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Großer Bahnhof für einen großen Gemeindebürger: Nach dem Gewinn der Silbermedaille bei der Europameisterschaft 1976 in Leningrad bereiteten die Hallbergmooser Peter Neumair (M.) einen begeisterten Empfang.

Top-Ringer aus Hallbergmoos

„Was macht eigentlich...?“ Peter Neumair war der Superstar unter den Siegfried-Helden

In der fast 100-jährigen Historie des SV Siegfried Hallbergmoos sind unzählige Spitzensportler für den Ringerklub auf die Matte gestiegen. Peter Neumair ist besonders in Erinnerung geblieben. 

Hallbergmoos – Er zählte in seiner Glanzzeit zu den nationalen Giganten, er zwang damals so manchen Überflieger in den Mattenstaub. Unter anderem besiegte Peter Neumair 1980 den amtierenden russischen Weltmeister beim Großen Preis von Deutschland in Freiburg. Außerdem den WM-Vierten im Schwergewicht, Richard Wolff, der für Aalen und auch Reichenhall in der Bundesliga kämpfte. Und selbst Ex-Weltmeister Adolf Seger, der für den AV Germania Freiburg-St. Georgen auflief, zahlte schon gegen den Hallbergmooser Lehrgeld. In der Rückschau auf diese großen Kämpfe muss Neumair lachen und zumindest die Erfolge gegen Seger relativeren: „Adolf war ein Mittelgewichtler – und dadurch hatte ich schon einen Gewichtsvorteil, den ich auch nutzen konnte.“

Lauter Siegertypen: Die Jugend des SV Siegfried Hallbergmoos wurde nicht zuletzt dank Peter Neumair (stehend, 3. v. r.) dreimal in Folge Deutscher Mannschaftsmeister. Dieses Foto stammt aus dem Jahr 1967.

„Das war für mich der größte und auch schönste Erfolg in meiner gesamten Laufbahn“

Begeisterter Radfahrer: Peter Neumair ist auch mit 69 weiter aktiv.

Den wichtigsten persönlichen Triumph seiner überaus erfolgreichen Ringerkarriere landete der in Freising geborene Neumair, der heuer seinen 70. Geburtstag feiert und von seinen Freunden liebevoll Pauli genannt wird, allerdings anno 1976: Seinerzeit verbreitete sich die Nachricht, dass Neumair in Leningrad Vize-Europameister in der 90-Kilo-Klasse geworden war, wie ein Lauffeuer. Der SV Siegfried und seine Fans bereiteten ihrem Helden einen begeisterten Empfang. Der frischgebackene Silbermedaillengewinner wurde in einem Cabriolet durch die damals noch kleine Gemeinde gefahren – und seine zahlreichen Anhänger jubelten ihm vom Straßenrand aus frenetisch zu. Der Hallbergmooser Vorzeige-Athlet wurde anschließend im damaligen Gasthaus Stegherr, das bis auf den letzten Platz gefüllt war, nicht nur vom SVS, sondern natürlich auch von der Gemeinde Hallbergmoos geehrt. Neumair erinnert sich noch gerne zurück: „Das war für mich der größte und auch schönste Erfolg in meiner gesamten Laufbahn.“

Zwei Jahre später, 1978, trumpfte er bei den Weltmeisterschaften in Mexiko-Stadt erneut mächtig auf und verpasste mit seinem tollen vierten Platz nur hauchdünn eine Medaille. Trotzdem haderte der Hallbergmooser Superstar damals mit dem Schicksal: „Ich habe ja immerhin den späteren Weltmeister Uwe Neupert aus der DDR sicher mit 9:3 geschlagen – deswegen war für mich der vierte Platz doch recht undankbar.“

Husarenstück bei den Olympischen Sommerspielen 1972

Mit dem sechsten Platz bei den Olympischen Sommerspielen 1972, noch dazu vor seiner Haustür in München, gelang ihm ein weiteres Husarenstück. Dass sich die damaligen Olympia-Teilnehmer 40 Jahre später nochmals in Schifferstadt getroffen haben, hat sicher einen festen Platz in seinem Herzen.

