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Niklas Ludwig bei der Challenge St. Pölten: Gemischte Gefühle, klare Erkenntnisse

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Von: Michael Leitner

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Triathlet Niklas Ludwig (18) läuft erschöpft Richtung Ziellinie
Blockade im Kopf, Krämpfe in den Beinen: Triathlet Niklas Ludwig (18) vom TSV Jahn Freising kam in St. Pölten über die Mitteldistanz nur auf Platz 87. © Marathon Photos

Bei der Challenge St. Pölten blieb Triathlet Niklas Ludwig beim Halbmarathon weit hinter seinen eigenen Erwartungen zurück. Jetzt sucht er einen neuen Trainer.

Freising/St. Pölten – Er ist ein junger Triathlet – und er hat ein großes Ziel: Niklas Ludwig will im Dezember 2022 in Neuseeland als Amateur die Weltmeisterschaft auf der Mitteldistanz gewinnen und im Jahr darauf als Profisportler durchstarten. Dass es ein sehr weiter Weg nach Neuseeland ist, musste der 18-Jährige bei seinem ersten Saisonwettkampf in Österreich feststellen: Bei der Challenge St. Pölten blieb der Athlet des TSV Jahn Freising beim Halbmarathon weit hinter seinen eigenen Erwartungen zurück. Das Problem waren aber nicht nur die Beine. „Ich hatte eine Blockade im Kopf“, erzählt Ludwig, der sich nach dem Rennen von seinem Trainer getrennt hat.

Die Challenge St. Pölten Ende Mai hatte nach der langen Corona-Zwangspause zahlreiche Spitzensportler nach Niederösterreich gelockt. Athleten wie Sebastian Kienle, der 2014 den Ironman Hawaii gewonnen hat. Insgesamt nahmen 90 Profis den Wettkampf über 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen in Angriff. Dass es angesichts der namhaften Konkurrenz nicht zu einem Platz ganz vorne reichen würde, war Niklas Ludwig vorher klar. Denn immerhin war es sein erstes offizielles Rennen über die Mitteldistanz. Trotzdem: Mit Gesamtrang 87 und seiner Zeit von 4:23:01 Stunden war der Kirchdorfer, der seinen Lebensmittelpunkt im Mai nach Fuschl am See ins Salzkammergut verlagert hat, alles andere als zufrieden.

291 Teilnehmer waren in der Disziplin Laufen besser

„Die ersten zwei Drittel des Wettkampfs waren gut“, sagt Ludwig. Das Schwimmen sei prima gelaufen – auf dem Rad habe er unter den Amateuren mit 2:17:48 Stunden sogar die drittbeste Zeit in den Asphalt gebrannt. „Aber es bleibt dennoch ein schlechtes Gefühl, weil anschließend beim Halbmarathon nichts ging.“ Der 18-Jährige hatte schon früh mit Krämpfen zu kämpfen. Letztlich blieb die Stoppuhr bei einer Laufzeit von 1:30:07 Stunden stehen – 291 Teilnehmer waren in dieser Disziplin besser. „Ich habe im Rennen einfach keinen richtigen Rhythmus gefunden. Das war alles Kopfsache.“

Er ist ein super Coach – doch es hat einfach nicht mehr gepasst.

Niklas Ludwig zur Trennung von Trainer Golo Röhrken

In der Woche vor der Challenge hatte sich Niklas Ludwig entschieden, sich von seinem Trainer Golo Röhrken aus Hamburg zu trennen. „Ich habe die Zusammenarbeit hinterfragt, weil ich seit zwei Jahren beim Laufen nicht so richtige Fortschritte gemacht habe. Ich war nicht mehr vom Training überzeugt. Das ist kurz vor einem Wettkampf freilich suboptimal, ich war mental gehemmt.“ Nach St. Pölten habe Röhrken selbst das Gespräch mit ihm gesucht – das Ergebnis: „Wir haben lange telefoniert und dabei beide festgestellt, dass es besser ist, nicht zusammen weiterzumachen. Wir haben uns einvernehmlich getrennt. Er ist ein super Coach – doch es hat einfach nicht mehr gepasst.“

Niklas Ludwig: „Ich habe gesehen, dass ich es draufhabe.“

Niklas Ludwig ist aktuell auf der Suche nach einem neuen Trainer. Bis er den gefunden hat, arbeitet er weiter mit den alten Trainingsplänen. So oder so: „St. Pölten war eine wertvolle Erfahrung. Ich habe deutlich gesehen, auf welche Disziplin ich nun den Fokus legen muss.“ Im wahrsten Sinne des Wortes besser laufen soll es dann Mitte September in Nizza sowie Anfang Oktober in Barcelona. „Ich halte an meinen Zielen fest. Ich habe gesehen, dass ich es draufhabe. Ich bin zuversichtlich, dass ich mich beim Laufen um einige Minuten steigern kann.“

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