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Eine große Verstärkung: Mittelfeldspieler Maximilian Held (l.) – hier noch im Trikot des Bezirksligisten SpVgg Kammerberg – kehrt nach sechs Jahren zum TSV Allershausen zurück. Eigentlich sollte der Wechsel erst nach der Saison über die Bühne gehen.

BCA freut sich über zwei Rückkehrer

Landkreis-Teams wappnen sich für Re-Start: Allershausen und Kranzberg gelingen Glücksgriffe

  • vonMatthias Spanrad
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Um für einen möglichen Re-Start gerüstet zu sein, strecken die Landkreis-Vereine ihre Fühler auf dem Transfermarkt aus. Den Kellerkindern aus Kranzberg und Allershausen sind dabei Glücksgriffe gelungen.

Landkreis – Auch in der Kreisliga 2 häufen sich die kritischen Stimmen, was die Pläne des Bayerischen Fußball-Verbands angeht, die momentan unterbrochene Saison, so es die Corona-Lage zulässt, ab September fortzusetzen. Dennoch strecken die Landkreis-Vereine ihre Fühler auf dem Transfermarkt aus, um für einen Re-Start gewappnet zu sein. Insbesondere den beiden Kellerkindern aus Kranzberg und Allershausen sind dabei echte Glücksgriffe gelungen. Zudem haben fast alle Teams das Ziel, den eigenen Nachwuchs einzubinden.

TSV Allershausen

Was war das für ein Fußballfest vor etwas mehr als einem Jahr, als die Allershausener Kicker im Attachinger Stadion den SV Vötting verdient besiegt hatten und damit in die Kreisliga aufgestiegen waren. Die Anfangseuphorie war jedoch bald verflogen: Bis zur Winterpause waren die Ampertaler eher damit beschäftigt, nicht unter de

Daniel Mömkes (28) ist der Königstransfer des SV Kranzberg.

n Abstiegsstrich zu rutschen. Der Kampf um den (direkten) Klassenerhalt geht auch ab September weiter – und dafür hat sich der TSV Verstärkung geholt.

Mit Maximilian Held kehrt dabei ein alter Bekannter ans Amperknie zurück: Bis 2014 trug Held bereits das TSV-Trikot, landete dann über Palzing bei der SpVgg Kammerberg in der Bezirksliga – und nun kickt er bereits im Sommer wieder für seinen alten Klub. Zunächst sollte Held erst am Ende der Saison wechseln, die Kammerberger stimmten jedoch einem früheren Transfer zu. „Dafür müssen wir uns bedanken“, betont TSV-Abteilungsleiter Philipp Jordan. In Allershausen soll Maxi Held einer der Führungsspieler werden – „er ist eine Verstärkung und Bereicherung“, so Jordan weiter. Darüber hinaus rücken von den U19-Junioren Janis Kratzl, Tobias Winklhofer, Paulo Just sowie Julian Engel  in den Herrenbereich auf.

TSV Moosburg

Nicht gut auf den Fußballverband zu sprechen ist Martin Braun, Sportlicher Leiter der TSV Moosburg. Ein Zirkus sei das, schimpft Braun, „im Nachhinein wäre die Spielzeit besser abgebrochen worden“. Beim TSV haben die Verantwortlichen versucht, neue Spieler für den Rest der Runde zu gewinnen. Jedoch sei es schwierig gewesen, passende Akteure von einem Transfer zu überzeugen. „Generell bin ich sowieso kein Fan von dem Wechselfenster“, sagt Braun.

Auch ins Training sind die Moosburger noch nicht wirklich eingestiegen, wie bei einigen anderen Vereinen gab es in der Neustadt bisher lediglich ein paar lockere Einheiten, die eher dem kommunikativen Austausch dienten. „Richtig starten werden wir erst, wenn die Beschränkungen aufgehoben sind“, erklärt Martin Braun.

Zumindest in der Trainerfrage ist der TSV schon etwas weiter. Wie berichtet, wird der aktuelle Coach Christian Grüll am Ende der Punkterunde – wann auch immer das sein mag – seinen Abschied geben. Mit einem Nachfolger stehen die Moosburger kurz vor der Einigung. „Er ist unser Wunschkandidat“, betont Braun, der sich aber nicht näher in die Karten schauen lassen will.

FC Moosburg

Ebenfalls auf dem Transfermarkt abgeblitzt sind die Verantwortlichen des FCM. „Bis zuletzt waren wir an Optionen dran“, erläutert Spielleiter Philipp Reiter. „Doch die abgebenden Vereine haben alle – verständlicherweise – blockiert.“ Damit soll der aktuelle Kader das fast Unmögliche möglich machen und den FC Moosburg, der eine katastrophale Hinrunde gespielt hat, noch vor dem direkten Durchmarsch von der Bezirksliga in die Kreisklasse bewahren. Darüber hinaus muss Coach Michael Rosenwirth vorerst auf Routinier und Co-Spielertrainer Mal

Malte Keding (30) steht dem FC Moosburg vorerst nur sporadisch zur Verfügung.

te Keding verzichten: Der 30-Jährige wird ab September als Referendar nach Aschaffenburg versetzt, regelmäßige Einsätze sind bis zum Ende des Schulhalbjahres eher unwahrscheinlich. „Aber zumindest steht er weiterhin im Kader“, betont Reiter, der ein wenig Hoffnung hat, dass der starke Mittelfeldmann für ein paar Partien zur Verfügung stehen kann. Ansonsten haben die Dreirosenstädter bisher ein Mal in der Woche locker trainiert. Nach nun zwei Wochen Sommerpause soll’s Mitte Juli wieder losgehen.

