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Kreisliga-Clubs sprechen über Absagenflut im Ligapokal und den BFV

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Andreas Apold: Trainer des SC Kirchdorf.
Andreas Apold: Trainer des SC Kirchdorf. © Archiv

Das sagen die Kreisliga-Clubs zur Absagenflut im Ligapokal und zur Neuregelung des BFV. Kirchdorf, Moosburg, Allershausen und Hohenwart sprechen über aktuelles.

Landkreis – Allein in der Kreisliga sind am vergangenen Wochenende die Hälfte aller Ligapokalpartien abgesetzt worden. Grund dafür waren entweder Corona-Verdachtsfälle in den Teams oder die neue Möglichkeit der „kostenlosen Spielverlegung bei Inzidenzwerten über 50“ durch den Bayerischen Fußball-Verband (BFV). Einige Vereine hatten bereits durchblicken lassen, dass sie aufgrund der derzeitigen Pandemielage nicht bereit seien, in diesem Herbst weiter zu kicken. Der BFV hat am Montag bestätigt, dass diese Neuregelung bezüglich einer „flexiblen Verlegungsmöglichkeit“ – vorbehaltlich des anstehenden Lockdowns – bis Jahresende besteht. Doch die Absagenflut hat generell Fragen aufgeworfen. Das FT hakte deshalb bei einigen Kreisliga-Clubs nach. 

Andreas Apold, Trainer des SC Kirchdorf: 

„Ich sehe in der Neuregelung wenig Sinn. Dass man jetzt ohne richtige Begründung einfach sein Spiel absagen kann, da fehlt mir das Verständnis. Bei einer Absage eines Ligaspiels musste man normalerweise einen offiziellen Nachweis bringen, dass es Corona-Verdachtsfälle gibt, oder dass der Platz unbespielbar ist. Und jetzt wird es einfach gemacht – und viele Vereine nutzen das auch noch aus. Wobei ich das nicht verstehen kann. Denn nun haben wir dann sowieso wieder fünf Monate Pause – da muss ich doch froh sein, wenn spielen darf. Für mich hat das auch etwas mit dem Spaß am Fußball zu tun. Die Häufung der Spielabsagen wirft bei mir viele Fragen auf: Werden die Partien noch nachgeholt oder nicht? Wird das Spiel für den absagenden Verein am Ende als Niederlage gewertet? Welche Auswirkungen hat das auf die neue Quotientenregelung in den Tabellen? Lohnt es sich vielleicht, wenn ich ein Spiel gewonnen habe, mit der neuen Regelung alle weiteren abzusagen, weil ich dann am Ende den höchsten Quotienten habe?“

Martin Braun, Sportleiter beim TSV Moosburg: 

„Mir fehlt das Verständnis, warum bei den aktuellen Corona-Zahlen noch Ligapokal gespielt werden soll. Ich glaube,jeder muss etwas dafür tun, dass die Leute nicht zusammenkommen, auch wenn man am Fußballplatz Abstand halten kann. Ich denke, der Ligapokal ist eher unwichtig, Ligaspiele würde ich ja noch verstehen. Außerdem macht der Pokal nur Sinn, wenn er für alle gleich gespielt wird – immerhin geht es auch um Aufstiegsplätze. Und wenn dann einige Kreise wie Inn/Salzach dabei sind, die den Pokal bereits aussetzen, weiß ich nicht, ob das noch etwas bringt. Wir beim TSV haben mit den ersten Plätzen im Pokal ohnehin nichts mehr zu tun. Die Motivation ist weg. Aber wir werden spielen,wenn wir müssen und der Rückzug der Mannschaft weiter Geld kostet.“

Philipp Jordan, Abteilungsleiter des TSV Allershausen:

„Wenn der Gegner nicht will, werden wir ihn nicht zwingen. Das wird auch der Verband nicht tun. Dann ist es halt so, das Spiel fällt aus. Bei uns haben wir kein Problem, unsere Leute für den Pokal zu begeistern und zu spielen. Natürlich alles unter den gebotenen Hygienevorschriften.“

Michael Hörmann, Spartenchef beim TSV Hohenwart: 

„Wir haben unser Spiel am Sonntag gegen Allershausen nicht wegen eines akuten Corona-Verdachtsfalls abgesagt, sondern weil wir uns innerhalb der Mannschaft dazu entschlossen haben. Wir hatten beraten, ob es bei den derzeitigen Fallzahlen überhaupt Sinn macht zu spielen. Dazu muss man wissen, dass bei uns im Verein einige Leute im Krankenhaus arbeiten, Führungsverantwortung haben oder Lehrer sind. Um es konkret an meinem Beispiel festzumachen, ich führe ein Team von zehn Mitarbeitern und muss denen sagen, sie dürfen nicht gemeinsam zum Mittagessen gehen und sollen ihre Kontakte einschränken. Und ich bin dreimal die Woche am Fußballplatz und spiele am Wochenende gegen fremde Mannschaften. Wir haben dann abgestimmt, wie wir weitermachen wollen – und das Ergebnis war, dass wir am Ligapokal nicht mehr teilnehmen wollen, solange die Fallzahlen so hoch sind. Das habe ich auch dem Spielgruppenleiter am Samstag mitgeteilt. Der sagte mir, dass er die Partie erstmal verlegen wird. Wir werden uns in dieser Woche vereinsintern nochmal dazu beraten – und dann voraussichtlich unsere beiden Mannschaften offiziell vom Ligapokal zurückziehen.“ 

Heinrich Hundsnurscher, Abteilungsleiter beim SV Wörth: 

„Wir haben in der Liga schon mal ein Spiel gegenK irchdorf absagen müssen, da drei unserer Spieler Corona-Verdachtsfälle waren. Glücklicherweise waren die Testergebnisse bei den dreien negativ. Wenn Gefahr im Verzug ist, geht die Gesundheit vor – dann muss man absagen. Aber es war auffällig, wie schnell die vielen Absagen am vergangenen Wochenende ab dem Freitag zustande gekommen sind. Wir hätten gerne gespielt und sind auch für nächste Woche bereit. Vom Fußball-Verband gehören jetzt klare Ansagen her, wie das weitergehen soll und wann die Partien nachgeholt werden oder auch nicht.“ (Josef Fuchs)

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