Springreiterin Simone Blum überspringt mit ihrer Stute DSP Alice eine Hürde
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Ein Duo mit Weltklasse-Format: Simone Blum und ihre Stute DSP Alice wollen im neuen Jahr wieder für Furore sorgen.

Springreiten

Simone Blum: Neustart im Süden, Fokus auf Fernost

Springreit-Weltmeisterin Simone Blum arbeitet auf die Olympischen Spiele in Tokio hin. Die deutsche Meisterschaft hat die Zollingerin allerdings ausgelassen.

Zolling – Auf große Turniere musste sie heuer verzichten: Springreit-Weltmeisterin Simone Blum aus Zolling haben die Corona-Krise und ihre Auswirkungen eiskalt erwischt. Eigentlich wollte die 32-Jährige, die im Februar Mama geworden ist, bereits im Frühjahr in die Olympia-Vorbereitungen starten. Doch die Pandemie änderte alles.

„Niemand konnte sagen, ob in dem Jahr überhaupt noch Turniere stattfinden werden“, erinnert sich die Ausnahmesportlerin. Nach ihrem sensationellen WM-Sieg mit Stute DSP Alice bei den Weltreiterspielen in Tryon im US-Bundesstaat North Carolina im September 2018 war der große Traum so nahe: die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio. Am 24. Juli hätten sie starten sollen. Wegen der weltweiten Corona-Pandemie und der damit verbundenen Risiken hatten die Organisatoren und das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Spiele aber für dieses Jahr abgesagt. Das sportliche Großereignis wird nun vom 23. Juli bis 8. August 2021 in Japan ausgetragen – definitiv, auch wenn bis dahin die Pandemie noch nicht überwunden sein sollte. Und da werde sie dabei sein, verspricht Blum.

Viele Saison-Highlights wegen Corona abgesagt

Auch sonst sind in diesem Jahr viele Saisonhöhepunkte der Corona-Krise zum Opfer gefallen. Das galt für internationale Fünf-Sterne-Reitsport-Events, wie etwa das Global Jumping in Berlin und den Nationenpreis von Aachen, ebenso wie für Turniere in Italien, bei denen Simone Blum im Frühjahr mit ihrer DSP Alice gerne ihre ganze Klasse unter Beweis gestellt hätte.

Auf dem elterlichen Gut Eichenhof in Zolling wird zwar weiterhin intensiv trainiert. Nicht nur Alice wird gesattelt, auch weitere Springpferde wie die Wallache Cool Hill und Qualibro sowie die Stuten Ciara und Cellvista. Doch das Training am Hof könne nicht das ersetzen, was Pferd und Reiter unter Wettkampfbedingungen im Parcours erarbeiten würden, sagt Blum.

Im August war die Weltmeisterin erstmals seit dem Ausbruch der Pandemie wieder in einer Drei-Sterne-Prüfung am Start: beim Springreitturnier in München-Riem, wo sie prompt den Sieg in der Drei-Sterne-Prüfung mit Stechen für sich verbuchte. Der fehlerfreie Ritt und dazu die schnellste Zeit gelangen ihr mit dem zehnjährigen Cool Hill. Im September war sie beim Global Champions Grand Prix im niederländischen Valkenswaard platziert.

DM in Riesenbeck kam für Simone Blum „einfach zu spät“

Auf die deutsche Meisterschaft im Springreiten, die am vergangenen Wochenende in Riesenbeck im Sauerland stattfand, verzichtete die Ausnahmesportlerin aus Zolling allerdings: Das Turnier, das ursprünglich im Mai über die Bühne gehen sollte, war coronabedingt zunächst auf September und dann auf November verschoben worden und wurde schließlich doch erst Anfang Dezember ausgetragen. „Das war einfach zu spät für mich“, erklärt sie etwas enttäuscht. Die Ungewissheit der Lage, das sei heuer das gewesen, was sie sehr belastet habe. In Tokio wird sie im kommenden Jahr auf alle Fälle dabei sein, da ist sich die 32-Jährige sicher. Auch wenn ihre Alice in ihrem Springreiterleben bis dahin ein Jahr „verloren“ habe.

Sportlich in Hochform sei sie nach wie vor. Den Neustart im nächsten Jahr werde man mit Training im Süden von Europa einläuten. „Möglichkeiten dazu gibt es in Spanien“, verrät Blum. Da liege natürlich ein hartes Stück Arbeit vor ihnen. Ehemann und Springreiter Hans-Günter und Töchterchen Hanna erleichtern ihr aber die schwierige Zeit. „Wenn ich die Pferde von der Reithalle auf den Platz führe, schaut mir die Kleine immer ganz interessiert zu“, erzählt die Mama. „Wenn sie selbst einmal Freude am Reiten hat, wird sie dahingehend natürlich unsere vollste Unterstützung bekommen.“

Maria Martin

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