Maxi Homberg spielt auf einem Sandplatz Tennis und setzt zum Return an.
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Spagat zwischen Schule und Sport: Maxi Homberg hat aktuell keine Zeit zum Durchschnaufen.

Tennis

Maxi Homberg: Profi-Traum vor Augen, Abi im Hinterkopf

  • Michael Leitner
    vonMichael Leitner
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Tennisspieler Maxi Homberg aus Freising muss bei den Turnieren in Spanien und Russland im Einzel früh die Segel streichen. In der Schule wird es jetzt ernst.

Freising – Auf zwei Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen, ist alles andere als leicht. Davon kann Maxi Homberg ein Lied singen: Der 18-jährige Freisinger will einerseits den Sprung zum Tennisprofi schaffen und fleißig Punkte sammeln, um sich für die Junior-Grand-Slams zu qualifizieren. Andererseits steht am 7. Mai die erste Abiturprüfung an. Bei den jüngsten beiden J1-Turnieren im spanischen Villena und im russischen Kasan kam Homberg im Einzel nicht über die erste Runde hinaus.

„Es waren zwei schwere Gegner. Aber keine, die ich nicht hätte bezwingen können“, bilanziert der 18-Jährige. Ende März in Villena zog er gegen den Russen Konstantin Zhzhenov mit 4:6 und 3:6 den Kürzeren, und Mitte April in Kasan scheiterte er mit 7:5, 2:6 und 1:6 an Orel Kimhi aus Israel. „Ich habe nicht schlecht gespielt“, berichtet Homberg. „Aber ich hatte insgesamt zu viele Schwankungen im Spiel. Ich war in manchen Phasen vielleicht zu unkonzentriert, weil ich natürlich die Schule im Hinterkopf habe.“

Vormittags Video-Unterricht, nachmittags Training, abends Lernen

Der junge Freisinger muss momentan viele Dinge parallel stemmen: Er besucht das Privatgymnasium in Schwetzingen bei Mannheim. Vormittags stehen Video-Unterricht und Crash-Kurse fürs Abi an, nachmittags Trainingseinheiten an der TennisBase Oberhaching, und abends wird gelernt. Denn in wenigen Tagen wird es ernst: Die Abiprüfung in Sport am 7. Mai macht den Anfang, es folgen Mathe am 18. und Latein am 19. Mai.

„Andere Spieler haben aktuell natürlich einen Vorteil, weil sie nicht mehr zur Schule gehen und deshalb viel mehr Turniere bestreiten können“, erklärt Homberg, der in der Jugendweltrangliste auf Platz 92 (Stand 26. April) abgerutscht ist. Im Februar stand er schon mal auf Position 68. Sein Ziel sind die Top 50 – das wäre nötig, um ganz sicher zu den Junior-Grand-Slams fahren zu können. Mit den French Open Ende Mai wird es nichts. „Es gibt wegen Corona keine Quali, sondern ein Hauptfeld mit 64 Spielern inklusive acht Wildcards. Ich hätte in Kasan das Halbfinale erreichen müssen, um reinzukommen.“ Das nächste Ziel – „und das wäre wichtig“ – lautet Wimbledon: „Ich möchte nach den ersten drei Prüfungen ein Turnier spielen und punkten, um eventuell im Juni dort dabei zu sein.“ Ob in England Qualifikationsrunden ausgetragen werden, sei derzeit noch unklar.

Doppelter Nervenkrimi in Kasan

Klar ist dagegen: Im Sport braucht man nicht nur Konzentration, sondern ab und zu auch ein wenig Glück – und das gilt im Tennis vor allem im Doppel. In Kasan mussten Homberg und sein Spielpartner Neo Niedner aus Hessen gleich zweimal in den Match-Tiebreak: In der ersten Runde setzten sie sich gegen die Russen Dmitry Dolzhenkov und Ruslan Tiukaev knapp mit 6:2, 2:6, 10:4 durch, im Viertelfinale hatten sie gegen die Serben Stefan Popovic und Petar Teodorovic mit 2:6, 6:3 und 7:10 das Nachsehen. „So ist es halt, einmal klappt’s und einmal klappt’s nicht“, sagt der Freisinger.

So oder so: Maxi Homberg ist froh, wenn er sein Abitur geschafft und diese Doppelbelastung ein Ende hat. Wie es dann weitergeht? Der 18-Jährige hatte über ein Studium in den USA nachgedacht. „Doch ich will nach der Schule erstmal nur Tennis spielen und bei Herrenturnieren auf der ITF Future Tour anfangen.“ Und fleißig punkten, um sich den Traum vom Profitennis erfüllen zu können.

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