Screenshot vom Livestream der Moosburger Partie. Links sind die vier Bretter mit der finalen Stellung zu sehen, rechts die Ergebnisse der Viertelfinalspiele.
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Zug für Zug zum Moosburger Viertelfinaltriumph: So sahen die finalen Stellungen auf den vier Brettern aus.

DEUTSCHE SCHACH-ONLINE-LIGA

Schachclub Moosburg stürmt ins Playoff-Halbfinale

Die Schachspieler des SC Moosburg haben sich im Viertelfinale der 4. Liga mit 2,5:1,5 gegen Deizisau II durchgesetzt. Am Freitag wartet nun Eppendorf III.

Moosburg – Auch im Viertelfinale der 4. Liga-Endrunde war das Online-Team des Schachclubs Moosburg nicht zu stoppen: Mit 2,5:1,5 Punkten gewannen die Dreirosenstädter am Freitagabend souverän gegen die SF Deizisau II und blieben in dieser Saison auch in der achten Partie ungeschlagen. Damit stehen Kapitän Mathias Schwenck und seine Kameraden in ihrer Spielklasse im Halbfinale der Deutschen Schach-Online-Liga (DSOL).

Den Grundstein zum Erfolg legte wieder einmal Spitzenspieler Almir Azemovic, der am ersten Brett Marc Gustain bezwang. Das war so nicht zu erwarten, denn der 38-jährige Gegner aus Deizisau hat eine deutliche höhere Deutsche Wertungszahl (DWZ) als die Nummer eins in der Mannschaft des SCM. Die Zahl dient zur Vergleichbarkeit der Spielstärken im Deutschen Schachbund, ähnlich dem Handicap im Golf.

Azemovic bringt seinen Gegner in Zeitnot

Im Falle der Partie Azemovic (DWZ 2076) gegen Gustain (2151) lagen satte 75 Punkte zwischen beiden Kontrahenten. Das schien den Moosburger, der mit den schwarzen Figuren zu Werke ging, nicht zu stören: Azemovic agierte clever, brachte seinen Gegner schnell in Zeitnot und kreierte eine hochdynamische Stellung. Gustain bot seinem Kontrahenten nach 31 Zügen hoffnungsvoll das Remis an, was der natürlich nicht annahm und sich nach 39 Zügen über den Siegpunkt nach Aufgabe von Weiß freuen konnte.

Nur kurz nach der Moosburger Nummer eins legte an Brett drei der junge Luis Hobmeier nach. Der 19-Jährige hatte sich nach etwa 20 Zügen gegen Tim Winkler eine gut strukturierte Stellung für seine weißen Figuren herausgespielt. Da war zwar noch nicht klar, dass er gewinnen würde, jedoch schon erkennbar, dass es für Winklers schwarze Figuren maximal zu einem Remis reichen würde. Hobmeier blieb konzentriert, machte keine gravierenden Fehler, hatte am Ende einen Bauer mehr auf dem Brett und zwang so seinen Gegner nach 75 Zügen zur Aufgabe.

SC Moosburg macht vorzeitig alles klar

Damit stand es 2:0 und war bereits klar, dass die Gastgeber aus der Dreirosenstadt in die nächste Runde einziehen würden. Denn bei einem Unentschieden hätte die sogenannte Berliner Wertung Anwendung gefunden. Die war durch zwei SCM-Siege auf den Brettern eins und drei schon vorzeitig entschieden. Trotzdem zogen sich die Gäste aus Deizisau noch achtbar aus der Affäre: An den Brettern zwei und vier traten zwei Damen aus dem Bundesliga-Kader an. Anzhelika Valkova bezwang Matthias Melcher in einer dynamischen Partie und verkürzte zwischenzeitlich auf 1:2. Das Endresultat sicherte Kapitän Mathias Schwenck durch ein Remis gegen Marina Noppes. Schwenck war mit seinem Spiel zwar nicht hundertprozentig zufrieden, es habe sich aber gegen Ende „mental sehr einfach gespielt, weil die Partie ja schon gewonnen war“.

Wegen der Ligeneinteilung der DSOL nach dem Spielstärkendurchschnitt war der Sieg der Moosburger keine totale Sensation, aber keineswegs zu erwarten. Zumal man mit Deizisau II ein echtes Schwergewicht im deutschen Schachsport als Gegner hatte: Die Erste Mannschaft der Schachfreunde feierte den Sieg im Europapokal 2021 – und gilt angesichts ihrer Schachgroßmeister auch in der DSOL in Liga 1 als großer Titelanwärter. Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren spielt Deizisau in der Bundesliga.

Neuer Trainer bei den Dreirosenstädtern

Gratulationen und Tipps für die nächste Runde konnten sich die vier Halbfinalisten vom SC Moosburg gleich am Samstag beim virtuellen Klubabend holen. Denn dabei wurde auch der neue Trainer Philipp Schlosser bei den Dreirosenstädtern vorgestellt. Der Schachgroßmeister soll den Moosburger Akteuren in den kommenden Monaten in diversen Trainingseinheiten den Feinschliff für die nächste Saison geben. Ob diese dann vielleicht in der 3. Liga der DSOL stattfinden wird, entscheidet sich in den nächsten zwei Wochen: Im Halbfinale am kommenden Freitag um 19.30 Uhr wartet nun das Team vom SK Johanneum Eppendorf III auf Schwenck und seine Mitspieler. Eppendorf setzte sich in seinem Viertelfinale gegen den SC Kreuzberg im Blitzwettkampf mit 3:1 durch, nachdem es nach den regulären Partien noch 2:2-Unentschieden gestanden hatte.

Josef Fuchs

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