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Savoyer Au, 6. Juli 2017: Die Löwen kamen, sahen und siegten mit 4:0 gegen den Landesligisten SE Freising.

Fußballfest in der Savoyer Au

Live-Ticker: SE Freising gegen 1860 München - Freisinger machen den Löwen das Leben schwer

Die Löwen kommen! Im zweiten Jahr in Folge gastiert der TSV 1860 München am Samstag zum Testspiel beim SE Freising. Anpfiff ist um 15 Uhr in der Savoyer Au. Das besondere Schmankerl heuer: Mit Stefan Lex steht seit kurzem ein ehemaliger SEF-Fußballer im Kader des Drittliga-Aufsteigers.

Freising – Es war ein rauschendes Fußballfest im Juli vergangenen Jahres, als die Münchner Löwen zum Testkick in die Savoyer Au gekommen waren: Das Wetter war herrlich, das Bier floss in Strömen und mehr als 3000 Zuschauer waren der Verlockung erlegen, das damalige Zugpferd der Regionalliga zu bestaunen. Und heuer? Da dürfte es eine Neuauflage des weiß-blauen Fanfests geben, wenn der frischgebackene Drittligist erneut in Lerchenfeld vorstellig wird. „Ich bin wahnsinnig froh, den Dani wiederzusehen“, betont der Freisinger Trainer Alex Plabst. Der Dani, das ist Löwen-Coach Daniel Bierofka. Die Familien Plabst und Bierofka kennen und schätzen sich – der SEF-Übungsleiter war es auch, der die letztjährige und auch die diesjährige Partie mit angeschoben hat.

11. Juni 2009: Jungspund Stefan Lex (r.) bestreitet sein letztes Spiel für den damaligen Bezirksoberligisten SE Freising. Danach wechselte er nach Buchbach – jetzt er ist nach weiteren Stationen in Fürth und Ingolstadt beim TSV 1860 angekommen.

Die Vorfreude der Freisinger erreichte Anfang dieser Woche aber noch eine neue Dimension, als offiziell bekannt wurde, dass sich Stefan Lex den Löwen angeschlossen hat (wir haben berichtet). Jener Stefan Lex, der ab den D-Junioren sämtliche Jugendteams bei den Domstädtern durchlaufen hat und später bei den Herren in der Bezirksoberliga auf Torejagd gegangen war. Dann wechselte der gebürtige Eittinger allerdings zum TSV Buchbach in die Bayernliga, ehe er beim FC Ingolstadt 04 und damit im Profifußball ankam.

Einer, der ganz besondere Erinnerungen an Lex hat, ist SEF-Co-Trainer Fabian Herrmann. Vor nun bereits zehn Jahren standen beide gemeinsam Seite an Seite im Freisinger Kader. Und Herrmann hat noch etliche Anekdoten über den Jungspund Stefan Lex parat. Der heute 28-Jährige sei ihm damals gar nicht als so talentiert erschienen, blickt Herrmann zurück. Eine Karriere als Bundesliga-Profi – Lex schoss Ingolstadt 2015 zum Aufstieg in die Erste Liga – sei nicht unbedingt abzusehen gewesen. „Als er dann aber zu den Herren gekommen ist, hat er irgendwie den Schalter umgelegt“, schwärmt er. „Vor allem seine brutale Geschwindigkeit hat dann oft den Unterschied gemacht.“ Den Rest, scherzt Herrmann mit einem Augenzwinkern, „hat er von mir gelernt“. Schnell wurde seinerzeit deutlich, dass man den „Lexi“ nicht lange würde halten können. „Ich freue mich einfach für ihn, dass er diesen Weg gehen konnte“, sagt Freisings Co-Trainer. „Und ich freue mich, den ,Hund’ wiederzusehen.“ Klar: Lex wird am Samstag – wie die gesamte Löwen-Truppe – ein mehr als gern gesehener Gast in der Savoyer Au sein.

„Das wird etwas Besonderes“, sagt auch Freisings Abteilungsleiter Georg Appel. Lex’ Familie war damals fast bei jedem Bezirksoberliga-Spiel in der Savoyer Au – „und auch nachher habe ich seinen Weg immer verfolgt“, ergänzt Appel. Dass Lex selbst ein großer Anhänger der Giesinger ist, rundet die ganze Fußballgeschichte natürlich ab.

Seite an Seite zum Testspiel: SEF-Trainer Alex Plabst (l.) und Löwen-Dompteur Daniel Bierofka kennen und schätzen sich seit vielen Jahren.

Zudem sehen die Freisinger Verantwortlichen Spieler wie Stefan Lex aber auch als Bestätigung ihrer intensiven Jugendarbeit. Gerade erst hat mit Maximilian Thalhammer (Jahn Regensburg) ein weiterer Ex-SEF-Junior den Sprung in den Profibereich geschafft. Aktuell ist Lex aber noch der erfolgreichste Ex-Eintracht-Fußballer der jüngsten Vergangenheit – mit 34 Bundesliga- und 43 Zweitliga-Spielen.

Die Freisinger Fans werden ihrem ehemaligen Kicker, wie der gesamten Löwen-Familie auch, sicher wieder einen warmen Empfang bereiten. In der Savoyer Au ist alles angerichtet für einen großen Zuschaueransturm – jeder, der rein wolle, „bekommt auch einen Platz“, verspricht Spartenchef Georg Appel. Und auch SEF-Trainer Alex Plabst freut sich schon auf das Treffen mit den Löwen und vor allem mit seinem Spezl Daniel Bierofka. Der TSV 1860 werde mit voller Kapelle antreten, hat Plabst in Erfahrung gebracht, und natürlich mit allen Neuzugängen wie Adriano Grimaldi. Oder eben Stefan Lex.

Matthias Spanrad

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