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Freisinger Sieggarant: Der erst 17-jährige Thomas Kahlert (r.) setzte der Aufholjagd von München Basket drei Minuten vor Schluss mit einem überragenden Dreier ein jähes Ende.

Basketball

Leistungsexplosion zum Jahresabschluss

Mit der absolut besten Saisonleistung und einem grandiosen 103:85-Heimsieg (26:18, 54:34, 77:63) über den bis dato Viertplatzierten München Basket haben sich die Korbjäger des TSV Jahn Freising in die Weihnachtspause verabschiedet. Die Freisinger setzten damit ein Ausrufezeichen und sollten in so einer Verfassung am Ende der Saison nichts mehr mit dem Abstiegskampf der 2. Regionalliga Süd zu tun haben.

Freising – Gut drei Minuten vor der Schlusssirene sah es so aus, als könnten die Münchner die Partie noch einmal spannend gestalten: Sie verkürzten den 20-Punkte-Rückstand und warfen neben all ihrer individuellen Klasse auch jede Menge Kampfgeist in die Waagschale. Es stand nur noch 92:81 für das Jahn-Team. Da fasste sich der 17 Jahre alte Thomas Kahlert in der Manier eines abgezockten Routiniers ein Herz und haute völlig überraschend für den Gegner einen Dreier raus. Jahn-Frauen-Trainer Florian Brückner erhob sich von seinem Platz auf der Tribüne: „Dieser Dreier war enorm wichtig. Jetzt gewinnen wir das Spiel.“ Sprach’s und eilte zum Kiosk, um sich schon vorab ein Siegerbier zu sichern. Brückner sollte Recht behalten. Spätestens mit diesem klasse Dreier von Kahlert war die Moral der Münchner gebrochen. Sie gaben klein bei – und konnten es dann auch nicht verhindern, dass die Freisinger die 100-Punkte-Marke knackten. Den Hunderter machte Marlon Pook mit einem Freiwurf voll.

Die Jahn-Korbjäger waren als krasse Außenseiter in dieses Match gestartet. München Basket verfügt über überragende Einzelspieler, die schon höherklassig unterwegs waren. Und die präsentierten ihre Klasse nicht nur in den ersten Minuten, sondern auch ab Ende des dritten Viertels – bis zu jenem Dreier von Kahlert.

Dieser individuellen Übermacht stellten die Freisinger ein kompaktes Mannschaftsgefüge gegenüber. „Wir waren alle sehr motiviert und hatten viel Spaß am Spielen“, strahlte Kahlert nach dem Erfolg. „Wir haben bewiesen, dass wir – mit Ausnahme des FC Bayern München III – gegen alle Teams der Regionalliga gewinnen können. Jetzt rollen wir das Feld von hinten auf.“

Die Jahn-Jungspunde hatten sich durch die vielen Niederlagen der jüngsten Vergangenheit nicht entmutigen lassen. Nach der Schlappe eine Woche zuvor beim Tabellennachbarn TSV Weilheim, als sie nur mit fünf Stammkräften antreten konnten und selbst Coach Denis Rühmann als Spieler ran musste, standen am Samstag wieder zehn Leute zur Verfügung. Dabei feierte der Langzeitverletzte Michl Babl ein super Comeback. „Wichtig war vor allem, dass Jakob Kock wieder dabei war“, begründete Rühmann die Leistungsexplosion seines Teams. „Mental ist er für unsere Talente extrem wichtig.“

Die Taktik der Freisinger ging voll auf: Mit einer kompakten und aggressiven Defense machten sie den Münchnern das Leben schwer und setzten sie zudem durch temporeiches Offensivspiel fast 40 Minuten lang unter Druck. Vor allem aber ließen sich die Jahn-Jungspunde durch zwischenzeitliche Durchhänger nicht aus der Ruhe bringen, sondern konnten im Schlussspurt sogar noch einen Gang zulegen. Zurecht gab es am Ende stehende Ovationen der Fans. „Wir haben heute dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung zwei nicht eingeplante Punkte geholt und bewiesen, dass wir sicherlich nicht auf den Tabellenplatz gehören, auf dem wir augenblicklich stehen“, bilanzierte Rühmann. Trotz des Siegs ist der TSV Jahn Freising weiterhin Drittletzter.

Peter Spanrad

Aufstellung und Punkte:

Babl (10), Kahlert (19), Koch (5), Kock (24), Manhart (3), Pathekas (26), Pook (14), Riemensperger, Stojanovski (2), Thummerer.

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