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Fortsetzung folgt: Tobias Summerer genießt die Spiele mit den Herren 30 der SpVgg Zolling in der Regionalliga. Nächstes Jahr möchte der Freisinger wieder vier oder fünf Matches für die Ampertaler bestreiten.

Potenzial für eine langfristige Erfolgsstory

Tennistrainer Summerer will Marterer zurück in die Top 100 der Weltrangliste führen

  • vonNico Bauer
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Tobias Summerer ist einer der beständigsten Tennistrainer der Tour: Nachdem der Freisinger seine Profi-Karriere aufgeben musste, betreute er Florian Mayer fast zehn Jahre. Nun coacht er Maxmilian Marterer.

Freising – Tobias Summerer war schon immer eine treue Seele, er ist ein Typ, der sich für den Profisport nicht verändert. Nach seiner durch eine Knieverletzung früh beendeten Karriere als Tennisprofi ist er nun einer der beständigsten Trainer der Tour. Der 37-jährige Freisinger hat Florian Mayer fast zehn Jahre betreut – und nach dessen Karriereende coacht er nun Maximilian Marterer, mit dem die nächste lange Zusammenarbeit durchaus möglich zu sein scheint.

Riesenchance, aber auch große Verantwortung

2009 avancierte Summerer zu einem der jüngsten Trainer auf der Profitour, nachdem er aufgrund seiner Verletzung einen Schlussstrich unter seine aktive Laufbahn hatte ziehen müssen. Er hatte in Wimbledon gespielt und war in der Weltrangliste bis auf Platz 159 nach oben geklettert. Florian Mayers Anfrage kam also für Summerer genau zur richtigen Zeit: „Das war damals eine Riesenchance für mich, aber eben auch eine große Verantwortung.“ Zwischen dem introvertierten Franken und dem ebenfalls ruhigen Summerer passte es vom ersten Tag an, die Zusammenarbeit bis August 2018 war im schnelllebigen Tenniszirkus etwas ganz Besonderes. Summerer möchte aber von rekordverdächtig nichts wissen: „Es gibt ein paar Beispiele, bei denen es auch sehr lange gehalten hat.“

Immerzu auf Reisen: Dieses Foto mit Tobias Summerer (l.) und Philipp Kohlschreiber entstand in Monaco.

Tobias Summerer und Florian Mayer waren gefühlt untrennbar. „Es war schon viel, wenn er einmal im Jahr ein Turnier alleine gespielt hat“, erzählt der Freisinger. Die fast zehnjährige Zusammenarbeit sei möglich geworden, „weil wir beide uns mit viel Respekt begegnet sind“. Dabei hätten auch Verletzungspausen geholfen, da nach solchen Phasen beide zusammen quasi wieder einen Neustart hinlegten. Der 37-Jährige blickt auf die Zeit mit großer Dankbarkeit zurück, weil er dadurch die größten Tennisturniere besuchen durfte.

„Ich bin bis zu 28 Wochen im Jahr unterwegs“

Tennisspieler – und damit auch die Trainer – haben die Möglichkeit, bis in die letzten Ecken der Welt zu reisen, aber der Traumberuf hat auch seine Schattenseiten: „Ich bin bis zu 28 Wochen im Jahr unterwegs“, berichtet Summerer. „Dafür muss man schon viel aufgeben.“ Er dankt da auch seiner Freundin Iris, die in der langjährigen Beziehung seinen Beruf mit all seinen Facetten akzeptiert. „In die schönsten Städte nehme ich sie mit“, betont der Freisinger.

Während der langjährigen Zusammenarbeit mit Florian Mayer war Tobias Summerer nicht der vom Spieler engagierte Privatcoach, sondern quasi der von der Tennis Base zur Verfügung gestellte Privatbetreuer. „Die Tennis Base in Oberhaching ist wie eine zweite Familie für mich“, sagt der 37-Jährige. Mit dem Bayerischen Tennis-Verband als Arbeitgeber folgte auf den Franken Mayer dann der Augsburger Philipp Kohlschreiber als nächster Schützling. Mit ihm feierte Summerer als Trainer seinen zweiten Sieg gegen eine Nummer eins der Tennis-Weltrangliste: Mayer hatte Rafael Nadal bezwungen, Kohlschreiber gelang solch ein Triumph gegen Novak Djokovic. Das war ein weiteres Karriere-Highlight für Summerer.

Erfolgreiches Duo: Summerer und Florian Mayer nach dessen Sieg bei den Gerry Weber Open 2016 in Halle.

Sein aktueller Partner ist nun Maximilian Marterer aus Nürnberg – und dieses Engagement hat wieder das Potenzial für eine langfristige Zusammenarbeit. Im August 2019 übernahm Summerer die Betreuung des 25-Jährigen, der sich nach einer langen Verletzungspause wieder unter die besten 100 Tennisspieler der Welt zurückarbeiten möchte. „Er gehört in die Top 100“, betont Summerer, der nach der Corona-Pause mit seinem Schützling nun erst mal von hinten etwas Anlauf nehmen muss: Marterer wird wohl einige der kleineren Challenger-Turniere spielen müssen. Für Summerer ist das überhaupt kein Problem: „Mit Maximilian Marterer passt es, er hat für die Zukunft alle Chancen – und ich habe voll Lust auf diese Aufgabe.“ Mit seinen 25 Jahren ist Marterer der größte Hoffnungsträger beim Bayerischen Tennis-Verband nach den Topspielern Mayer und Kohlschreiber.

„Ich habe immer nur nach vorne geschaut“

Tobias Summerer genießt seinen Erfolg als Trainer – da passt es auch zu seinem Naturell, dass er sich nicht die Frage stellt, wie seine Spielerkarriere ohne Knieverletzung verlaufen wäre. „Ich habe immer nur nach vorne geschaut“, sagt Summerer, der als Hobby mit guten Freunden in Zolling Tennis spielt. In der Regionalliga bei den Herren 30 ist er die Nummer eins der Setzliste, wobei heuer wegen Corona der Regionalliga-Spielbetrieb abgesagt wurde. „Dort aufzuschlagen, macht mir viel Spaß“, sagt Summerer, „weil ich da mit Leuten zusammenspiele, gegen die ich schon als Jugendlicher angetreten bin.“ Wenn 2021 wieder eine normale Runde ausgetragen wird, dann möchte Tobias Summerer wieder vier oder fünf Matches bestreiten.

Summerers aktueller Schützling: Maximilian Marterer ist mit seinen 25 Jahren der größte Hoffnungsträger beim Bayerischen Tennis-Verband.

Dabei hat jeder Verständnis dafür, dass sich bei Zollings Nummer eins die Frage nach einem Einsatz oft spontan entscheidet: Immer wieder hängen die sonntäglichen Spiele maßgeblich davon ab, wie die Schützlinge von Tobias Summerer im großen Tennis irgendwo auf der Welt abschneiden. In Zolling verzichten sie dann auch gerne auf ihren Topspieler, wenn dieser als Trainer Erfolge feiert und am Finalwochenende von Turnieren noch arbeiten muss. Tobias Summerer war einst beim TC Rot-Weiß Freising sehr beliebt – und ist es nun bei der SpVgg Zolling.

Mehr Tennis aus dem Landkreis Freising

Die Zollinger Tennis-Herren 60 haben allen Grund zur Freude: Sie wurden Maister in der Bayernliga, stiegen in die Regionalliga auf – und wurden nun auch zur Mannschaft des Jahres gewählt.

Die FT-Leser haben entschieden: Tennisspieler Toni Stippler hat bei der Wahl zum Sportler des Jahres die meisten Stimmen erhalten.

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