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Der Ball gehört mir! Konzentriert beobachtet Christina Schredl (l.) dessen Flugphase, um ihn dann zu schnappen und mit ihm den Angriff zu starten. 19 Treffer steuerte die 22-Jährige zum 33:28-Sieg der HSG Freising-Neufahrn bei.

Das starke Stück vom Wochenende

Handballerin Christina Schredl mit der „Leistung ihres Lebens“

Was für eine Vorstellung! Im Heimspiel gegen den TSV Winkelhaid führte Christina Schredl (22) die Handballerinnen der HSG Freising-Neufahrn mit insgesamt 19 Toren noch zum 33:28-Sieg – eine Wurfausbeute, die in der Bayernliga Seltenheitswert haben dürfte, wenn nicht sogar ein Novum darstellt.

Freising„Sie hat die Leistung ihres Lebens gezeigt“, lobte Trainer Peter Mesiarik die Rückraumspielerin nach der Partie. Die unglaubliche Trefferquote bewertete Christina Schredl realistisch: Alles wäre nicht von Bedeutung gewesen, hätte man die Begegnung trotz der vielen Tore nicht gewonnen, sagte die 22-Jährige. Schließlich hatte man nach 24 Minuten mit 7:16 zurückgelegen, und diesen fast aussichtslosen Neun-Tore-Rückstand erlebte Schredl auch noch von draußen, weil sie eine Zwei-Minuten-Strafe absitzen musste.

Danach aber kam sie zurück, nutzte nun die numerische Überlegenheit aus, traf innerhalb von 43 Sekunden zwei Mal, was den Gast zu einer Auszeit veranlasste. Doch Christina Schredl war dadurch nicht zu bremsen und verkürzte bis zur Pause mit zwei weiteren Toren auf 11:17. „Neun Tore Rückstand sind natürlich nicht wenig, aber wir wollten einfach unser Bestes geben“, sagte die 22-Jährige, die nach dem Seitenwechsel eine grandiose Aufholjagd einleitete. Ein ums andere Mal ging es über die schnelle Mitte, und die HSG-Spielerin konnte mit ihrem Tempo punkten. Daneben hatte sie eine großartige Unterstützung durch ihre Nebenfrauen: „Sie haben super in die gegnerische Abwehr gestoßen, damit konnte ich die nötige Lücke finden.“

Christina Schredl zählte für sich insgesamt 21 Würfe auf das gegnerische Tor – lediglich zwei gingen daneben. Allein neun Mal durfte sie zum Siebenmeter antreten und verzeichnete eine 100-prozentige Quote. Nervenstärke ist also ein weiteres Attribut der HSG-Akteurin.

Aber nicht nur in der Partie gegen Winkelhaid, sondern auch generell läuft es für die Rückraumspielerin von Freising-Neufahrn: Mittlerweile hat sie sich auf den dritten Rang der Torschützenliste der gesamten Bayernliga nach vorne gebracht, ist dadurch mit Abstand die beste Werferin des HSG-Teams. Das würde natürlich alles nichts bringen, wenn keine Siege für ihre Mannschaft in die Bilanz kommen.

Umso erleichterter zeigte sich die 22-Jährige, dass es gegen den TSV Winkelhaid endlich mit dem zweiten Saisonerfolg geklappt hat: „Wir waren in dieser Runde schon häufiger knapp dran. Da fällt uns jetzt schon ein Stein vom Herzen.“ Gerade so ein Sieg, der zwischendurch nicht mehr möglich erschien, sei besonders schön: „Alle haben ja gemeint, dass wir verlieren. Da war der Jubel groß.“

Christina Schredl hätte in der Partie die 20 übrigens durchaus voll machen können. Doch den letzten Siebenmeter überließ sie Claudia Hilpert. Aber auch so ist es für sie ein Rekordwert in der Karriere. Nicht einmal in der Jugend hat sie so viele Tore geworfen. Und lachend fügt die 22-Jährige an: „Ich bin diesmal schon ziemlich zufrieden mit meiner Leistung.“

Bernd Heinzinger

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