch Kurt Hauer, der Sportwart beim TSV Allershausen ist – und nach den Osterferien ab 12. April den Start seiner Tennisschule plant. Er macht deutlich, dass die bereits stehende Planung vorsichtig ausgerichtet ist – auf das Training von zwei Personen plus Trainer. „Im Freien sehe ich gar keine Infektionsgefahr“, sagt Hauer. „Deshalb ist alles schon ein bisschen komisch, dass wir jetzt hoffen müssen, weiter im Landkreis unter der 100er Marke zu bleiben.“

SpVgg Zolling: Drohende Verschärfung des Lockdowns wäre der GAU

Marcus Lehner, Tennis-Abteilungsleiter der SpVgg Zolling, hat am Donnerstag die Lieferung des Sandes für die Freiplätze bekommen. Er rechnet damit, dass in etwa zwei Wochen die ersten Plätze bespielbar sein werden. Für ihn wäre eine erneute, im Landkreis durchaus drohende Verschärfung des Lockdowns der GAU: „Wenn die Plätze fertig sind und nicht bespielt werden können, dann wäre das richtig blöd. Dann müssten wir wahrscheinlich die Plätze noch einmal neu herrichten.“ Neben der Arbeit würde das zusätzliche Kosten bedeuten, da wahrscheinlich der Sand ein weiteres Mal ausgetauscht werden müsste.

Bauchschmerzen hat Lehner jedoch auch beim Blick auf den nächsten Schritt, den Spielbetrieb in den Ligen. Zolling ist mit mehreren Teams hochklassig unterwegs. Lehner selbst gehört den Herren 40 an, die heuer unter anderem in den Landkreis Regen fahren müssten – für ein Gastspiel bei einem Club, der nicht weit von der tschechischen Grenze entfernt ist. Eine solche Partie kann er sich angesichts der dramatischen Lage im Nachbarland derzeit nicht vorstellen.

Lesen Sie auch: Auf zu neuen Ufern: Ironman Niklas Ludwig bastelt an seiner Profikarriere

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare