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Auch als Trainer mit Leib und Seele dabei: (v. l.) Siegfried „Siggal“ Gmahl, Günther Henning, Franz Mißlinger und der damalige Pressewart Uwe Pulz auf dem früheren Platz am Bahnhof.

Was ist eigentlich geworden aus??? - Heute: Siegfried Gmahl

Fußballer Siggi Gmahl: „Früher war mehr Herzblut im Spiel“

  • Margit Conrad
    vonMargit Conrad
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Moosburg: Siggi Gmahl - der begnadete Fußballer blickt gern auf die Zeit bei den Kickern in der Dreirosenstadt, damals Abteilung der Sportgemeinschaft, zurück.

Moosburg/Mirskofen„Tischtennis“, so sagt Siegfried Gmahl (69), „das wäre meine alternative Sportart gewesen“. Schließlich war er Kompaniemeister in der Funkkaserne in München – und richtig gut. „Das heißt, ich war nicht nur Schlägerträger.“ Doch wer auf der fußballerischen Ebene unterwegs ist, der weiß: Siggi Gmahl aus Mirskofen (Kreis Landshut) war über Jahrzehnte hinweg der geborene und begnadete Fußballer. Und dieses, sein Talent und Können, hat er nicht nur als Aktiver gelebt, sondern auch als beliebter Trainer weitergegeben.

Beide Söhne für den Fußball begeistert

Vor allem an seine beiden Söhne, Markus (43) und Daniel (39), zwei fußballbegeisterte Kinder, denen er mit seiner Gudrun, mit der er mittlerweile seit 1975 verheiratet ist und mit der er erst am 2. August den 45. Hochzeitstag feiern konnte, den Weg zu seinem Lieblingssport aufgezeigt hat.

Seine fußballerische Gehversuche machte Siegfried Gmahl, „da Siggal“, wie er unter Freunden genannt wurde und von ehemaligen Mitstreitern und Fußballkollegen immer noch so gerufen wird, bei der DJK Mirskofen. Es ist sein Heimatverein geblieben, den er bis zur Saison 2015/16 sogar als Trainer der Ersten und Zweiten betreute, zu dem er auch heute noch gute Beziehungen hat und dessen Spiele er, sofern es seine Freizeitaktivitäten zulassen, noch gerne verfolgt.

Spielmacher, also die typische Nummer 10

Als Aktiver war er die klassische Zehn in der damaligen Spielform, vor Viererkette und Co., ein Mann fürs Mittelfeld, der Spielmacher eben. 

Dank seiner fußballerischen Begabung wurde man höherklassig auf ihn aufmerksam. Bei den Herren war er von 1970 bis 1973 beim FC Wacker München in der damaligen Regionalliga Süd, wohin der Verein in der Saison 1969/70 als Bayerischer Amateurmeister aufgestiegen war. Ein Jahr war der Siggal dann bei der SpVgg Landshut, bis der Ruf aus der Dreirosenstadt Moosburg kam.

Der damalige Abteilungsleiter Hans Kiermaier senior – die Fußballer gehörten seit der Fusion 1970 von Turnverein, der Spielvereinigung von 1920 und dem Eissport- sowie Tennisverein der Sportgemeinschaft Moosburg an – lockte den Siggal von den Fußballern der Niederbayern-Metropole an die Isarstadt flussaufwärts.

Der Zigarren-Vorstand hat mich geholt

Noch heute erinnert er sich gerne an den Transfer oder die Verpflichtung – wie immer man es auch nennen mag. Dazu befragt, schreibt Siggi Gmahl: „Eine nette Erinnerung bleibt, dass mich der Zigarren- und Zigarettenvorstand Hans Kiermaier letztendlich doch überredete, das Traineramt – erst für die Vorbereitung und dann doch für die Saison und weitere – zu übernehmen. Ich habe es nicht bereut. Eigentlich wollte ich nur als Spieler zu den damaligen SGM-Fußballern kommen.“

Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm die Bezirksliga-Saison mit den Moosburger Fußballern. „Gute Mannschaft, Super-Stimmung, verhältnismäßig für diese Klasse viele Zuschauer – und das Ziel ,Klassenerhalt’ geschafft. Und danach Augustiner oder Löwenbräu – bis zum Abwinken“, schreibt Siggi Gmahl schmunzelnd, sich an die damalige Zeit erinnernd.

Siggal Gmahl mit Moosburger und Landshuter Kumpels (v. l. : Gmahl, Sebastian „Wacko“ Gerlsbeck,Sepp Pichlmeier und Reinahrd „Timex“ Treimer.

Einfach genial: Bayernliga-Aufstieg

Aber natürlich sind noch ganz andere Erfolge präsent: Etwa der Aufstieg mit ihm als Trainer bei der „Spiele“ Landshut in die Bayernliga, und das erste Match gegen die TSV 1860 Amateure, das die Niederbayern mit 3:2 gewannen.

Mit Treppenlaufen bei der Post fit gehalten

Viele haben sich immer gewundert, wie fit der Siggal ist, schließlich,war er kein Profifußballer, sondern bei der Post angestellt. Aber da hat der heute 69-Jährige genau gewusst, welches Trainingspensum er für sich selber aussuchen kann. Er hat sich mittels Treppensteigen oder besser Treppenlaufen fit gehalten. „Stimmt“, sagt er auf Nachfrage. „Etwa in der Blutenburgstraße in München. Das war 1967. Da gab es 36 Steighäuser, das heißt der Briefkasten hing an der Wohnungstür, das waren vier Stockwerke – und, wie damals üblich, gab es noch zwei Zustellungen pro Tag.“

Danach befragt, warum er doch wieder zur SpVgg Landshut zurückgekehrt sei, obwohl ein guter Kumpel einmal behauptet habe, er, also Siggal Gmahl, würde das niemals tun, antwortet der 69-Jährige ehrlich: „Das hätte ich mir sparen können.“ Als Zuschauer verfolgt er noch gerne Fußballspiele. „Das bleibt aber auf meine Umgebung beschränkt.“ Er meint dabei die DJK Mirskofen – „mein Lieblingsverein“.

Abbruch der Saison wäre besser gewesen

Befragt zur aktuellen Situation der „Geisterspiele“ war Gmahl, was den Profibereich anbelangt, schon immer dafür, denn es seien viele Vereine auf die Fernsehgelder angewiesen. Im Amateurbereich sieht es der fast 70-Jährige allerdings anders: „Hier wäre ich schon lange für den kompletten Abbruch der laufenden Saison gewesen.“ Er empfindet es für nicht gut, dass der BFV die Vereine schon frühzeitig zur Zustimmung für die Fortführung einer Saison verleitet hat.

Der Fußball verliert Anziehungskraft nicht

Und was ist anders als zu seiner aktiven Zeit damals? „Früher war vor allem in den Amateurklassen mehr Herzblut im Spiel“, sagt Gmahl, der zusammen mit Fritz Popp, Erich Beer oder Zimmerkollege und Bezirksliga-Aufstiegstrainer der SGM-Fußballer, Mario Rieger, 1980 die Fußball-A-Lizenz erworben hat. „Heute wird der oft übertriebene Trainingsaufwand schon in den unteren Klassen mit Geld ausgeglichen. Doch der Fußball wird seine Anziehungskraft nicht verlieren“, sagt Gmahl.

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