Simone Göppert: Die frühere Torhüterin der TSG Giengen gehört inzwischen zur Startformation der HSG. Foto: privat
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Simone Göppert: Die frühere Torhüterin der TSG Giengen gehört inzwischen zur Startformation der HSG.

HSG-Torhüterin Simone Göppert im Portrait

In der neuen Heimat endgültig angekommen

Von Baden-Württemberg nach Oberbayern: Für die HSG Freising ist der Zugang von Simone Göppert ein Glücksfall.

Freising – Ihre erste Saison als Nummer eins im Tor der Bayernliga-Handballmannschaft der HSG Freising-Neufahrn hätte sich Simone Göppert sicherlich anders gewünscht. Die 26-Jährige gehört mittlerweile fest zur Startformation der Truppe von Trainer Simon Klawe, konnte sich wegen des zweiten Lockdowns aber bislang kaum beweisen.

Im zarten Alter von sieben Jahren begann Göppert mit dem Handball in ihrer Heimat beim TSG Giengen an der Brenz. Der dortige Verein im Kreis Heidenheim spielte höherklassig. die Torfrau durchschritt sämtliche Jugendteams. Als sie allerdings gerade dabei war, sich ihre ersten Sporen im Erwachsenenbereich zu verdienen, ging es mit Giengen deutlich bergab: „Ich spielte dann noch eine Saison in der Landesliga. Da waren wir aber schon chancenlos, und danach hat sich die Frauenmannschaft erst einmal aufgelöst.“

Mit dem Wechsel nach Herbrechtingen folgte allerdings ein tolles Jahr. Noch durfte sie in der A-Jugend antreten, und der Verein aus der direkten Nachbarschaft trat in der Württemberg-Liga mit dem Ziel Meisterschaft an: „Den Titel haben wir auch geholt, dazu habe ich in diesem Jahr mein Abi gemacht“, erzählt die 26-Jährige stolz. In Herbrechtingen traf sie zudem auf eine sehr gute A-JugendTrainerin: „Sie hat viel auf das Spielerische gesetzt, das hat großen Spaß gemacht.“

Diese Eindrücke setzt Göppert aktuell bei der HSG Freising-Neufahrn um, denn neben ihrer Torwarttätigkeit coacht sie hier auch den ältesten weiblichen NachwuchsJahrgang. Zunächst kehrte sie aber nach Giengen zurück, half dort beim Neuaufbau der Frauenmannschaft mit. Nachdem Göppert 2013 des Studiums wegen nach Freising zog, pendelte sie noch einige Zeit zum Heimatverein. Erst vier Jahre später versuchte sie es zunächst mittels Doppelstartrecht bei der HSG, wechselte dann 2018 endgültig – zunächst in die zweite Mannschaft: „Durch das Studium habe ich weniger trainiert, meine Leistung ging schon deutlich nach unten. Gleich in der ersten Mannschaft anzufangen, wäre für mich zu viel gewesen.“ Doch sie steigerte ihren Umfang, der Ehrgeiz kam zurück. Folgerichtig packte sie bald den Sprung in die Bayernliga-Truppe. Als große Stärke sieht die Torfrau ihre Schnelligkeit in den Beinen: „Daher freue ich mich, wenn die Gegnerinnen in den unteren Bereich des Tores werfen.“ Falls es weiter oben einschlägt, habe sie allerdings noch Probleme: „Mit meinen 1,70 Metern Größe muss ich hier noch deutlich an meiner Sprungkraft arbeiten. Aber da bin ich dabei.“ Simone Göppert plant jedenfalls, noch viele Jahre den Kasten bei der HSG zu hüten.

Sie arbeitet an der TUM in Freising, macht derzeit ihre Doktorarbeit. Bei den Handballern der HSG fühlt sie sich sehr wohl, was auch an ihrer Trainertätigkeit liegt: „Dadurch lerne ich auch viele andere Leute im Verein kennen. Dieser ist für mich schon eine richtige neue Heimat geworden.“ Auch im Training mit der Bayernliga-Mannschaft gäbe es immer wieder neue Impulse, lobt Simone Göppert: „Der neue Coach Simon Klawe hat hier einiges verändert, das gefällt mir sehr gut.“ Das Nahziel laute Klassenerhalt in der Bayernliga: „Wenn wir das zeigen, was wir können, dann klappt es auch. Ich bin da sehr guter Dinge.“

Bernd Heinzinger

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