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Ju-Jutsu: Freisingerin startet bei den World Games

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Bereit für Großes: Johannes Tourbeslis und Julia Paszkiewicz nehmen eine gute Platzierung bei den World Games in Breslau ins Visier. © Rainer Kirchner

Jetzt wird es ernst: Julia Paszkiewicz (21) und Johannes Tourbeslis (23) nähern sich ihrem Ju-Jutsu-Höhepunkt der vergangenen Jahre. Ihr Auftritt bei den World Games in Polen – quasi die Olympiade für nicht-olympische Sportarten – steht vor der Tür. Und die beiden gehen gut vorbereitet in den Wettkampf.

Freising – Für das Ju-Jutsu-Duo-Paar Julia Paszkiewicz aus Freising und Johannes Tourbeslis aus Niederroth ist mit der Nominierung für die World Games 2017 ein Traum in Erfüllung gegangen. Sie dürfen für den Deutschen Ju-Jutsu-Verband an den Start.

Die World Games sind quasi die Olympiade für die nicht- olympischen Sportarten und finden alle vier Jahre statt. Vom 20. bis zum 30. Juli ist diesmal Breslau (Polen) der Austragungsort. Rund 3500 Sportler aus insgesamt 111 Nationen werden dann in knapp 40 Sportarten um die Medaillen kämpfen. Die einzelnen Ju-Jutsu-Wettkämpfe finden dabei am 28. und 29. Juli in den Disziplinen Fighting, Duo und Ne-Waza statt.

Paszkiewicz und Tourbeslis trainieren seit mittlerweile sieben Jahren den Ju-Jutsu- Duo-Wettkampf beim SV Niederroth (Landkreis Dachau). Ihr Talent und ihr Entwicklungspotenzial sowie ihr stark ausgeprägter Trainingseifer brachten ihnen 2011 die Aufnahme in den bayerischen Landeskader und 2013 in den deutschen Bundeskader ein. Die beiden sind unter anderem vierfache Deutsche Meister, Junioren-Vizeeuropa- und -Vizeweltmeister. Sie gewannen bei der WM 2015 Bronze und bei der WM 2016 im Teamwettkampf Mix die Goldmedaille. Bei den German Open 2014 waren sie in der Kategorie Duo Mix ebenfalls Erste.

Julia Paszkiewicz trainiert Ju-Jutsu seit dem Jahr 2004, Johannes Tourbeslis seit 2008. Die beiden sind im Besitz der Trainer-C-Leistungssportlizenz und gestalten das Training beim SV Niederroth insbesondere im Kinder- und Jugendbereich aktiv mit.

Ihre ganze Erfahrung soll die beiden bei den World Games weit bringen – und alles ist möglich: Insbesondere die guten internationalen Platzierungen seit 2015 haben dazu beigetragen, dass sie sich bis Ende 2016 auf den fünften Platz in der World Ranking List der Ju-Jitsu International Federation geschoben – und somit auch die Voraussetzung für die direkte Startberechtigung an den World Games 2017 erkämpft haben.

Nach der offiziellen Nominierung im Februar 2017 durch den Deutschen Ju-Jutsu-Verband (DJJV) war die Freude bei den beiden sehr groß. Sie trainieren seit der Nominierung zum Teil bis zu 18 Stunden pro Woche. Sie nahmen an mehreren Vorbereitungslehrgängen teil – und haben nach Ansicht von Vinzenz Oschmann (Duo-Landescheftrainer Bayern), der Bundestrainer Markus Grimminger und Bernd Breuer sowie des Chefbundestrainers Roland Köhler einen „absolut vielversprechenden Trainingsstand erreicht“. Am Freitag, 28. Juli, kommt es dann zum ersehnten Wettkampf mit zum Teil bereits gut bekannten Duo-Paaren aus der Schweiz, aus Italien, Belgien, Uruguay und Kolumbien.

Was ist Ju-Jutsu?

Ju-Jutsu ist eine moderne Selbstverteidigung und ein Zweikampfsport für die Praxis des täglichen Lebens. Es besteht aus den Elementen verschiedener Selbstverteidigungs- und Zweikampfsportsysteme. Das Ju-Jutsu beinhaltet mehr, als der Name erkennen lässt. „Ju“ bedeutet „sanft“. Das heißt: anpassen, ausweichen, nachgeben. „Jutsu“ steht für „Kunst oder Kunstgriff“. Ju-Jutsu ist also die Kunst, durch Ausweichen oder Nachgeben die Kraft des Angreifers zu nutzen und ihn damit zu besiegen. Ju-Jutsu geht grundsätzlich von den Verteidigungstechniken aus. Das Ziel ist es, die Bewegungsabläufe, Koordination und Aufmerksamkeit durch ständiges Training so zu erlernen, dass die Verteidigung im Ernstfall ohne nachzudenken erfolgt. Dabei darf aber die Verhältnismäßigkeit nicht vergessen werden. Das bedeutet: Ein leichter Angriff wird mit einer „leichten“ Verteidigung abgewehrt. Auch dem Einsatz der Stimme und der Körpersprache wird eine große Bedeutung beigemessen.

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