SC Kirchdorf

Relativ entspannt ist die Lage in Kirchdorf. Denn man sei „in der glücklichen Situation“, dass man sich keine Sorgen machen müsse, sagt SCK-Abteilungsleiter Stefan Lohmeier. Deshalb gibt es auch beim Sportclub derzeit keine Neuzugänge, „es besteht einfach keine Notwendigkeit“. Der aktuelle Kader genießt das volle Vertrauen, zudem stoßen drei talentierte U19-Fußballer zum Team von Coach Andi Apold: Marco Lopez, Philipp Schätzl und Philip Czypull dürfen sich ab sofort auch offiziell in der Kreisliga versuchen, nachdem alle drei bereits im Winter mittrainiert hatten.

Den Re-Start ab September sehen die Kirchdorfer ebenfalls gelassen. Man betrachte die Entscheidungen des Verbands wertfrei. Jedoch „stellt sich schon die Frage, ob der Liga-Pokal so eine spannende Geschichte wird“, meint Lohmeier. Außerdem hadern die Kirchdorfer ein wenig mit der Verteilung der Spiele. Denn im September und Oktober sind lediglich fünf Spieltage geplant. „Da dauert die Vorbereitung ja fast länger“, sagt der SCK-Fußballchef.

BC Attaching

Auch beim BCA tut sich aktuell wenig. Ein „Corona-Alibi-Training“ habe man bis dato durchgeführt, erklärt Spartenchef Siegfried Brunnhuber. So richtig losgehen soll es bei den Attachingern Ende Juli. Den 20. des Monats haben die Verantwortlichen angepeilt.

Ansonsten halten die Attachinger eher die Füße still. Eine große Transferoffensive – der BCA hat immerhin noch den Aufstiegsrelegationsrang in Blickweite – ist nicht zu erwarten. Zwei, drei Kontakte habe man bislang gehabt, bestätigt Brunnhuber, fix sei da aber noch nichts. „Wenn jemand gerne zu uns kommt, dann natürlich ja“, betont der Abteilungsleiter.

Immerhin gehen die Attachinger mit zwei Rückkehrern in die Restsaison: Mathias Staudigl hat seinen Kreuzbandriss vollends auskuriert und konnte das bisherige Training auch komplett absolvieren. Darüber hinaus wird sich Didier Nguelefack – nach seinem Ausflug zum SE Freising in die Landesliga – wieder dem BCA anschlie

Didier Nguelefack (28) schnürt seine Schuhe wieder für den BC Attaching.

ßen. „Er mag lieber bei uns spielen“, freut sich Brunnhuber über den pfeilschnellen Außenbahnspieler. Zudem will man der Jugend eine Chance geben: Nahezu die komplette U 19 rückt in den Herrenbereich auf, vor allem in die Zweite. Perspektivspieler sollen aber auch in der Kreisliga drankommen. „Wir hatten die vielleicht beste A-Jugend des Landkreises mit talentierten und ehrgeizigen Leuten, die möchten wir natürlich behalten.“

SV Kranzberg

Einen ganz großen Fisch hat indes der SV Kranzberg an Land gezogen. Wie berichtet, wird Daniel Mömkes (bisher FC Moosinning) für den aktuellen Liga-Zwölften auf Torejagd gehen. Von dem erfahrenen Mann, der zudem als Co-Trainer von Coach Anton Kopp fungieren wird, erhoffen sich die Verantwortlichen viel. „Daniel wird eine führende Rolle in der Mannschaft übernehmen“, sagt Kopp. Des Weiteren schlossen sich in der Corona-Pause noch David Zannantonio (Geratskirchen) und Yasin Kirboga (Vatanspor Freising) dem SVK an – und nicht zuletzt steigen etliche Jugendspieler aus den eigenen Reihen in den Herrenbereich auf. Die Ampertaler gehen damit gestärkt in die Restsaison. Das Ziel lautet, den direkten Klassenerhalt zu schaffen. Tore von Königstransfer Mömkes könnten da letztendlich Gold wert sein.

Training mit Kontakt wieder erlaubt

Das sind gute Nachrichten für die Landkreis-Kicker: Ab Mittwoch ist Fußball-Training in Bayern auch mit Kontakt wieder möglich. Die Bayerische Staatsregierung hat die entsprechend erforderlichen Anpassungen der Sechsten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung beschlossen. Die Lockerungen betreffen ausschließlich das Training, nicht den Wettkampf. Freundschaftsspiele sind demnach weiterhin untersagt, betont der Bayerische Fußball-Verband in einer Pressemitteilung. Das Training mit Körperkontakt ist wieder gestattet, sofern es im Freien stattfindet und in festen Trainingsgruppen organisiert wird. Weiterhin gilt es, die Hygiene- und Schutzmaßnahmen zu berücksichtigen. Außerdem ist es ab Mittwoch wieder erlaubt, Vereinssitzungen und Versammlungen mit 200 (im Freien) beziehungsweise 100 Personen (in geschlossenen Räumen) abzuhalten.

Aktuelles im Landkreis Freising

Mit seinen kostenlosen Coronatests für alle hat Bayern eine bundesweite Kontroverse ausgelöst. Freisings Ärztesprecher Georg Miedl hat dazu eine klare Position.

Es ist vollbracht: Nach 9:11:29 Stunden hat Niklas Ludwig sein Ziel erreicht und einen Ironman quer durch den Kreis Freising gefinisht. „Ich bin komplett überwältigt“, sagt der 18-Jährige.

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