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Von den Anstrengungen gezeichnet: Christian Grundner (49) stellte beim Zwölf-Stunden-Lauf im „Hitzekessel“ Hoyerswerda einen neuen Streckenrekord auf.

Zwölf-Stunden-Europalauf in Hoyerswerda

Ultra-Marathonläufer Christian Grundner: Streckenrekord trotz Staub, Chlor und Hitze

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Was für eine Leistung, was für eine Ausdauer: Der Neufahrner Christian Grundner (49) hat nicht nur den Zwölf-Stunden- Europalauf im sächsischen Hoyerswerda gewonnen, sondern mit 111 Kilometern auch noch einen neuen Streckenrekord aufgestellt.

Neufahrn– Christian Grundner hat in seiner langen Läuferkarriere schon so einige Medaillen gewonnen: 2000 wurde er Deutscher Mannschafts-Vizemeister und 2004 Süddeutscher Vize-Meister auf der Marathondistanz. 2006 wechselte der Neufahrner auf die ganz langen Ultra-Marathon-Strecken, trat bei diversen Sechs- und Zwölf-Stunden-Läufen an – und lief auch hier seine Konkurrenz oft in Grund und Boden. Etwa in Den Haag, in Palermo oder in Amsterdam, sein Eintrag bei Wikipedia ist voll von sportlichen Spitzenleistungen. Und jetzt kam noch eine weitere dazu: Grundner, 49 Jahre jung, hat den Zwölf-Stunden-Europalauf in Hoyerswerda gewonnen – und nebenbei noch den Streckenrekord aus dem Jahr 2016 um drei Kilometer verbessert.

Eine Topleistung, die Christian Grundner aber keineswegs zu wahren Freudensprüngen veranlasst hat: „Es ist nicht so, dass ich enttäuscht wäre“, erzählt der Neufahrner, der für den Laufverein Geiselhöring startet. „Es ist schön, dass ich gewonnen habe, aber ich hatte mir etwas mehr ausgerechnet.“ Seine persönliche Bestleistung in zwölf Stunden liegt bei 127,7 Kilometern – um diese Marke angreifen zu können, hätten allerdings die Bedingungen besser sein müssen. „Die Hitze war einfach brutal“, sagt der 49-Jährige. „Und dazu die schlechte Luft durch den staubigen Untergrund und den Chlordampf vom Thermalbad nebenan – das hat es nicht leichter gemacht.“

Trotzdem lag Grundner auf der 925-Meter-Runde um das Lausitzbad zunächst voll im Soll. Zur Halbzeit hatte er 66 Kilometer zurückgelegt – und damit mehr als der Sieger des parallel ausgetragenen Sechs-Stunden-Rennens. „Danach ist es aber nicht mehr so gut gelaufen“, berichtet der 49-Jährige. „Ich war insgesamt nicht in Bestform.“ Dennoch war er der Einzige von 121 Läufern, der diese Tortur ohne Pausen durchgehalten hat. Die begeisterten Anfeuerungsrufe des Publikums waren ihm auf den letzten Runden sicher.

Jetzt – ein paar Tage nach der Hitzeschlacht von Hoyerswerda – fühlt sich Grundner „einfach nur platt“. Der Lauf habe ihn „geschlaucht“, daher steht aktuell Regenerationstraining auf dem Programm. Das bedeutet: 45 Minuten am Tag lockere Dauerläufe und Gymnastik. Das ist natürlich kein Vergleich mit seinem Pensum vor wichtigen Wettkämpfen: Auf Hoyerswerda habe er sich acht Wochen lang spezifisch vorbereitet – mit zirka 150 Kilometern Laufen in der Woche. „Allerdings habe ich mich auch schon mal über Nacht in einem Fitnesscenter einsperren lassen“, erzählt der 49-Jährige. Bei diesem 16-stündigen Testlauf spulte er satte 160 Kilometer auf dem Laufband ab. „Ansonsten bin ich aber überwiegend im Neufahrner Stadion und in der näheren Umgebung unterwegs.“

Grundner bleibt dabei jederzeit seinem Credo treu: „Ich laufe immer die Streckenlängen, auf denen ich sportlich die besten Möglichkeiten habe.“ Um so eine Kondition zu erreichen, brauche man natürlich die körperlichen Voraussetzungen und den Willen, viel zu trainieren. „Ich habe schon als Kind sehr gut laufen können“, sagt der Verwaltungsbeamte. „Fußball war im Gegensatz dazu nie meine große Stärke.“ Einen extra abgestimmten Ernährungsplan benötige er dagegen nicht: „Pizza, Nudeln, Reis – ich habe den Vorteil, dass mir alles schmeckt, was gut für meinen Sport ist“, betont Grundner. „Und natürlich habe ich noch nie einen Tropfen Alkohol angerührt.“

Welches Rennen Ultra-Marathonläufer Christian Grundner als Nächstes in Angriff nehmen will, steht zwar noch nicht fest. Aber seine persönlichen Ziele hat er klar definiert: Er möchte seinen Zwölf-Stunden-Bestwert von 127,7 Kilometern überbieten. Er will im 24-Stunden-Lauf die WM-Norm knacken. „Und im Hinterkopf habe ich auch noch, den Laufband-Weltrekord über die 24 Stunden zu verbessern.“ Dafür müsste sich der 49-Jährige wohl noch das eine oder andere Mal in einem Fitness-Studio einschließen lassen.

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