Selbst Fußball gespielt hat er nie, war aber zeitlebens immer sehr sportinteressiert. Alfred Domes bei seinem 75. Geburtstag.
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Selbst Fußball gespielt hat er nie, war aber zeitlebens immer sehr sportinteressiert. Alfred Domes bei seinem 75. Geburtstag.

Trauer um Alfred Domes: Der überaus beliebte Neustifter starb unerwartet mit 83 Jahren

Stets hilfsbereiter Familienmensch

  • Margit Conrad
    vonMargit Conrad
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Freising – In normalen Zeiten wären Kirche und Friedhof in Freising-Neustift voller Trauergäste gewesen. Doch Corona hat es allen anders diktiert: Die vielen Freunde, Nachbarn und Wegbegleiter von Alfred Domes konnten von ihrem Fred nicht wie üblich Abschied nehmen.

Am Mittwoch, 20. Januar, starb er vollkommen unerwartet für alle im Alter von 83 Jahren.

Gerne hätte er noch mit seiner lieben Frau Ewalda, die er 1964 vor den Traualtar geführt hatte, ein paar Tage danach ihren 80. Geburtstag feiern wollen. Sogar eine Torte wollte er unbedingt am Abend vor seinem Tod noch ordern, obwohl man derzeit ja nicht zusammen feiern könne, wie er es immer gelebt hat. „Aber man weiß ja nie, wie oft man noch zusammen feiern kann“, hatte er noch gesagt.

Und wie gerne hätte er mit seinen Weggefährten gesellig beisammengesessen. Er pflegte eine innige Beziehung zu den Schiris der Schiedsrichtergruppe Freising, wo er elf Jahre lang als starker und geschätzter Obmann an der Spitze stand und bis vor wenigen Jahren noch als Schatzmeister und Revisor tätig war.

Sohn Stephan beschrieb in seiner Trauerrede in der Neustifter Kirche sehr treffend die Wesenszüge seines Vaters: „Geselligkeit, positive Lebenseinstellung, großer Humor, Bodenständigkeit, Prinzipientreue, sein Glaube und sein großes Herz. Sein Blick war immer nach vorne gerichtet. Er hat nie mit Vergangenem gehadert. Er war gerne unter Leuten, erzählte Geschichten, und die Menschen fühlten sich wohl in seiner Gesellschaft.“

Geboren wurde Alfred Domes am 29. April 1937 in Wigstadtl, dem ehemaligen Sudetenland (heute Tschechien). Von 1942 an wurde sein Vater in Stalingrad vermisst. Als Vertriebener kam er 1946 zusammen mit seinem fünf Jahre jüngeren Bruder Otto, seiner Mutter und Großmutter zu einem Bauernhof bei Moosinning, wo er von Kindesbeinen an nur „Fritz“ genannt wurde. Dort wohnte die Familie bis 1953 und zog danach nach Erding um.

Nach der Volksschule Moosinning absolvierte Alfred Domes eine dreijährige Landwirtschaftslehre auf zwei Betrieben, und ging dann für weitere drei Jahre auf die damalige Ackerbauschule in Landsberg am Lech, die er als staatlich geprüfter Landwirt abschloss. Beruflich war die BayWa seine erste Station. Dort arbeitete er an verschiedenen Standorten, unter anderem in Freising, wo er auch seine Ewalda, damals Kollegin, kennen lernte.

Zwei langjährige Freunde im Bereich „Fußball“: Anlässlich des 80. Geburtstags von Alfred Domes (l.) überreichte Ehrenkreisspielleiter Stefan Hany im Namen der SRG Freising die Ehrenurkunde.

Fred Domes war nicht nur ein unterhaltsamer Zeitgenosse, sondern vor allem ein Familienmensch und engagierter Opa. Mächtig stolz war er auf seine Kinder Brigitte, Stephan und Markus, und freute sich stets auf seine Enkelkinder Christina, Bernadette, Pablo und Carla.

Sport, vor allem der Fußball, ob Profis oder Amateure, war bis zum Lebensende seine große Leidenschaft. Und ihm war es auch immer wichtig, „mobil“ zu bleiben, wie er einmal erklärte. Deshalb kaufte er vor sechs Jahren ein E-Bike, mit dem er Touren durch den Landkreis unternahm, sich aber auch nach Moosinning aufmachte, um ehemalige Schulkameraden zu besuchen. Stets schaute er auf ein erfülltes Leben im Kreise der Familie zurück und betrachtete dankbar die letzten Jahre als geschenkte Zeit.

Nicht nur sportlich blieb Fred Domes im Ruhestand aktiv. Er half immer, wenn Not am Mann war, bei seiner ehemaligen Firma (Gut Heinrichsruh) aus. Und in den vergangenen Jahren war er auch als Einweiser beziehungsweise Ordner im Neustifter Wochenmarkt tätig.

Daneben fand der Verstorbene immer noch genügend Zeit, sich ehrenamtlich einzubringen. Als gläubiger Mensch war sein Engagement für die Pfarrei eine Selbstverständlichkeit. Ob als Lektor in St. Peter und Paul in Neustift oder in der Wieskirche, als Helfer bei vielen Pfarrfesten und Veranstaltungen oder im Krankenhaus-Besucherdienst im Klinikum Freising: Alfred Domes lebt in jedem Fall in der Erinnerung vieler Menschen weiter.

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