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SEF-Trainer Alex Plabst: „Die Tribüne im Stadion gibt eine Menge her.“

Fußball - Landesliga

So gehen der SE Freising und der VfB Hallbergmoos mit der Zwangspause um

  • vonNico Bauer
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  • Matthias Spanrad
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Das Coronavirus hat den Amateurfußball lahmgelegt. Ganz ohne Training geht es bei den Landesligisten SE Freising und VfB Hallbergmoos aber nicht.

Freising/Hallbergmoos – Das Coronavirus hat den gesamten Amateurfußball lahmgelegt – und damit aktuell auch den Spielbetrieb in der Landes- und Bezirksliga. Bis mindestens 23. März, so hat es der Bayerische Fußball-Verband (BFV) verfügt, sind sämtliche offiziellen Liga-Partien auf Verbands-, Bezirks- und Kreisebene ausgesetzt. Darüber hinaus rät der BFV davon ab, in diesem Zeitraum Freundschafts- oder Testspiele zu bestreiten, und empfiehlt ausdrücklich, den Trainingsbetrieb bis dahin einzustellen. Wie gehen die Landesliga-Teams aus dem Landkreis mit dieser Situation um?

Beim SE Freising halten sich die Verantwortlichen natürlich an die vom BFV verordnete Zwangspause: Testspiele haben die Lerchenfelder keine vereinbart – und auch an ein reguläres Training ist in der Savoyer Au nicht zu denken. „Das erklärt sich von selbst“, betont Trainer Alex Plabst auf FT-Nachfrage. Das für Freitag angesetzte Training war schon vor Bekanntgabe der BFV-Direktive abgesagt – und am Wochenende entschied sich der SEF dann, den regulären Trainingsbetrieb vorerst komplett auf Eis zu legen.

Einzel- statt Mannschaftstraining beim SE Freising

„Doch ganz ohne geht es dann doch nicht“, relativiert Plabst. Vor allem individuell werde sich seine Truppe nun fit halten, „unsere Spieler bekommen Vorgaben, was sie an den Tagen zu tun haben“. Einzel- statt Mannschaftstraining also. Darüber hinaus wollen die Freisinger auf gemeinsame Einheiten nicht vollständig verzichten, wenn auch unter veränderten Bedingungen. „Wir werden uns schon noch ein bis zwei Mal in der Woche rund ums Gelände treffen“, erläutert der Coach.

Das oberste Credo: Auf Körperkontakt wird dabei verzichtet. Alle Spieler kommen bereits umgezogen zum Training, die Umkleide und auch die Dusche bleiben geschlossen. „Die Fitnessräume in der Savoyer Au werden wir ebenfalls meiden“, so Plabst. Stattdessen wird es bei den Gelb-Schwarzen Konditions- und Krafttraining draußen in den Weiten der Savoyer Au und den Isarauen geben. Gemeinsame Mountainbike-Touren stehen ebenso auf dem Plan wie konditionsfördernde Läufe. „Und auch die Tribüne im Stadion gibt eine Menge her“, meint Plabst. Beim Vergleich mit Trainerlegende Felix Magath, der seine Kicker schon mal die Treppen hochgejagt hat, kann er nur schmunzeln. Vielmehr wollen die Freisinger nicht auf ein wenig Bewegung verzichten. „Man kann, wenn man wie wir bisher trainiert hat, nicht ein paar Wochen oder Monate gar nichts tun.“ Allerdings: Die SEF-Fußballer wollen streng darauf achten, dass alles im hygienischen Rahmen bleibt. Man werde die Spieler vorher aufklären,  führt der Coach aus.

Plabst glaubt, „dass die Saison ganz eingestellt wird“

Wie lange das Not-Training Bestand haben wird, darüber möchte Plabst gar nicht nachdenken. Eine große Hoffnung, diese Saison überhaupt noch an den Ball zu dürfen, hat er jedoch nicht – sein Gefühl sage ihm eher, „dass die Saison ganz eingestellt wird“. Sollte es mit der Runde 2019/20 jedoch weitergehen, wollen die Freisinger bestmöglich vorbereitet sein.

Anselm Küchle (VfB): „Da wird noch einiges in den nächsten Wochen kommen.“

Auch beim VfB Hallbergmoos ging am Freitag ging alles ganz schnell. Bis dahin war nur das Spiel abgesagt – und kurz darauf folgte die völlige Einstellung des Trainingsbetriebs beim VfB. Anselm Küchle, Sportlicher Leiter des Landesligisten, setzt auf die eigenständige Fitnessarbeit der Spieler und geht nicht davon aus, dass in naher Zukunft wieder gespielt wird.

Anselm Küchle: „Die Maximalstufe ist noch nicht erreicht“

Nach der Bekanntgabe der Fußballpause in Bayern haben die Hallbergmooser das Training komplett auf Eis gelegt. Anselm Küchle hat trotzdem eine Idee: „Unsere Spieler arbeiten individuell nach unseren Trainingsplänen – und dazu haben wir mit B42 eine richtig coole App.“ Alles andere ist gestoppt – zumal Küchle mit weiteren Maßnahmen („Die Maximalstufe ist noch nicht erreicht“) gegen das Coronavirus rechnet. „Die Pause nur bis 23. März ist utopisch“, sagt der Funktionär. „Da wird noch einiges in den nächsten Wochen kommen.“ Deshalb könne er sich kaum vorstellen, dass die Saison zu Ende gespielt wird. Viel wichtiger als das sei allerdings, dass die Menschen irgendwann wieder ihr normales Leben führen könnten.

Anselm Küchle befürchtet, dass der BFV in einigen Woche schwere Entscheidungen über die Spielklassen und die Frage nach Auf- oder Abstiegen treffen muss. Der VfB steht in der Tabelle momentan auf dem zweiten Rang, der die Aufstiegsrelegation bedeuten würde. „Wir akzeptieren alles – egal, wie entschieden wird“, sagt der 28-Jährige. Bei einer Annullierung der Spielzeit und einem Verzicht auf Abstiege würde die Zweite VfB-Mannschaft profitieren, die dann in der Kreisklasse bleiben dürfte. Er weiß allerdings, dass es nicht möglich sein wird, gerechte Lösungen für alle zu finden.

VfB Hallbergmoos: Zusammenarbeit mit 80 Prozent des Kaders bereits verlängert

Viele Vereine haben zudem das Problem, dass die Vereinbarungen mit den Fußballern zum 30. Juni auslaufen. Hier kommt es den Hallbergmoosern zu Gute, dass man die Zusammenarbeit mit 80 Prozent des Kaders bereits verlängert hat. „Wir haben jetzt etwas mehr Planungssicherheit“, sagt Küchle. Parallel befinde sich der Verein schon seit Monaten in Gesprächen mit Spielern, die das Team verstärken könnten. „Derzeit herrscht Stille“, berichtet der Sportliche Leiter. „Doch die Zeit, die wir haben, werden wir in den nächsten Wochen auch für Gespräche nutzen.“

Bei Anselm Küchle ist Fußball nicht nur das liebste Hobby, sondern zugleich Beruf. Er ist beim Internationalen Fußball-Institut in Ismaning angestellt und kann dort recht normal weiterarbeiten. Der Lehrbetrieb dieser Hochschule wurde in den vergangenen Tagen fast gänzlich auf virtuellen Unterricht umgestellt.

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