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Lieber auf Urlaub in Risikogebieten verzichten: Hallbergmooser Spieler dürfen danach zwei Wochen lang nicht auf die Anlage. 

Umfrage wegen Corona 

Rigorose Hallbergmooser

  • vonNico Bauer
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Wie verhält man sich mit den Rückkehrern aus Risikogebieten? Diese Frage stellt sich auch bei den Fußball-Clubs. 

Landkreis – Bayern ist gerade mitten in den Sommerferien. Und mit den Rückkehrern aus aller Herren Länder wird es immer wahrscheinlicher, dass die Infektionszahlen steigen. Damit sind wir bei den Fußballern. Wie umgehen mit Kickern, die in einem Risikogebiet waren? Die Vereine haben ganz unterschiedliche Regelungen – von einer sehr konsequenten Haltung bis zum Appell an die Vernunft der eigenen Aktiven. Der Verband will derweilen am geplanten Re-Start festhalten, während man im Kreis Donau-Isar eher von einer Verschiebung ausgeht.


VfB Hallbergmoos

Die härtesten Regelungen hat diese Woche der VfB getroffen mit der Vorgabe, dass Heimkehrer aus Risikogebieten für 14 Tage die Sportanlage nicht betreten dürfen. „Da hilft auch kein negativer Coronatest“, sagt der sportliche Leiter Anselm Küchle. Der Verein orientiert sich bei den Risikogebieten an die täglichen Veröffentlichungen des Robert-Koch-Institutes. „Das ist eine schwierige Thematik“, sagt Anselm Küchle, „und wir gehen extrem sensibel damit um.“ Hallbergmoos spielt in der Landesliga, wo es zuletzt einen Schreckmoment beim Nachbarn FC Unterföhring gab. Dort wurde ein Spieler getestet, trainierte jedoch mit der Mannschaft und bekam später das positive Ergebnis. Die Landesliga-Mannschaft musste zum Gruppentest und sagte bis zu der Entwarnung drei Trainings und ein Testspiel ab.

SE Freising

Der Vorfall aus Unterföhring ist so etwas wie eine Warnung für den Landesliga-Club SE Freising. Dort müssen Urlauber der ersten Mannschaft erst den negativen Test auf den Tisch legen, bevor sie das erste Mal wieder mittrainieren dürfen. Jugendleiter Manuel Esch verweist darauf, dass sich der Verein doppelt bei den Nachwuchsmannschaften abgesichert habe, in dem man die Hygieneregeln des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) penibel umsetze und zudem ein Hygienekonzept zusammen mit der Stadt Freising erstellt habe. „Wir vermindern das Risiko und sind relativ streng.“ Esch setzt bei den Urlaubern aber vor allem auf Vernunft: „Wir fordern den negativen Coronatest nicht aktiv und hoffen, dass die Eltern von Jugendspielern bei der Rückkehr so schlau sind, dass sie sich testen lassen.“

FC Moosburg

Ähnlich verfährt auch der FC Moosburg. Hier berichtet der Vorsitzende Robert Heilmaier, dass bei allen Mannschaften ein negatives Testergebnis vor der ersten Trainingsteilnahme erwartet wird. Der Verein pocht aber nicht auf ein Attest in schwarz und weiß. „Wenn einer bescheißen will, dann kann er das tun“, sagt Heilmaier. Er ist aber überzeugt, dass die Hobbyfußballer aller Altersklassen kein Interesse haben, den Neustart ihrer Mannschaften zu gefährden. Die geforderten Corona-Tests wurden in den Whatsapp-Gruppen der einzelnen Mannschaften deutlich kommuniziert.

SV Hohenkammer

Alfred Kopp, der Vorsitzende des SV Hohenkammer, hat mit seiner Vorstandschaft noch keine konkrete Richtlinie herausgegeben. „Wir appellieren an die Vernunft der Fußballer“, sagt der Funktionär. Derzeit besprechen sich alle Trainer wöchentlich zum Thema Corona. Kopp ist überzeugt, dass sich Kicker nach den Ferien in Gebieten mit hohen Infektionszahlen auch ohne Zwang testen lassen zum Schutz ihres Umfelds in Familie und Verein.

TSV Allershausen

Der Nachbarclub TSV Allershausen hatte vor drei Wochen schonen einen Fall, als nach dem Kroatien-Urlaub die Partnerin eines Spielers positiv getestet wurde, der Fußballer später auch positiv, aber völlig symptomfrei war. Der Spieler begab sich in die gesetzlich vorgeschriebene Quarantäne, damit bestand für die Mannschaft keine Gefahr. Derzeit trifft Corona nur die Erwachsenenmannschaften, weil Kinder und Jugendliche erst nach den Sommerferien wieder mit dem Training starten. Fußball-Chef Philipp Jordan setzt auch auf die Vernunft der Urlauber: „Jeder weiß doch genau, dass mit Covid-Vorfällen in einem oder mehreren Vereinen der gesamte Ligabetrieb darniederliegt, oder die Saison abgebrochen wird.“

SV Dietersheim

Derzeit hat der SV Dietersheim keine Urlauber auf Tour, aber das kann sich bald ändern. Sechs Fußballer überlegen, was sie mit dem in der kommenden Woche geplanten Kroatien-Urlaub machen. „Wenn sie das wollen, dann kannst du die jungen Leute nicht aufhalten“, sagt Clubchef Mario Spoljaric. Noch etwas pikanter wird die Urlaubsfrage ganz aktuell, weil zwei kroatische Regionen gestern zu neuen Risikogebieten erklärt wurden. Spoljaric wird mit den Spielern das Gespräch suchen und eindringlich appellieren, dass sie sich vor der Rückkehr ins Training testen lassen sollen. Der Vorsitzende sieht keine Möglichkeit für eine Verpflichtung, aber er wird die Verantwortung ansprechen: „Wenn die dann einfach auf gut Glück wieder trainieren, wäre das den anderen Mannschaftsmitgliedern gegenüber nicht fair.“

SVA Palzing

Mitten in der Vorbereitung befinden sich die Fußballer des SVA Palzing. Trainer Sepp Summerer hat mit Urlaubern wenig Probleme, weil nur zwei Spieler verreist sind und einer bereits negativ getestet wurde. „Wir gehen relativ normal mit dem Thema um“, sagt Summerer. Der Trainer hat aber schon bemerkt, dass dieser Tage bei Testspielen vieles ganz anders ist als sonst. In der Halbzeit geht Summerer beispielsweise mit seiner Mannschaft nicht in die Kabine und hält ganz bewusst Abstand zur anderen Mannschaft außerhalb des reinen Spiels. „Man herzt die anderen Trainer und Spieler nicht mehr so wie früher“, sagt Summerer, „das ist schon recht schade.“

TSV Eching

Bei der Bezirksliga-Spitzenmannschaft TSV Eching hatte Trainer Gerhard Lösch nur einen in die Ferne verreisten Spieler und der kam mit negativem Testergebnis nach Hause. „Das Thema beschäftigt mich gerade Nullkommanull“, sagt Lösch, der mit seinem Team intensiv für das große Ziel Aufstieg arbeitet.

Der Amateurfußball fühlt sich derzeit anders an, und in allen Vereinen seufzen die Funktionäre beim Thema Corona. Keiner weiß, was morgen ist, viele zweifeln angesichts steigender Zahlen den geplanten Pflichtspielstart im September an, und ob Spiele mit Zuschauern möglich sind, bleibt genauso völlig offen.

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