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Seine Ziele fest im Blick hat der Neufahrner Bobfahrer und Juniorenweltmeister Alexander Mair.

Bobfahrer Alexander Mair (25)  

Mit Hartnäckigkeit in die Weltspitze

Er könnte auch bald bei Großereignissen wie Olympia dabei sein. Der aus Neufahrn stammende Bobfahrer Alexander Mair (25) ist im Team von Pilot Pablo Nolte auf dem Weg zum internationalen Durchbruch. Zum Junioren-Weltmeistertitel in St. Moritz hat es jetzt schon gereicht.

Neufahrn – Fliehkräfte sind nicht genug, um Olympia-Bob-Teams wie die von Johannes Lochner, Francesco Friedrich oder Nico Walther auf die Erfolgsspur zu bringen. Die Geschwindigkeit am Start – sie ist ausschlaggebend für das gesamte Rennen. Kraftpakete auf zwei Beinen, Modell-Athleten sind es, die den Schlitten auf Touren bringen.

So ein Anschieber ist Alexander Mair – ein Mann, der es im Bobsport weit bringen will. „Ich mache das nicht zum Spaß, ich will in den Weltcup und zu Olympia“, sagte der ehemalige Footballspieler bereits im Sommer (wir haben berichtet).

Nun hat er im Team von Pablo Nolte einen entscheidenden Schritt getan: Im Viererbob raste Mair Ende Januar in St. Moritz zum Juniorenweltmeistertitel. „Und zwar mit Startbestzeit“, wie der Polizist stolz mitteilt. Es habe sich gut angefühlt, ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Laut Mair war das „ein unglaubliches Gefühl“. Jedoch: Leicht war der Weg dorthin für den 25-jährigen Anschieber keineswegs: Er hatte mit einer hartnäckigen Oberschenkelverletzung zu kämpfen. Die Geschichte der Vorbereitung – sie liest sich wie ein Krimi.

„Zur Teilnahme am zentralen Leistungstest im September hat es nicht gereicht“, erzählt Mair. Immerhin konnte er an Selektionsrennen für den Europacup in Altenberg und am Königssee teilnehmen. Die ersten Europacup-Rennen ließ der Anschieber von Pablo Nolte dann aber aus – „zwecks Heilung und Formaufbau“, wie er sich erinnert. Der Wiedereinstieg gelang im Dezember im französischen La Plagne – und plötzlich war der Erfolg wieder da. Mair war ein fünfter Platz im Zweier- und ein dritter Rang im Viererbob vergönnt. Aber: Drei Rennen an drei Tagen waren zu viel, die alte Verletzung trat auf.

Alexander Mair musste also reagieren. Er nahm sich über Weihnachten eine Auszeit – und richtete seinen Fokus diesmal ganz auf den Viererbob aus. Danach ging es besser. Die Formkurve zeigte nach oben – zunächst im Training und dann auch beim Europacup-Rennen in Winterberg, wo ein zweiter Platz im Vierer zu Buche schlug. Und nun der Junioren-Weltmeistertitel – das gibt dem Anschieber Auftrieb. Könnte gut sein, dass Mair 2022 mit dabei ist, wenn es bei Olympia wieder um Medaillen geht. Bleibt nur zu hoffen, dass er von Verletzungen verschont bleibt.

Alexander Fischer

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