Niklas Ludwig mit Siegertrophäe.
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An der Stätte seines größten Erfolgs: Niklas Ludwig nahm seine Trophäe an der Stoibermühle entgegen – am Start- und Zielort seines privaten Ironmans.

FT-SPORTLER DES JAHRES - Triathlet Niklas Ludwig

Bereit für die nächsten Stufen der Karriereleiter

  • Michael Leitner
    vonMichael Leitner
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Die Leser des Freisinger Tagblatts wählten den Kirchdorfer Triathleten Niklas Ludwig zum Sportler des Jahres 2020.

Kirchdorf – „Es war die geilste Erfahrung, die ich in meinem Leben bisher gemacht habe“, sagt Niklas Ludwig ein Dreivierteljahr nach seinem sportlichen Husarenstück. Am 5. Juli 2020 – an seinem 18. Geburtstag – avancierte der junge Mann aus Kirchdorf zum Ironman. Über zwei Jahre lang hatte er mit einer für Triathleten seines Alters einzigartigen Akribie darauf hingearbeitet, die Ironman-Distanz mit 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und zu guter Letzt noch 42,195 Kilometern Laufen zu finishen.

Er hat es geschafft – in einer Zeit von 9:11:29 Stunden, die seine kühnsten Erwartungen übertraf. Damit nicht genug: Mit seinem selbst kreierten „Ironman Stoibermühle“ kreuz und quer durch den Kreis Freising hat der Athlet des TSV Jahn Freising auch die Tagblatt-Leser mehr als beeindruckt. Sie wählten ihn mit 742 Stimmen zum Sportler des Jahres.

„Ich habe mir an diesem Tag einen persönlichen Traum erfüllt.“

„Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich so viel Unterstützung aus dem Landkreis bekommen habe“, freute sich Ludwig, als er am Donnerstag seinen Pokal an der Stoibermühle entgegennahm. An der Stätte seines größten Erfolgs. „Ja, da kommen wieder Erinnerungen hoch“, sagte er. Erinnerungen an den Moment, als er von den Strapazen gezeichnet ins Ziel lief und sich auf ein ausgebreitetes Handtuch fallen ließ. „Ich habe mir an diesem Tag einen persönlichen Traum erfüllt.“

Mit seinem Sieg bei der Sportlerwahl hat sich Niklas Ludwig (l.) einen weiteren Preis gesichert: Er kann ein Jahr lang in der Fitnessworld Number 1 trainieren – sehr zur Freude von Inhaber Franz Jungmeier.

Und es soll nicht der letzte gewesen sein: Niklas Ludwig trainiert aktuell 22 Stunden pro Woche für den Einstieg in den Triathlon-Profisport, 2023 soll es so weit sein. Bis dahin will er natürlich weiter für Furore sorgen: bei der Challenge St. Pölten, die am 30. Mai ausgetragen werden soll, Mitte September in Nizza sowie Anfang Oktober in Barcelona, jeweils auf der Mitteldistanz. Darauf vorbereiten wird sich der Kirchdorfer aber bald nicht mehr in heimischen Gefilden: Die Ausbildung zum Koch auf Schloss Hohenkammer hat er erfolgreich zu Ende gebracht. Sobald der Lockdown vorüber ist und die Gastronomie in Österreich wieder öffnen darf, wird der 18-Jährige in Fuschl am See arbeiten. Bezeichnenderweise in einem „Rennrad- und Triathlon- Hotel“, in dem Profis absteigen, um im Salzkammergut ein Trainingslager zu absolvieren. „Klar, von denen kann ich mir sicher eine Menge abschauen“, freut sich Ludwig auf den nächsten Karriereschritt.

Sein nächstes Ziel: der WM-Sieg auf der Mitteldistanz

Und an großen Zielen darf es natürlich nicht fehlen: Ludwig will – noch als Amateur – die Weltmeisterschaft auf der Mitteldistanz gewinnen. Schaffen möchte er das im Dezember 2022 bei der Ironman-70.3-WM in Neuseeland. Dort stehen ihm 1,9 Kilometer zu Wasser, 90 Kilometer auf dem Rad und ein Halbmarathon bevor.

Dass dies kein leichtes Unterfangen wird, dessen ist sich der 18-Jährige bewusst. Denn da gibt’s einen Konkurrenten, mit dem er sich vielleicht bereits bei der Challenge St. Pölten messen wird: Christoph Mattner aus Schwerin. „Er ist so unheimlich schnell – ihn bis zur WM einzuholen, wird kein Spaziergang“, betont der Jahn-Athlet. Vorerst will der gelernte Koch daher erst einmal kleinere Brötchen backen: „St. Pölten ist dazu da, um Erfahrung bei meiner ersten offiziellen Mitteldistanz zu sammeln“, sagt Ludwig. „Höhere Ziele setze ich mir dann wieder für Nizza und Barcelona.“ Bis dahin wird fleißig weitertrainiert. Denn der persönliche Triumph bei seinem privaten Ironman soll ja nur der Anfang gewesen sein.

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