Screenshot vom Bodenturn-Training der Turnabteilung im Sommer 2020
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Alles auf Abstand: Die Turnerinnen und Turner trainierten im Sommer 2020, als die Inzidenz niedrig war, im Freien. Mehr als Bodenübungen war nicht drin. Andere Geräte konnten draußen nicht aufgebaut werden.

Online-Jahreshauptversammlung

TSV Jahn Freising: Optimismus trotz Mitgliederschwund

  • vonPeter Spanrad
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Der TSV Jahn Freising setzt auf sein bewährtes Führungsquintett: Das ist das Ergebnis der Hauptversammlung. Nicht gut: Die Mitgliederzahlen sind rückläufig.

Freising – Die Corona-Pandemie ist auch am TSV Jahn Freising nicht spurlos vorübergegangen: Als einer der größten Sportvereine der Region verzeichnete er im vergangenen Jahr etwa 250 mehr Austritte als in der Vergangenheit und gleichzeitig mehr als 600 weniger Eintritte. Von rund 4300 Mitgliedern Anfang 2020 sank die Zahl auf zirka 3900. Das war eine der wichtigsten Informationen in der Jahreshauptversammlung am Freitag.

Versammlung in Rekordzeit

War schon die jüngste Zusammenkunft des TSV Jahn im Oktober wegen der Hygienemaßnahmen außergewöhnlich, so entschloss sich die Vorstandschaft, heuer mit der Jahreshauptversammlung nicht bis Herbst zu warten, sondern sie erstmals online abzuhalten. „Der Dank gebührt unserer Geschäftsstelle mit Barbara Kästner und Lena Schneider“, lobte Vereinschef Franz Lupp. In der Tat war das Online-Meeting via Zoom perfekt vorbereitet und lief reibungslos ab. Nicht einmal zwei Stunden dauerte die Jahreshauptversammlung trotz der Neuwahlen. „Ich glaube, das war Rekordzeit“, freute sich Lupp.

In Sachen Corona-Krise gab sich Vorsitzender Franz Lupp bei der Zoom-Hauptversammlung kämpferisch.

Rückgang bei den Eintritten tut weh

Vom abgelaufenen Vereinsjahr, das hauptsächlich von Corona geprägt war, hatte der Vorsitzende natürlich recht wenig zu berichten. Wuchs die Mitgliederzahl in den vergangenen zehn Jahren von 3000 auf zuletzt 4300, so reduzierte sie sich in Pandemie-Zeiten innerhalb eines Jahres um 400. „Dass wir rund 600 Eintritte weniger als ein Jahr davor verzeichnet haben, das tut natürlich sehr weh“, räumte er ein. „Aber uns geht es noch deutlich besser als vielen Münchner Vereinen.“ Lupp zeigt Verständnis für diese keinesfalls überraschende Entwicklung. „Wenn man auf Vereinsebene keinen Sport ausüben kann, treten weniger in einen Verein ein.“ Aber er versprühte auch Optimismus: „Wir werden dafür kämpfen, dass es wieder besser wird.“

Breit gefächertes Online-Angebot

Die Pandemie habe im vergangenen Jahr den Trainings- und Wettkampfbetrieb in den 14 Abteilungen weitgehend zum Erliegen gebracht, blickte Lupp zurück. Aber die zahlreichen Funktionäre und vor allem Übungsleiter sind nicht in Lethargie verfallen – im Gegenteil. „Wir haben dafür gekämpft, dass der Betrieb weitergehen kann.“ Dafür hat der Verein im IT-Bereich aufgerüstet und den Mitgliedern ein breit gefächertes Online-Angebot unterbreitet. Auf der Jahn-Website und dem eigenen YouTube-Kanal sind zahlreiche Trainings- und Übungseinheiten abrufbar. Lupp bedankte sich bei allen für die Unterstützung. „Ohne euren Idealismus wäre das nicht möglich gewesen.“

Neues Projekt stößt auf wenig Gegenliebe

Franz Lupp berichtete über die Gespräche mit Elisa Keidler, der neuen Sportkoordinatorin der Stadt Freising. Sie hatte den Freisinger Vereinen im Herbst ihr Projekt „Sport im Park“ vorgestellt. „Das hat bei uns starke Diskussionen ausgelöst“, sagte Lupp. Denn das Projekt habe rund 90 Prozent der Jahn-Zielgruppe im Auge. Er habe sich daher mit anderen Freisinger Vereinen besprochen. Der Jahn werde das Projekt nicht aktiv unterstützen. In der Gesprächsrunde mit Keidler und Sebastian Wanzke, dem Vorsitzenden des Stadtverbands für Sport, sei es auch um den Sportentwicklungsplan gegangen. Viel drängender als so ein Projekt wie „Sport im Park“ ist nach Ansicht von Lupp das Sportstätten-Problem: Die Verantwortlichen der Stadt Freising hätten ihm versichert, dass im Jahr 2024 alle Engpässe gelöst sein würden.

Hometraining: Die Sportler des TSV Jahn Freising trotzten der Pandemie online mit kreativen Übungsideen.

