Simone Blum mit ihrer Stute DSP Alice
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Dynamisches Duo: Simone Blum und ihre Stute DSP Alice wollen auch in Tokio große Sprünge machen.

SPORTLERIN DES JAHRES - Der Ausbruch des Pferde-Herpes-Virus hat Simone Blums Spanien-Pläne durchkreuzt

Olympia-Vorbereitung mit Hindernissen

Die FT-Leser wählten die Zollinger Springreiterin Simone Blum zur Sportlerin des Jahres 2020.

Zolling – Bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres 2020 haben sich die Leser des Freisinger Tagblatts für Springreiterin Simone Blum aus Zolling entschieden. Bereits zum dritten Mal setzte sich die 32-Jährige als Siegerin durch.

Auch wenn im vergangenen Jahr wegen der durch die Corona-Pandemie verursachten Störungen zahlreiche Reitturniere abgesagt werden mussten, hat die amtierende Weltmeisterin im Springreiten die Olympischen Sommerspiele, die vom 23. Juli bis 8. August in Tokio stattfinden sollen, fest im Hinterkopf. Die gesamte Saisonplanung sei heuer auf Olympia-Vorbereitungen ausgerichtet, erzählt die Elite-Reiterin. Anfang Februar war sie mit ihrem Stall zu einer Tour nach Andalusien in Südspanien gestartet. Dort hätte sie im Rahmen einer Turnierserie an etlichen Wettkämpfen teilnehmen wollen.

Stolze Siegerin: Die Zollingerin hat sich zum dritten Mal die FT-Trophäe gesichert.

Der Ausbruch des für Pferde gefährlichen Herpes-Virus in Spanien wirbelte die Pläne aber gehörig durcheinander. Um eine weitere Ausbreitung zu stoppen, hatte die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) alle Pferde, die an den Turnieren in Vejer de la Frontera teilgenommen hatten, für weitere Wettkämpfe gesperrt. Glücklicherweise seien ihre Pferde negativ getestet worden, zeigte sich Simone Blum erleichtert. Doch man habe in Spanien abgebrochen und sei wieder nach Zolling zurückgekehrt.

Wie es jetzt mit den Olympia-Vorbereitungen weitergehen soll? Das sei schwer planbar, sagt Blum und seufzt. Die Chance zu haben, bei Olympia dabei zu sein, werde sie ergreifen – obwohl die Weltklasse-Reiterin immer noch nicht restlos davon überzeugt ist, ob die Spiele tatsächlich stattfinden werden. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hält jedoch daran fest, dass das Sport-Event über die Bühne gehen wird. „Sicher, geschützt und fair“, wie IOC-Chef Thomas Bach kürzlich erklärte. In diesem Zuge fordert er, dass alle Athleten bis zum Beginn der Spiele gegen COVID-19 geimpft sein sollen. Dafür erwäge man, Corona-Impfstoff aus China zu kaufen. So hatte es Bach Anfang März angekündigt. Diese seien allerdings in der EU nicht zugelassen.

Grundsätzlich sei sie schon bereit, sich impfen zu lassen, meint Blum. Gleichwohl favorisiere sie einen Impfstoff, der in der EU zugelassen sei. Was sie aber nicht verstehen kann: Die japanischen Organisatoren wollen keine Zuschauer aus dem Ausland zulassen. „Das ist sehr, sehr traurig“, bedauert Blum. „Aber die Sicherheit geht vor.“

Für Paradestute DSP Alice, mit der die Zollingerin im September 2018 bei den Weltreiterspielen in Tryon im US-Bundesstaat North Carolina mit fünf fehlerfreien Runden sensationell siegte, sei die derzeitige erzwungene Turnierpause natürlich ebenfalls schwierig. Das Training könne nicht mehr in dem gewohnten Rahmen stattfinden. „Wir müssen nach vorne schauen“, sagt die Sportlerin. Das falle Springreitern in der Pandemie allerdings nicht leicht. Denn wer könne schon auf lange Sicht planen, wenn gerade gefährliche Krankheiten für Tier und Mensch grassierten.

Maria Martin

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