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Geballte Nachwuchs-Kompetenz: Die BFV-Funktionäre (v. l.) Stephan Fox (Gr uppenjugendleiter Großfeld Freising), Nicoletta Horn (Kleinfeld Freising), Ehrenspielgruppenleiter Rudi Simbeck, Verbandsjugendleiter Florian Weißmann, Stefan Erl (Kreisjugendleiter Donau/Isar), Willi Brambring (Großfeld Erding), Hans Weber (Großfeld Süd/Ilm) und Ömer Karakas (Großfeld Nord/West) waren nach Eichenried gekommen.

Jugendleitertagung  

Fußball: Revolutionäre Änderung bei der U19

Eine richtungsweisende Entscheidung haben die Juniorenleiter der Vereine im Kreis Donau/Isar gefällt. Es wurde eine neue Spielform für die U 19-Junioren bestimmt. Jedoch betrifft diese Änderung nur Vereine von der Kreisliga abwärts.

Landkreis – Wie bedeutsam die Sitzung in Eichenried war, zeigte die Anwesenheit aller wichtigen Jugend-Funktionäre des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV), allen voran Verbandsjugendleiter Florian Weißmann. Schon im August 2017 hatte Kreisjugendleiter Stefan Erl eine grundlegende Änderung angekündigt: Nach Saisonende würden sämtliche Kreisligen und Kreisklassen aufgelöst. „Alle Vereine sollen die Möglichkeit erhalten, sich für eine bestimmte Spielklasse zu bewerben, für die man sich dann zu Beginn der kommenden Saison qualifizieren muss“, erklärte Erl. Er stellte verschiedene Austragungsmodi vor und sagte, „dass je nach Bewerbungen Dreier- oder Vierergruppen gebildet werden sollen, in denen sich die Sieger für die Kreisliga qualifizieren. „Wir wollen mit den Spielen in den Ferien beginnen – und es ist geplant, dass die normale Saison dann Anfang Oktober beginnt.“

Altenerdings Abteilungsleiter Andreas Heilmaier konnte sich damit nicht so recht anfreunden: „Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, so früh anzufangen. Denn viele Spieler sind da im Urlaub“, kritisierte er. „Wenn die Qualifikation nur drei Spiele umfasst, besteht die Gefahr, dass man sich die Saison wegen Personalmangels schon in den ersten zwei Wochen versaut.“ Er belegte seine Zweifel mit Zahlen. „In den letzten zwei Jahren wurden in den Ferien 35 Prozent aller Spiele verlegt – vor drei Jahren war es die Hälfte.“ Da man in einer Quali-Runde aber wohl keine Partien verlegen könne, sehe er einen Start vor Schulbeginn äußerst skeptisch.

Keine Qualifikation mehr in den Ferien

Es waren noch weitere Fragen offen. Was ist mit Teams, die aus der BOL absteigen und für die Kreisliga gesetzt sind? Und was passiert mit Mannschaften bis zum Saisonstart im Oktober, die nicht an der Quali teilnehmen wollen? Es entwickelte sich eine rege Diskussion – und Heilmaier zeigte eine Alternative auf: „Ich halte eine Qualifikation in größeren Gruppen, die sich von September bis November erstreckt, für wesentlich sinnvoller“, erläuterte er. Zum einen könne der Start in den Spielbetrieb erst nach Schulbeginn erfolgen, zum anderen sei die Gefahr, dass über Auf- und Abstieg vielleicht der Zufall entscheidet, aufgrund der höheren Zahl an Spielen deutlich geringer.

Der vorgeschlagene Modus fand bei den Vereinsvertretern breiten Anklang, auch Erl und Weißmann unterstützten den Vorschlag. Der Verbandsjugendleiter appellierte an die Vernunft der Vereine: „Eine Kreisliga-Meldung soll bitte nicht aus taktischen Gründen erfolgen, sondern ihr sollt eure Mannschaften nach Leistungsstärke melden, weil es wenig Sinn macht, wenn ihr für die Kreisliga-Qualifikation meldet, aber dort völlig überfordert seid“, sagte er. Aus diesem Grund wurde auch festgelegt, dass die schlechtesten Teams, die sich für die Kreisliga bewerben, durchaus in die Normalgruppe absteigen können. „Denn sonst melden alle Mannschaften für die stärkste Spielgruppe, um sich darüber einen Platz in der Kreisklasse zu sichern. Aber das werden wir nicht unterstützen“, betonte Weißmann.

Eine exakte Planung hängt nun von den Meldungen der Vereine ab. „Wenn wir wissen, wer sich von den 68 Mannschaften für die Kreisliga und Kreisklasse meldet, können wir die Anzahl und Größen der Gruppen festlegen, wobei eine regionale Einteilung vorgesehen ist“, sagte der Kreisjugendleiter. Die Angst einiger Vereinsvertreter, dass die Gruppen deutliche Leistungsunterschiede aufweisen, entkräftete Erl. „Ich werde mich an den Tabellen der vergangenen drei Jahre orientieren. Und natürlich werden auch die Spielgruppenleiter aus Erding, Freising, Pfaffenhofen und Ingolstadt bei der Einteilung mit eingebunden, da sie die Leistungsstärke ihrer Vereine am besten einschätzen können.“ Nach Abschluss der Quali im November werden die Klassen gemäß der Tabellenstände gebildet. Die Kreisligisten ermitteln im neuen Jahr dann in einer Einfachrunde den Meister und Aufsteiger in die Bezirksoberliga.

Klare Zustimmung für Spielmodus

Erl ließ über den neuen Modus abstimmen. Der Vorschlag aus Altenerding wurde mit 46 von 47 Stimmen angenommen. Ob das Pilotprojekt Bestand haben wird, sollen die Erfahrungen in der kommenden Saison zeigen. „Wenn wir feststellen, dass die bis zuletzt geltende Spielform besser ist, gibt’s keinen Grund, nicht wieder dahin zurückzukehren“, erklärte Weißmann.

anh

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