Das waren jedoch beileibe nicht alle seine Erfolge. Der Freistilkünstler, der auch im klassischen Stil zu Hause war, kämpfte von 1968 bis 1980 in der deutschen Nationalmannschaft und wurde darüber hinaus mit der Siegfried-Jugend von 1966 bis 1968 dreimal in Folge Deutscher Mannschaftsmeister. Der inzwischen 69-jährige Athlet beherrschte die schweren Gewichtsklassen in Deutschland über ein Jahr- zehnt lang. Der Beweis: Peter Neumair wurde insgesamt elfmal Deutscher Einzelmeister im Seniorenbereich und das sogar in beiden Stilarten. Mit seinem Spezialgriff, dem Armzug mit anschließendem Beinsteller, den ihm bis heute keiner so perfekt nachmachen kann, hat er fast allen Gegnern das Fürchten gelehrt.

Heimspiel: 1972 bei den Olympischen Spielen in München kämpfte sich der Hallbergmooser bis auf den sechsten Platz vor.

Peter Neumair war durch seinen Vater Anton, der lange Zeit Jugendleiter des SV Siegfried war, zum Ringersport gekommen und kämpfte 20 Jahre für Hallbergmoos in der Bundesliga. Er blieb seinem SVS immer treu und ließ sich auch nicht durch die lukrativen Angebote aus Witten und Aalen, um nur zwei Klubs zu nennen, von seinem Heimatverein weglotsen.

Top-Ringer und Top-Torschütze

Doch Neumair war nicht nur im Ringen eine Wucht: Der begeisterte Anhänger des FC Bayern spielte auch selbst Fußball. Bemerkenswert: Das Multitalent kickte erfolgreich beim VfB Hallbergmoos, stieg mit der Mannschaft in die A-Klasse auf und wurde in dieser Liga sogar Torschützenkönig. Auch beim Tennis gab er eine sehr gute Figur ab: Im Doppel erkämpfte er sich beim VfB – unter anderem mit Romy Fritsch, Robert Eberl und Günter Schmid – insgesamt zehnmal die Vereinsmeisterschaft.

Vorzeige-Athlet: Neumair trumpfte in beiden Stilarten groß auf.

Zu seinem Lebenslauf: Peter Neumair besuchte die Volks- schule in Franzheim, das später dem Flughafen weichen musste. Im Anschluss erlernte er den Beruf des Maurers bei der Firma Rentz in Goldach. Zehn Jahre – von 1970 bis 1980 – war Neumair, der bereits ein halbes Jahrhundert in Goldach wohnt, beim Erdinger Weißbräu beschäftigt. Von dem, seinem Sponsoren, wurde er drei Tage pro Woche freigestellt, um optimal trainieren zu können. 1980 heiratete er seine Renate – aus der glücklichen Ehe gingen die Kinder Thomas und Isabelle hervor. Danach war Neumair bis zu seiner Altersteilzeit 27 Jahre am Max-Planck-Institut Garching als Betriebshandwerker beschäftigt.

Peter Neumair hat das Leben aber auch genossen, immerhin ging er bereits in Kenia und Tansania auf Safari. Heute kümmert er sich eifrig um die Pflege seines Fischweihers und nennt das Schafkopfen als sein großes Hobby. Seine sportlichen Aktivitäten sind nach einer Hüft- und einer Knie-OP zwar arg eingeschränkt. Doch auf seine tägliche Radltour will der Pauli trotzdem nicht verzichten. 

Anton Schweißgut

Mehr aus der Serie „Was macht eigentlich“

Sein Engagement für den Ringkampfsport zieht sich wie ein roter Faden durch sein bisheriges Leben: Sepp Fritsch (64) war 37 Jahre lang als Aktiver respektive als Trainer sowohl auf als auch neben der Matte sehr erfolgreich.

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