Stefan Gomm ist Obmann der Schiedsrichtergruppe Freising und selbst bei vielen Jugendspielen im Einsatz.
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Stefan Gomm ist Obmann der Schiedsrichtergruppe Freising und selbst bei vielen Jugendspielen im Einsatz.

Oberster Schiedsrichter Freisings über das Leiten von E-Jugend Spielen

Stefan Gomm: Regeln sollten im E-Jugendbereich nicht zu streng ausgelegt werden

  • vonJochen Jürgens
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Stefan Gomm, Obmann der Schiedsrichtergruppe Freising, spricht über die richtige Leitung von E-Jugend Spielen. Eine Balance zwischen Regeleinhaltung und Fingerspitzengefühl sei wichtig.

Landkreis – Abseits? Aufgehoben. Rückpass zum Torwart? Darf er mit der Hand aufnehmen. Im Spielbetrieb der E-Junioren hält sich die Anzahl umzusetzender Regeln im Vergleich zum Großfeld in Grenzen. Damit diese nicht überschritten werden, sind beim Merkur CUP natürlich geprüfte Unparteiische im Einsatz. Diese stehen gleichwohl vor einer kniffligen Aufgabe, weiß Freisings oberster Referee Stefan Gomm: „Sie müssen einerseits darauf achten, dass die Regeln auch eingehalten werden, andererseits aber das nötige Fingerspitzengefühl beweisen. Denn in dem Alter ist die Regelkenntnis noch nicht so stark ausgeprägt.“

Freising: Vor allem beim Merkur-Cup oft junge Schiedsrichter im Einsatz

Die Schiedsrichtergruppe Freising greift beim Merkur CUP insbesondere bei den Vorrunden-Turnieren bevorzugt auf die Dienste junger, teilweise gerade erst fertig ausgebildeter Nachwuchsschiris zurück. Mitunter sind die Unparteiischen keine zwei oder drei Jahre älter als die Spieler. Was beide Seiten verbindet: Die Turnierspiele beim Merkur CUP sind häufig der erste gegenseitige Kontakt. Nachrückende F-Junioren kommen aus den „Fair Play-Ligen“, vorherige Partien bereits amtierender U11-Fußballer dürften in den meisten Fällen eher von einem Co-Trainer oder einem Elternteil unter großzügiger Regelauslegung geleitet worden sein.

Die Jungschiedsrichter hingegen haben gerade erst ihre Ausbildung bei Lehrwart Erik Shenton absolviert – und kennen in der Theorie selbst die neuesten Regeln daher oft besser als manch langjähriger Kollege. Genau an dieser Stelle beginnt das Dilemma: Für die Kinder macht es halt keinen Unterschied, ob der Unparteiische nun geprüft oder ungeprüft ist – die Kids wollen kicken! Hingegen steigt die Erwartungshaltung der – nach eigenem Ermessen – selbstverständlich regelsicheren Elternteile sofort, wenn ein Referee im Schiedsrichtertrikot zum Anpfiff schreitet.

Gomm: In der E-Jugend kann mehr auf die Zweikampfauslegung geachtet werden

Wenige Minuten nach dem Anstoß kommt es zu einer typischen Spielszene: Plötzlich kommt ein Angreifer im Strafraum zu Fall. „Schiri, Foul!“, plärrt die eine Hälfte der Zuschauer – „Da war doch nix!“ oder „Schwalbe!“, ertönt es aus der anderen Richtung. Beim am Boden liegenden Spieler scheinen erste Tränen zu kullern, während der vermeintliche Übeltäter einen unschuldigen Blick in Richtung des heraneilenden Jung-Schiedsrichters sendet. Dieser jedoch nimmt all seinen Mut zusammen, bläst in die Pfeife und zeigt auf den ominösen Punkt. Sogleich beginnen die Proteste beim Trainer des Verteidigers, dass sein Spieler nur ausgerutscht sei, nicht foulen wollte, und es deshalb nie einen Strafstoß geben dürfte. Außerdem solle er es bei den Kindern nicht ganz so genau nehmen. Man merkt es dem Schiedsrichter an, wie es in ihm arbeitet. Erstes Spiel, erste Entscheidung – und gleich kommen Anzweiflungen.

Aber gelten die Regeln nicht für alle? Und wie ist es beim Merkur CUP, wo es ja immerhin ums Erreichen der nächsten Runde geht? „Grundsätzlich finde ich es gut, wenn man im E-Jugendbereich die Regeln nicht so streng auslegt“, sagt Freisings Gruppenschiedsrichterobmann Stefan Gomm. Das bedeute jedoch nicht Narrenfreiheit auf dem Feld. „Mit gewissen Kleinigkeiten kann man lockerer umgehen“, ergänzt Gomm, „und hier eignet sich die E-Jugend gut zum Üben, weil es kein Abseits gibt und mehr auf die Zweikampfauslegung geachtet werden kann.“ (JOCHEN JÜRGENS)

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