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Sie hatten noch beste Chancen auf den Klassenerhalt: die Frauen des TTC Freising I mit (v. l.) Antonia Salzbrunn, Julia Klimm, Diana Lochner und Amelie Bensaada.

Gravierende Folgen für Landkreis-Vereine

„Das Unfairste überhaupt“: Freisings Tischtennis-Frauen müssen runter in die Verbandsliga

Der Bayerische Tischtennis-Verband hat den Spielbetrieb Mitte März aufgrund von Corona beendet. Der Stand von damals gilt als Abschlusstabelle. Das hat nun für einige Landkreis-Vereine gravierende Folgen.

Landkreis – Wegen der Corona-Krise hat der Bayerische Tischtennis-Verband bereits am 13. März den Spielbetrieb beendet, nun hat der nationale Verband über das weitere Vorgehen entschieden: Der Stand von damals gilt als Abschlusstabelle – mit allen Konsequenzen beim Auf- und Abstieg. Und das hat für einige Vereine aus dem Landkreis gravierende Folgen.

Teamführerin Bensaada ist nicht begeistert

Besonders stark betroffen sind die Frauen des TTC Freising – als Verbandsoberligist das hochklassigste Team aus dem Kreis Freising. Sie standen zu diesem Zeitpunkt auf einem Abstiegsplatz, hatten jedoch teilweise bis drei Spiele weniger absolviert als die direkte Konkurrenz. Trotzdem müssen sie jetzt eine Klasse runter und treffen in der Verbandsliga auf die eigene Zweite Mannschaft.

Teamführerin Amelie Bensaada zeigte sich nicht gerade begeistert: „Das ist das Unfairste überhaupt.“ Man hätte sicherlich noch ein paar Termine für Partien finden können. „Aber laut Verband wäre so die Planung für die Vereine einfacher, da man ja nicht weiß, wann es weitergehen darf.“ Mit drei Spielen weniger abzusteigen, sei absolut demotivierend und in keiner Weise verständlich: „Vor allem auch deshalb, weil wir gegen die hinteren Teams noch dran gewesen wären.“ Süffisant fügte sie noch hinzu, dass es nicht gerade Spannung verspreche, gegen die TTC-Zweite zu spielen, und schob lachend hinterher: „Oder vielleicht auch schon.“

Männer trifft es nicht so hart

Die Männer aus der Domstadt trifft es angesichts ihres Mittelfeldplatzes in der Verbandsliga nicht so hart, für sie wäre nach vorne und hinten sowieso nichts mehr gegangen. TTC-Mannschaftssprecher Michael Bulenda spricht von einer medizinischen und nicht von einer sportlichen Entscheidung: „Dass abgebrochen wurde, ist absolut richtig.“ Man könne froh sein, wenn bis zur Hinrunde der nächsten Saison wieder alles funktioniere. „Jetzt noch einen Monat abzuwarten, hätte nichts gebracht.“ Sicher gebe es ein paar Härtefälle, und es hätte bestimmt andere Möglichkeiten gegeben, die Saison zu werten. „Aber man kann es nie allen recht machen. Wichtig ist erstmal, das Virus in den Griff zu bekommen.“

Betroffen sind dagegen die Kranzberger Männer, die in der Landesliga spielen. Sie hatten sich für die Rückrunde verstärkt und standen am 13. März auf dem zweiten Platz, der die Aufstiegsrelegation bedeutet hätte. Diese fällt nun allerdings flach – für SVK-Abteilungsleiter Florian Hertwig ist das „sehr, sehr schade“. Vielleicht hätte man nicht so schnell das komplette Saisonende verkünden sollen: „Ich hätte gerne noch abgewartet. Natürlich ist es einerseits vernünftig, aber auch nicht alternativlos.“ Er habe nicht gedacht, dass es den Tischtennis-Sport so hart erwischt: „Wir sind ja schließlich keine Kontaktsportart und haben auch kaum Zuschauer.“ Wichtig sei nun aber vor allem, dass die Krise bald vorübergeht – und ein wenig Hoffnung auf den Aufstieg hat er doch noch: „Die Ligen waren von den Mannschaftszahlen her nicht ausgeglichen besetzt. Vielleicht geht da für uns noch etwas am Grünen Tisch.“

Den SC Eching erwischt es

Für Kranzberg II ist die Sache klar: Das Team bleibt genauso wie der TTC Allershausen in der Bezirksoberliga. Dafür erwischte es dort den SC Eching. Teamführer Sang-Gun Oh bedauert den Abstieg sehr, „aber es war von Saisonbeginn an klar, dass es für uns eine knappe Sache wird“. Jetzt habe man einfach Pech gehabt. Die Entscheidung sei „zum Großteil“ zu verstehen. „Es hätte aber auch anders gewertet werden können. Alles auf Null zu setzen und alle Mannschaften in der kommenden Saison in ihrer jetzigen Liga spielen zu lassen, das wäre cool gewesen.“ Auch eine Verschiebung hätte der Verband in Betracht ziehen können: „Die paar Spiele wären vor Beginn der neuen Saison schon noch möglich gewesen.“ So kam es aber nicht – und daher müssen die Echinger runter in die Bezirksliga zum TTC Freising II.

Für das dritte und das vierte Freisinger Frauenteam hat die Entscheidung keine Bedeutung: Ein Abstieg aus der Bezirksoberliga war sowieso nicht möglich.

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