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„Es freut mich, dass die Leute noch an mich denken“ – Petra Horneber war sichtlich gerührt, als ihr FT-Sportredakteur Michael Leitner den Pokal überreichte.

Sportlerwahl des Freisinger Tagblatts

„So etwas wird nie Routine“: Schützin Petra Horneber ist Sportlerin des Jahres 2019

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Sie war richtig gerührt, als sie den Pokal erhielt: Schützin Petra Horneber aus Kranzberg wurde bei der Sportlerwahl des Freisinger Tagblatts zur Sportlerin des Jahres 2019 gekürt.

Kranzberg – Der größte Wettkampf im Sportlerleben von Petra Horneber ist schon 24 Jahre her – und er wurde umrahmt von vielen großen Siegen. Medaillen, Pokale und Ehrungen sind für die lebende Schützenlegende aus Kranzberg aber noch immer etwas Besonderes. „So etwas wird nie Routine“, sagte die 54-Jährige, als sie von FT-Sportredakteur Michael Leitner den Pokal für die Wahl zur Tagblatt-Sportlerin des Jahres erhielt.

„Es freut mich, dass die Leute noch an mich denken“

Petra Horneber war die Rührung darüber anzusehen, dass die Sportfans im Landkreis Freising bei der Wahl ihre Leistungen als Top-Athletin bei den Schweden-Schützen Kranzberg in der Oberbayernliga und als Deutsche Meisterin der Damen III honoriert haben. „Es freut mich, dass die Leute noch an mich denken“, sagt Horneber.

Das Ziel fest im Blick: Petra Horneber hat auch 24 Jahre nach dem Gewinn der Olympia-Silbermedaille noch das Zeug zu absoluten Spitzenergebnissen.

Im Jahr 1996 war sie die große Nummer, als sie bei den Olympischen Sommerspielen in Atlanta die Silbermedaille mit dem Luftgewehr gewann. Dieser Erfolg ist der Größte, aber erst zahlreiche Titel und Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften machten die bescheidene Schützin zur Legende. „Heute läuft das bei mir ab wie ein schöner Film“, erzählt Horneber.

Kranzbergerin gehörte zwei Jahrezehnte zur Weltspitze

Die Erinnerungen machen all den Stress vergessen. Denn die heute 54-Jährige konnte sich nie mit dem Druck in den Finals anfreunden – sie verzichtet auch deshalb darauf, beispielsweise beim Freisinger Gauschießen zum Showdown vor mehreren hundert Zuschauern anzutreten. Sie erinnert sich noch gut an die Heim-Europameisterschaft in München im Jahr 2000, als ihr der Druck zu groß wurde: „Da stand ich kurz vor dem Verweigern.“ Sie trat am Ende doch zum Finale an – und gewann die Bronzemedaille mit dem Luftgewehr.

Zwei Jahrzehnte lang gehörte die Kranzbergerin zur Weltspitze. Bei ihrem Abschied vom Leistungssport auf höchstem Niveau war jedoch klar, „dass ich Mitglied der Schützenfamilie bleiben wollte“. 2010 wurde sie Sekretärin beim Bayerischen Sportschützenbund (BSSB) in Garching-Hochbrück. Hier ist sie den besten deutschen Schützen noch heute ganz nahe und wird immer wieder einmal von Sportlern oder Trainern um Rat gefragt.

Die Gegenwart der Tagblatt-Sportlerin des Jahres ist die Luftgewehr-Oberbayernliga, wo jeder Gegner besonders motiviert ist, wenn er im Duell gegen die Topschützin antritt. Petra Horneber ist der Ligapromi, aber mit ihren 54 Jahren gegen die Besten auch Außenseiter: „Wenn ein Junger 397 Ringe vorlegt, dann habe ich das heute nicht mehr im Kreuz. Das allerhöchste Leistungsniveau hat niemand für die Ewigkeit gepachtet.“ Doch es gibt noch diese Finalsituationen wie kürzlich das Stechen beim Wettkampf der Schweden-Schützen gegen Altmannstein, „und da wäre ich fast gestorben“. Die Verlängerung ging über fünf Schüsse, wobei sich Horneber am Ende mit einer 10,7 gegenüber den 10,1 Ringen der Kontrahentin durchgesetzt hat.

Ein Leben ohne Wettkampf? Unvorstellbar

Nichtsdestotrotz kann sich Horneber ein Leben ohne den Wettkampf nicht vorstellen – immerhin ist sie eine Sportlerin durch und durch. Im Februar beim Ligaderby gegen die SG Aich war Petra Horneber so richtig motiviert, gegen die aktuelle Nummer eins im Landkreis, Martina Tristl, zu punkten. Mit 390:389 Ringen ging dieses Damenduell an die Altmeisterin.

Im Verein hat Horneber eine Menge Spaß beim Training mit Luna Troppmann, dem wohl größten Talent im Schützengau Freising. Mit ihr schießt sie gerne kleine Matches aus, in denen die nervliche Anspannung eines Wettkampfs simuliert wird. Übrigens: Bei einem dieser Duelle Altmeisterin gegen Supertalent gelangen Petra Horneber kürzlich erst 419,4 Ringe. Die FT-Sportlerin des Jahres hatte damit schwarz auf weiß den Beweis, dass sie noch immer Weltklasse-Ergebnisse erzielen kann. Ihre Bescheidenheit nach solchen Resultaten ist es, was ihre Beliebtheit im Landkreis Freising und bei allen Sportschützen in Deutschland ausmacht.

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Sportlerwahl 2019: Ergebnisse Sportlerinnen 

1. Petra Horneber, Schweden-Schützen Kranzberg, LG:

518

2. Alexandra Wöhrl, SV Siechendorf, Luftgewehr:

491

3. Sabine von Bechen, HSG Freising-Neufahrn, Handball:

453

4. Simone Blum,

Zolling, Springreiten:

414

5. Sandra Morawitz,

Hallbergmoos, Duathlon:

322

6. Maria Wall, LAG Mittlere Isar, Leichtathletik:

265

7. Lena Lipp, LAG Mittlere Isar, Leichtathletik:

201

8. Hanna Pfannes,

Neufahrn, Schwimmen:

184

9. Manuela Widmair, Haag, 3D-Bogenschießen:

168

10. Frederike Fell, DAV

Freising, Sportklettern:

149

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