Sepp Niedermair setzt auf der Hallbergmooser Kegelbahn zu einem Wurf an.
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Künftig auf neue Aufgaben fokussiert: Sepp Niedermair stellt seinen Posten als Abteilungsleiter bei den Sportkeglern des VfB Hallbergmoos zur Verfügung. „Das Amt des Bürgermeisters ist sehr herausfordernd – da ist so ein Engagement nebenbei nicht machbar.“

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Keglerchef Sepp Niedermair: „Mein Herz wird weiter an der Abteilung hängen“

  • Michael Leitner
    vonMichael Leitner
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Der designierte Bürgermeister Sepp Niedermair tritt als Abteilungsleiter der Hallbergmooser Kegler ab. Die Suche nach einem Nachfolger läuft.

Hallbergmoos – „Tja, aus dieser Nummer komme ich jetzt wohl nicht mehr raus“, sagt Sepp Niedermair und lacht. Der 63-Jährige tritt am 18. April bei der Bürgermeisterwahl in Hallbergmoos als einziger und obendrein als Konsenskandidat aller Gemeinderatsfraktionen an. Das bedeutet nicht nur, dass sein politischer Ruhestand nach nur einem Jahr beendet ist, sondern es wird auch Veränderungen für die Kegel-Abteilung des VfB Hallbergmoos mit sich bringen, die Niedermair neun Jahre als Spartenchef geprägt hat.

Herr Niedermair, Bürgermeisteramt und Abteilungsleitung, passt das zusammen?

Es ist kein großes Geheimnis, dass der Kegelsport mein liebstes Kind ist. Das war für mich auch ein Argument, das gegen eine Kandidatur zum Rathauschef gesprochen hat. Aber ich möchte der Gemeinde helfen, deshalb habe ich diesen Entschluss gefasst. Klar ist auch: Das Amt des Bürgermeisters ist sehr herausfordernd – da ist so ein Engagement nebenbei nicht machbar. Ich werde daher als VfB-Abteilungsleiter zurücktreten. Aber ich werde den Keglern verbunden bleiben – mein Herz wird weiter an der Abteilung hängen.

„Es gibt einige, denen ich das zutraue.“

Gibt es schon einen Termin für eine womöglich virtuelle Abteilungsversammlung? Und wer wird Ihr Nachfolger?

Nein, einen Termin haben wir noch nicht. Wir wollen erstmal die Bürgermeisterwahl abwarten, wir machen das ganz seriös. Was die Nachfolge betrifft: Wir haben sehr viele gute Leute in unserer Kegel-Abteilung. Es gibt einige, denen ich das zutraue. Die Entscheidung wird letztlich aber natürlich die Mitgliederversammlung treffen.

„Die Abteilung wird nicht zusammenbrechen.“

Wie zeitaufwendig ist der Posten des Abteilungsleiters?

Das kommt darauf an, wie man es handhabt. Ich bin jemand, der viel mit den Leuten redet, der wissen will, wie es ihnen geht – gerade jetzt in Zeiten des Lockdowns. Ich habe zum Beispiel oft mit den Spielern unserer Ersten Herren-Mannschaft telefoniert, bin auch in diversen WhatsApp-Gruppen – einfach, um den Kontakt zu halten und ein Gespür dafür zu haben, wie die Stimmung ist. Außerdem stehst du als Abteilungsleiter natürlich in der Verantwortung, die Mails von den Verbänden gehen alle an mich. Natürlich muss ich die nicht alle selbst beantworten, sondern kann einiges an Kollegen in der Abteilung weiterdelegieren. Dennoch: Man ist überall eingebunden – da kommen schon einige Stunden zusammen, wenn man die Sache ernst nimmt. Fakt ist: Die Abteilung wird nicht zusammenbrechen. Ich schließe beispielsweise noch neue Verträge mit unseren Sponsoren ab. Damit ist die Zukunft für die kommenden drei Jahre gesichert. Mein Nachfolger wird Rahmenbedingungen vorfinden, mit denen er gut arbeiten kann. Außerdem stehe ich weiterhin mit Rat und Tat zur Verfügung.

„Wir wollen international spielen, im Weltpokal oder in der Champions League.“

Trotzdem waren Sie der Macher in der Kegel-Abteilung. In Ihrer Zeit als Spartenchef ist zum Beispiel das Erste Herren-Team von der Bezirksklasse A bis in die 1. Bundesliga durchmarschiert. Ist das Ende der Fahnenstange erreicht?

Das glaube ich nicht. Wir sind sehr gut aufgestellt – zum Beispiel mit Thomas Schneider, der viel Erfahrung und Knowhow mitbringt und sich als Aktivensprecher um das Sportliche kümmern wird. Rückblickend muss ich sagen, dass jeder Aufstieg und jede neue Liga große Herausforderungen mit sich gebracht hat. Doch die haben wir nicht zuletzt deshalb gemeistert, weil wir in den vergangenen Jahren die Aufgaben sukzessive auf mehrere Schultern verteilt haben. Ich denke, wir werden in der 1. Bundesliga nichts mit dem Abstieg zu tun haben, und setzen uns weiterhin hohe Ziele. Wir wollen international spielen, im Weltpokal oder in der Champions League.

Solche Highlights würden Sie doch auch als Bürgermeister nicht verpassen wollen, oder?

Ja, ganz ohne Kegeln geht es nicht. Zu den Auswärtskämpfen zu fahren, hat sich für mich erledigt. Aber die Heimpartien werde ich mir mit Sicherheit nicht entgehen lassen. Und vielleicht kann ich auch ab und zu als Kampfrichter zur Verfügung stehen, wenn es die Zeit erlaubt.

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