Laufszene mit Niklas Ludwig.
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Bärenstarke Vorstellung: Niklas Ludwig (19) ist beim Mondsee-Triathlon auf der Laufstrecke regelrecht über sich hinausgewachsen – Platz drei war der Lohn.

Triathlon

Mondsee-Triathlon: Niklas Ludwig stürmt aufs Stockerl

Niklas Ludwig hat zwei weitere wichtige Schritte in Richtung Profi-Karriere gemacht: Er schaffte beim Allgäu- und beim Mondsee-Triathlon starke Platzierungen.

Kirchdorf/Fuschl am See – Niklas Ludwig (19), der wegen der besseren Trainingsmöglichkeiten mittlerweile im österreichischen Fuschl wohnt, befindet sich im absoluten Wettbewerbsmodus. Und das mit großem Erfolg. Der vielversprechende Jungtriathlet hat sein außerordentliches Talent erst kürzlich beim 3MUC Triathlon in Oberschleißheim unter Beweis gestellt. Nun hat Ludwig nachgelegt und binnen zwei Wochen sowohl beim Allgäu-Triathlon in Immenstadt als auch am Sonntag beim Mondsee-Triathlon in Österreich persönliche Spitzenresultate erzielt.

In Immenstadt belegte Ludwig unter 2500 Teilnehmern am Ende immerhin den 14. Rang. Zwischenzeitlich lag er sogar auf dem siebten Platz, sei dann aber „wegen energetischer Probleme“ zurückgefallen. Am Sonntag klappte es noch besser: Da stand der ambitionierte Triathlet bei der Sprintdistanz mit 750 Metern Schwimmen, 23 Kilometern Radfahren und fünf Kilometern Laufen sogar auf dem Siegertreppchen. Nach einer Panne mit der Fahrradschaltung gelang ihm beim Laufen eine bemerkenswerte Aufholjagd, die ihn schließlich noch bis auf Rang drei vorspülte. Wohlgemerkt hinter Topleuten wie Spitzenreiter Oliver Janny und dem Zweitplatzierten Raphael Petrovic.

Balsam für die Läuferseele

„Beim Laufen bin ich komplett über mich hinausgewachsen“, stellte Niklas Ludwig hinterher überglücklich fest. Zurecht, schließlich hatte er großes Durchhaltevermögen bewiesen. Immerhin war auch beim Schwimmen zunächst nicht alles nach Plan gelaufen: Ludwig wollte gleich mit den Favoriten mitziehen, was ihm nicht gelang. Auch die, mit langsamen Athleten von einer anderen Distanz gefüllte erste Wechselzone, täuschte – er dachte, er läge nur auf Rang zehn bis 15. Beim Radfahren konnte er mitunter wegen Schaltproblemen nur wenige Platzierungen gutmachen.

Doch in der zweiten Wechselzone, an der er zuerst wegen schlechter Markierungen vorbeigefahren war, merkte er schließlich, dass er sich tatsächlich auf Platz drei befand. Schon nach dem Schwimmen war es eigentlich Rang fünf. „Die Fehler wären vermeidbar gewesen. Das ärgert mich zum einen, zum anderen weiß ich auch, dass ich sie bis zum nächsten Mal abstellen kann“, kommentiert er die Vorfälle.

In der Vergangenheit hatte Ludwig beim Laufen häufig etliche Positionen eingebüßt. Als er aber plötzlich auf den schnellen Kurzdistanz-Spezialisten Petrovic auflief, wusste er, dass es dieses Mal anders war. „Ich bin sehr zufrieden, das war gut für das Selbstbewusstsein. Zwar hat es nicht mehr für Rang zwei gereicht, aber das ist mir im Grunde gleich. Meine Leistungsfähigkeit habe ich mir, unter anderem mit einer neuen persönlichen Bestzeit über fünf 5 Kilometer, damit selbst bewiesen“, stellte der 19-Jährige, der eine Profi-Karriere anstrebt, mit etwas Abstand fest.

Gleiches gilt sicher auch für die Leistung, die Ludwig im Allgäu bei der 38. Auflage des Kult-Triathlons in Immenstadt gezeigt hat. Schließlich haben dem Wettbewerb keine Geringeren als die Ironman-Hawaii-Sieger Jan Frodeno, Normann Stadler und Thomas Hellriegel ihren Stempel aufgedrückt. „Ich habe das Rennen enorm genossen. Es war perfekt organisiert, und viele Tausend Besucher haben es am Rande verfolgt. Freilich war das unter den Corona-Richtlinien etwas eingedämmt. Die Leute standen auf Abstand und verteilt – beeindruckend war die Kulisse aber doch“, findet Ludwig.

Die Wettkampfbedingungen beim Allgäu-Triathlon sind hart. So ist etwa das Windschattenfahren auf dem Fahrrad verboten. Die Regeln waren es jedoch gar nicht, die Ludwig zu schaffen machten. Stattdessen habe er „massive Probleme“ mit dem Flüssigkeitshaushalt bekommen. Vielleicht habe es ihm aber auch an Kohlenhydraten gefehlt. Eine genaue Analyse, warum er gegen Ende des Wettkampfs zurückgefallen ist, steht noch aus. Fakt ist, „dass der Akku leer war“, räumt Ludwig ein.

Jahreshighlight und Standortbestimmung

Als Nächstes fiebert er auf sein Jahreshighlight über die 70.3 Distanz mit 1,9 Kilometern Schwimmen, 90 Kilometern Radfahren und 21,1 Kilometern Laufen hin. Beim Ironman 70.3 Nizza, Austragungsort der WM im Jahr 2019, am 12. September möchte er seine aktuelle Leistung mit der Zeit des Amateur-Weltmeisters vergleichen. „Knapp ein Jahr, bevor ich selbst versuche, diesen Titel in St. George in den USA zu gewinnen, ist das eine gute Standortbestimmung, und ich kann mit meinem Trainer detaillierter darauf hinarbeiten“, prognostiziert der 19-Jährige.

Lesen Sie auch die Reportage von Niklas‘ „Ironman Stoibermühle“: „Gehöre wieder zu den Lebenden“: Niklas Ludwig (18) fasst nach Ironman schon nächste Ziele ins Auge

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