Die Berichte der 14 Abteilungsleiter fielen wegen der Corona-Umstände überschaubar aus. Die Verantwortlichen hatten einige Videoclips oder Fotos von ihren Online-Aktivitäten vorbereitet, um zu veranschaulichen, wie der digitale Übungsbetrieb abgelaufen war. Darunter war etwa die Osterhasenjagd, die Simon Nußstein, der sein Freiwilliges Soziales Jahr beim TSV Jahn absolviert, mit knapp 100 Teilnehmern veranstaltet hatte. Als positiv hoben einige Spartenleiter hervor, dass die Krise die Mitglieder noch enger zusammengeschweißt habe. Als Beispiel führten sie die Jahn-Challenge an: In verschiedenen Disziplinen traten die Abteilungen online gegeneinander an. Zudem würdigte Lupp einen Sportler: Der 18-jährige Triathlet Niklas Ludwig wurde von der FT-Leserschaft zum Sportler des Jahres gewählt.

Stattliches Plus in der Vereinskasse

Und noch eine gute Nachricht: Trotz Corona-Krise stimmen die Finanzen beim Jahn. Schatzmeister Ullrich Kuschel verzeichnete ein Plus von rund 137 000 Euro. Die Gründe seien einfach zu erklären, sagte Kuschel: „Die Ausgaben haben sich durch die Pandemie stark reduziert, und die Vereinspauschale seitens des Staats hat sich erhöht.“ Wie es weitergeht, könne er noch nicht abschätzen. Der Verein plane einige kostspielige Reparaturen an der eigenen Halle und im Vereinsheim. Er rechne daher für das laufende Haushaltsjahr mit einem Defizit. Das sei allerdings gar nicht schlimm, weil der TSV Jahn dafür auch ausreichend Rücklagen gebildet habe.

Hoffnung auf Rückkehr zur Normalität

Reine Formsache waren die Neuwahlen, denn die bisherige fünfköpfige Vorstandschaft wurde ohne Gegenstimme bestätigt: Franz Lupp (Vorsitzender), Stephan Krippner (2. Vorsitzender), Ullrich Kuschel (3. Vorsitzender und Schatzmeister), Katrin Loth (Sportwartin) sowie Ulrike Grabenweger als Schriftführerin. Ebenfalls wiedergewählt wurde Stefan Flad als 1. Kassenprüfer. Neu ist dagegen Florian Bayer als 2. Kassenprüfer. Vorsitzender Lupp hofft nun, dass Corona bald überwunden ist. Er würde sich freuen, wenn endlich wieder normaler Übungsbetrieb einkehre und man dann gemeinsam auf der Wiese neben der Jahn-Halle ein großes gemeinsames Fest feiern sowie allen langjährigen Mitgliedern gratulieren könne.

Weitere Funktionsträger:

Norbert Freyler (2. Schatzmeister), Hans Neumayer (2. Sportwart und Gerätewart), Angelika Haltenberger (2. Schriftführerin), Eva Gintenreiter (1. Jugendwartin), Leonie Reicheneder (2. Jugendwartin), Werner Haas (Gebäudewart), Katrin Weinsteiger (Referentin für Wirtschaft und Finanzen), Manfred Bauer und Elfriede Soobik (Ehrungsausschuss), Daniel Beck (Abteilungsleiter Turnen), Franziska Buckl (Abteilungsleiterin Kinderturnen), Verena Breu (Abteilungsleiterin Fitness & Prävention), Ute Hanauer (Abteilungsleiterin Athletik & Kondition), Ernst Lotz (Abteilungsleiter Kraft & Fitness), Max Burkart (Abteilungsleiter Trampolin), Anna Becker (Abteilungsleiterin Schwimmen), Monika Neumayer (Herz- & Rehasport), Martin Ehrmeier (Abteilungsleiter Leichtathletik), Bernd Mayer (Abteilungsleiter Bogenschießen), Farina Boosz (Abteilungsleiterin Triathlon), Anita Sebestyen (Abteilungsleiterin Selbstverteidigung), Stefan Ippi (Abteilungsleiter Faustball), Michaela Ruis (Abteilungsleiterin Basketball).

Ehrungen:

25 Jahre Mitgliedschaft: Johanna Bals, Renee Barschdorf, Claus Bittner, Martin Döttling, Richard Fläxl, Heidemarie Frank-Mauersberger, Monika Huber, Eva Indrea, Gerhard Wanka, Nadine Neumair, Nicole Neumair, Heinz Obermeyer, Claus Otto, Christine Seidel, Elisabeth Solic, Ursula Strauss, Jürgen Walla und Stefan Ziegler.

40 Jahre Mitgliedschaft: Martin Ehrmeier, Nanni Feller, Walter Flad, Christian Franck, Christine Göller, Harald Kirschner, Claudia Schmidbauer, Karlheinz Nagel, Inge Pauli, Klaus Rosner, Miloslava Schaller, Andrea Urban, Matthias Wolff und Erna Kastlmeier.

50 Jahre Mitgliedschaft: Doris Kirchinger, Elisabeth Schreiber und Gerhard Schröcker.

60 Jahre Mitgliedschaft: Paul Fläxl und Irene Haslberger.

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