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„Ein tolles Erlebnis.“ Stefan Brummer und Bärbel Reiner hatten sich monatelang auf die Taekwondo-WM in Taiwan vorbereitet. Und es soll nicht ihr letzter Auftritt auf der Weltbühne der Kampfkunst gewesen sein.

TKD Rudelzhausen

Stefan Brummer: So lief‘s bei der Taekwondo-WM in Taiwan

Es war nur ein winziger Wackler. Aber er hat Stefan Brummer das Halbfinale gekostet. Trotzdem: Die Teilnahme an der Taekwondo-WM in Taiwan war für den 31-Jährigen vom TKD Rudelzhausen „ein tolles Erlebnis“. Und 2020 ist ja wieder eine Weltmeisterschaft.

Rudelzhausen – Seit seinem fünften Lebensjahr ist Taekwondo ein großer Teil seines Lebens. Und seit 19 Jahren ist Stefan Brummer „im Wettkampfmodus“, wie er seine sportliche Entwicklung nennt. Jetzt hat die Karriere des Mainburgers, der seit 17 Jahren für den TKD Rudelzhausen startet, dort trainiert und dort auch seit seinem 15. Lebensjahr Trainer ist, einen neuen Höhepunkt erreicht: Vor kurzem hat der Träger des 5. Dan in Taipeh, der Hauptstadt Taiwans, an der Weltmeisterschaft teilgenommen. Ein Erlebnis, das nachwirkt. Und das er 2020 wenn möglich wieder haben möchte, wie er im Gespräch mit dem FT sagt.

Wer sich die Erfolge von Stefan Brummer und seiner Taekwondo-Partnerin Bärbel Reiner vom TKD Neubiberg aus den vergangenen beiden Jahren anschaut, der weiß, wieso der Bundestrainer und der Vize-Präsident des Deutschen Taekwondo-Verbands dieses Duo für die WM nominiert haben: 1. Platz bei den deutschen Meisterschaften 2017, 1. Platz bei den German Open 2018, 2. Platz bei den Austrian Open 2018, 1. Platz bei den British Open 2018, 1. Platz bei Ranglistenturnieren, 1. Platz bei der DM 2018. Angetreten sind Brummer und Reiner im Technikbereich. Am Anfang, so erzählt Brummer, habe er Vollkontakt-Taekwondo gemacht, danach eine Zeit lang beides, sei dann aber, weil es zu viel wurde, im Technikbereich geblieben. Auf Kraft und Dynamik kommt es an, beim Paar-Wettbewerb auch auf Synchronität. Seit eineinhalb Jahren bilden er und Reiner ein Team. Ein extrem erfolgreiches Team.

Wahnsinns-Feeling in der Halle: Die beiden deutschen Taekwondo-Sportler genossen das WM-Ambiente.

Seitdem für Brummer feststand, dass er nach Taiwan reisen wird, habe sich der Trainingsaufwand noch einmal erhöht: Dreieinhalb Monate lang habe er sechs Mal pro Woche trainiert, vier Mal zusammen mit seiner Partnerin, zwei Mal jeder für sich und solo. Einen strikten und ausgefeilten Trainingsplan habe man aufgestellt.

Seinen Lebensunterhalt verdient Brummer freilich anders – als Metallbaumeister bei der Firma Dasch in Mainburg. Dort, so betont Brummer, sei man sehr entgegenkommend, könne er mal früher gehen oder auch kurzfristig an einem Freitag frei nehmen, wenn Lehrgänge und Turniere in größerer Entfernung anstünden. Denn: „Man könnte jedes Wochenende unterwegs sein.“

Die WM selbst wird für Brummer unvergesslich bleiben. Taiwan, so erzählt er, das sei schon „eine ganz andere Kultur“. An den ersten zwei Nachmittagen sei Sightseeing in Taipeh möglich gewesen, berichtet der 31-Jährige. Der Eindruck: Alles blinkt, die Stadt sei unheimlich sauber. Untergebracht war die 23-köpfige deutsche Mannschaft (plus vier Funktionäre) gemeinsam mit den Sportlern aus Korea und von den Philippinen in einem Hotel.

Doch selbst in einem Land wie Taiwan habe nicht immer alles einwandfrei geklappt: Gleich am ersten Tag sei der Bus, der die Mannschaft zur Sportstätte hätte bringen sollen, nicht gekommen. Die Deutschen, so Brummer, hätten am schnellsten reagiert und seien mit Taxis gefahren – die, die an diesem Tag ihre Wettkämpfe hatten, als Erste. Und: Am ersten Tag habe es erst ab 6.30 Uhr Frühstück gegeben – ungünstig, da der Bus eigentlich um 6.30 Uhr abfuhr. Schnell habe man die Sportler aus Mitteleuropa mit kleinen Reisrollen, gefüllt mit Trockenfleisch, versorgt, erzählt Brummer und rümpft beim Gedanken daran noch immer die Nase. Doch am zweiten Tag sei die Sache geklärt gewesen, da habe es ab 6 Uhr Frühstück gegeben. Die Tage in der Sporthalle seien lang gewesen: Bis 22 Uhr, dann erst der Rücktransport. Und trotzdem habe man manch eine Siegerehrung nicht mitbekommen, da die Wettkämpfe noch länger dauerten.

Kraftvoll, dynamisch, synchron: Bärbel Reiner und Stefan Brummer machten in der Vorrunde ihres Paar-Wettbewerbs eine gute Figur. Das Semifinale war so nah – wäre da nur nicht der kleine Wackler gewesen.

Brummer und seine Partnerin waren am dritten Tag an der Reihe. In der Vorrunde seien aus zwei Zwölfer-Gruppen jeweils die besten sechs weitergekommen, im Semifinale seien vier weitere Teams ausgescheiden, und acht Paare hätten somit im Finale die Medaillen unter sich ausgemacht. Wenn er zu diesem Thema und zu diesem Tag kommt, merkt man Brummer seinen Ärger noch immer an. Denn ein kleiner Wackler bei der Präsentation in der Vorrunde bedeutete Punktabzüge. Und so landeten Brummer und Reiner auf Platz sieben in ihrer Gruppe. Besonders ärgerlich sei das gewesen, so Brummer, weil das deutsche Duo wirklich Chancen gehabt hätte – sogar im Finale. „Wir wären gut dabei gewesen“, ist sich Stefan Brummer sicher. Zwar wären die Teams, die die ersten vier Plätze belegten, doch zu stark gewesen, die hätten ein unglaublich hohes Niveau gezeigt. Was vor allem die Asiaten so zeigten, was sie so an Kickhöhen draufhätten, dass sie das Bein 180 Grad in die Höhe streckten, das sei schon „erschreckend“, schwärmt Brummer. Aber Fünfter sei ein englisches Team geworden, das man bei den British Open kurz zuvor noch haushoch geschlagen habe. Trotzdem: Das Feeling in der Halle sei „Wahnsinn“ gewesen.

Und vor allem: In zwei Jahren findet die nächste Weltmeisterschaft statt. Und wenn er und Reiner gesund bleiben, dann dürften sie so wie zur EM im Frühjahr 2019 auch 2020 wieder zur WM reisen. Bundestrainer und Vize-Präsident hätten ihnen das bereits in Aussicht gestellt. „Dann greifen wir nochmal an“, gibt sich Stefan Brummer kämpferisch. In Rudelzhausen drückt man ihm jetzt schon die Daumen.

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