Die deutsche U19-Nationalmannschaft mit (v. l.) Stefan Schmid (TSV Niederviehbach), Bastian Simon (SV Hagenhill), Felix Karpfinger (SC Oberhummel) und Christian Mayerhofer (TSV Taufkirchen) bei der Siegerehrung.
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Nach einem insgesamt durchwachsenen EM-Wettkampf freute sich die deutsche U19-Nationalmannschaft mit (v. l.) Stefan Schmid (TSV Niederviehbach), Bastian Simon (SV Hagenhill), Felix Karpfinger (SC Oberhummel) und Christian Mayerhofer (TSV Taufkirchen) über Rang zwei und damit die Silbermedaille.

Stockschießen

Felix Karpfinger erlebt bei der EM ein Wechselbad der Gefühle

Stockschütze Felix Karpfinger (16) vom SC Oberhummel hat dem deutschen U19-Nationalteam zu EM-Silber verholfen. Im Einzelfinale lief es dagegen gar nicht.

Oberhummel – Schöner Erfolg für Felix Karpfinger: Der 16 Jahre junge Stockschütze des SC Oberhummel hat am Freitag mit der deutschen U19-Nationalmannschaft EM-Silber im Teamwettbewerb gewonnen. Bei den Europameisterschaften im Weitschießen in der Ritten Arena in Klobenstein (Südtirol) erlebte Karpfinger am Wochenende allerdings ein regelrechtes Wechselbad der Gefühle.

Der Teamwettkampf am Freitag begann für den Schüler aus Wörth alles andere als optimal: Der erste von fünf Versuchen schlitterte früh aus der Bahn, der zweite landete bei indiskutablen 70,41 Metern, bevor der dritte wieder völlig misslang – der Oberhummler Athlet machte ihn ungültig. Im vierten Durchgang passte bei Felix Karpfinger dann aber auf einmal alles zusammen: Sein Stock lief und lief – bis zu einer Weite von 114,28 Metern. Eine der besten Weiten, die der 16-Jährige bislang jemals im Wettkampf abgeliefert hatte und die ihn selbst überraschte: „Am Freitag war ich schon etwas enttäuscht, weil ich drei ungültige Versuche hatte. Doch der eine, der vierte – ich weiß gar nicht so genau, wo der hergekommen ist – der ist mir dann ausgekommen. Ich war so froh darüber, dass ich unserem Team helfen konnte, den zweiten Platz zu sichern.“

Karpfinger haut im vierten Versuch 114,28 Meter raus

Die Topleistung des Stockschützen vom SC Oberhummel war dringend notwendig. Denn auch die anderen deutschen Akteure hatten nicht ihren besten Tag erwischt. Insbesondere U19-Routinier Bastian Simon vom SV Hagenhill blieb weit unter seinen Möglichkeiten. Er hatte zwar fünf gültige Versuche – doch der weiteste war knapp über 97 Meter, was noch nicht einmal zur Qualifikation für das Einzelfinale am Samstag reichte.

Mit Abstand die beste Weite im deutschen Team hatte Felix Karpfinger, der dadurch maßgeblich zum Gewinn der Silbermedaille beitrug. Außerdem löste er damit das Ticket für das Finale der sechs Besten im Einzel-Wettbewerb am Samstag. Doch dieser Wettkampf lief völlig am Schüler aus Wörth vorbei – die Unsicherheiten beim geraden Aufsetzen des Sportgeräts waren auch aus Sicht des Athleten eklatant: „Das Finale war ganz schwach von mir. Da hat dauernd der Stock gewackelt – ich habe es nicht geschafft, ihn gerade auf das Eis zu bekommen.“ Mit jedem verpatzten Versuch nahm die Unzufriedenheit beim 16-jährigen zu. Fazit: Er brachte keine einzige gültige Wertung zustande und wurde Sechster.

Freude am Freitag, Frust am Samstag

Eine herbe Enttäuschung für Felix Karpfinger: „Bei mir lief bis auf den einen Versuch am Freitag wenig zusammen. Ich kann es mir selber nicht erklären, warum ich an diesem Wochenende so schlecht war. Aber mei, man hat mal solche Tage. Da gibt es nur eines: Abhaken, die Erfahrung mitnehmen und es nächstes Jahr besser machen.“

Trotz des Frusts vom Samstag konnte sich der junge Athlet über Silber im U19-Teamwettbewerb freuen. Immerhin hat er bewiesen, dass er auch in der höheren Altersklasse mitschießen kann. In den kommenden Monaten müsse er nun intensiv an der Automatisierung eines runden, flüssigen Bewegungsablaufs arbeiten, sagt der frischgebackene Vize-Europameister. „Bis nächstes Jahr werde ich das hinkriegen, damit ich dann ganz vorne anpacken kann.“

Josef Fuchs

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