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SE Freising gegen 1860 München: Sekunden fehlen zur Sensation

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In gespannter Erwartung: Die Fußballer des SE Freising fieberten ihrem Spiel des Jahres entgegen – und 2000 Zuschauer waren dabei! © Michalek

Alle Achtung, SEF! Lange Zeit schnupperten die Lerchenfelder am Samstag an die Sensation hin – am Ende mussten sie sich dem TSV 1860 München vor 2000 Zuschauern aber doch mit 2:3 (2:0) geschlagen geben. Das Protokoll eines fabelhaften Freisinger Fußballnachmittags.

14.30 Uhr: Eine halbe Stunde vor Spielbeginn ist das Stadion in der Savoyer Au schon gut gefüllt, zahlreiche glückselige Löwenfans drängen ins weite Rund. Vor dem Anpfiff gratuliert SEF-Abteilungsleiter Georg Appel den Gästen mit einem Blumenstrauß zum Drittliga-Aufstieg. Ganz besonders begrüßt der Freisinger Stadionsprecher Sebastian Morsack Sechzigs Stefan Lex, der bis 2009 immerhin beim SEF kickte. Einst habe, so der Stadionsprecher, „Lex sogar im Trikot der Löwen“ trainiert. Das Publikum amüsiert’s.

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Die Löwen sind da! Einmal mit Sascha Mölders abklatschen – den Moment werden die Einlaufkinder nie mehr vergessen. © Michalek

15 Uhr: Der Testkick beginnt – und die erste Torchance hat der Landesligist: Der Schuss von Mesut Toprak wird aber gerade noch geblockt (1.). Die Eintracht startet mutig, läuft die Löwen früh an und traut sich viel zu. Die erste für den Drittligisten hat 1860-Neuzugang Adriano Grimaldi (6.), dann ist Lex knapp dran (8.), schließlich wiederum Grimaldi (9.). Wirklich überzeugend ist das aber noch nicht.

15.15 Uhr: Die erste Viertelstunde ist rum – und das Testspiel hat seine erste faustdicke Überraschung. Nicht der Favorit geht in Führung, sondern der letztjährige Landesliga-Vize. Während Bierofkas Löwen noch wenig Interesse an Match zeigen, spielen die Freisinger konzentriert und recht druckvoll. Toprak ist auf dem linken Flügel zu schnell für Herbert Paul, die anschließende Hereingabe nickt Freisings Neuzugang Martin Schön in die Maschen. Das 1:0 für den SEF! Ein Schelm ist Freisings Stadionsprecher: Es ertönt die FC-Bayern-Tormusik.

15.20 Uhr: Die Freisinger Führung wackelt. Quirin Moll – der Ex-Braunschweiger ist ein weiterer namhafter Neuzugang der Löwen – vollendet einen fein vorgetragenen Angriff jedoch zu lässig. Freising hat im ersten Durchgang eine gute Balance gefunden: Hinten stehen die Mannen von Trainer Alex Plabst meist sicher, vorne können die Gelb-Schwarzen Akzente setzen.

15.37 Uhr: Jetzt liegt endgültig eine Überraschung in der Luft! Erneut kontern die Lerchenfelder den Drittliga-Klub aus: Nach einem tollen Zuspiel von Florian Schmuckermeier eilt Schön aufs Löwen-Gehäuse zu und will querlegen – den Pass fälscht Efkan Bekiroglu ins Tor ab.

15.42: Kurz vor der Pause haben die Hausherren noch einmal Glück, denn sowohl Bekiroglu als auch Phillipp Steinhart scheitern am Aluminium. „Das ist schon eine komische Situation, dass wir vorne liegen“, grinst SEF-Coach Alex Plabst zur Pause. „Wobei ich von deren Körpersprache ziemlich überrascht bin.“

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Traumeinstand! Martin Schön, Neuzugang aus Kammerberg, netzte für den SEF zweimal gegen die Münchner ein. © Michalek

16 Uhr: Der zweite Durchgang beginnt – und Löwen-Coach Daniel Bierofka hat seine Elf komplett ausgetauscht. Auch der SEF beginnt mit fünf Neuen. Doch auch der zweite Anzug des Drittligisten sitzt zunächst noch nicht: Die erste Chance gehört Freisings Andreas Hohlenburger.

16.06 Uhr: 1860 wird druckvoller, vor allem über die linke Seite mit Nico Karger läuft viel. Karger ist es dann auch, der die Löwen heranbringt: Nach einem weiten Ziereis-Pass verschätzt sich Freisings Verteidiger Nureddin El Sayed, Karger hat leichtes Spiel. Markus Ziereis und Sascha Mölders lassen weitere Großchancen für den TSV 1860 München folgen.

16.30 Uhr: Lange träumen die Hausherren von der ganz großen Sensation, dann passiert’s aber doch: Sascha Mölders dringt in den Strafraum ein, ehe ihn Keeper Sebastian Minich von den Beinen holt. Den folgenden Elfmeter versenkt der Löwen-Aufstiegsheld selbst. Freising ist mittlerweile die Konzentration abhanden gekommen. Zudem hat Trainer Alex Plabst zahlreiche Youngster eingewechselt, die doch ihre liebe Mühe mit dem Tempo und der Robustheit des Drittligisten haben.

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Dynamisch: Ex-SEF-Kicker und Neu-Löwe Stefan Lex (r.) ließ sein Können in der Savoyer Au aufblitzen. Seine Sechzger kamen aber erst in Hälfte zwei auf Touren. © Michalek

16.45 Uhr: Ein Remis wäre dem SEF zu vergönnen gewesen, mit dem Schlusspfiff entgeht die Giesinger Truppe aber doch noch der großen Blamage. Nach einem Pass von Ziereis setzt Mölders seine ganze Erfahrung ein und schließt mit Wucht zum 3:2 ab. Für den SEF gibt’s dennoch Lob von allen Seiten.

Matthias Spanrad

Statistik:

SE Freising: Wachenheim (71. Minich) – Aiteniora (46. El Sayed), Schredl (46. Özdemir), Schmid (46. Manhart), Müller (22. Schleicher/71. Redzepi) – Rohrhirsch, Thalhammer (46. Kirchberger), Schmuckermeier, Toprak (71. Bachmeier) – Schön (46. Mayr), Hohlenburger (71. Araujo).

Tore: 1:0/2:0 Schön (15./36.), 2:1 Karger (51.), 2:2 Mölders (76./FE), 2:3 Mölders (90.).

Schiedsrichter: Wolfgang Haslberger (TSV St. Wolfgang).

Zuschauer: 2000.

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